Film ab! Das einzige Kino der Rolandstadt hat geschlossen - die Betreiber setzen aufs Burgkino und auf neue Konzepte.

Wedel/Uetersen. Wedel ist jetzt noch ein Stückchen mehr Provinz, in Uetersen allerdings wird Opas Kino wiederbelebt: Das einzige Lichtspielhaus in Wedel ist geschlossen worden - in den zwei Vorführräumen in den Immobilien der Spar an der Rissener Straße flimmert nichts mehr. "Es hat sich einfach nicht gerechnet. Die Miete war nicht zu bezahlen", sagte Franz Hoffmeier, einer der ehemaligen Betreiber. Doch er will mit der Technik nach Uetersen umziehen. Die zwei Säle mit jeweils 80 Plätzen und den mit sieben mal 2,50 Meter großen Leinwänden konnten mit der Konkurrenz moderner Lichtspielhäuser nicht mithalten, obwohl man in Wedel denselben Film für zwei bis drei Euro weniger sehen konnte. Und wenn die Verleiher mit rund 700 Kopien an den Start gingen, gab es auch keine zeitliche Verzögerung im Vergleich zu den Wettbewerbern. "Wir haben versucht, bei der Spar günstigere Mietkonditionen herauszuverhandeln. Das war nicht möglich. Über lange Zeit fühlte sich dort gar keiner so richtig zuständig, es gab kein Interesse an einer Vertragsverlängerung", so Hoffmeier. Jetzt wird das Kino "ausgeschlachtet", die Ton-Technik soll ins Uetersener Burg-Theater eingebaut werden. Denn das Lichtspielhaus an der Marktstraße wird Hoffmeier ab Oktober betreiben. Die Uetersener können sich freuen, denn das traditionsreiche, 45 Jahre alte Haus war im Frühjahr geschlossen worden. Auch Inhaber Gerd Schröder klagte zwar über zu wenige Zuschauer, hat die Idee für eine Neueröffnung aber offenbar konsequent weiterverfolgt. Bis vor zehn Jahren hatte Schröder das Kino noch selbst geführt, dann übernahmen die Vereinigten Lichtspiele Borkum die Regie. Zur Trendwende bei den Besucherzahlen, die schließlich zur Schließung führte, kam es erst, als in Elmshorn das moderne Cineplex-Großkino öffnete. Es zog das Publikum in Massen aus Uetersen fort, obwohl im Schatten des Klosters dieselben Streifen liefen und die Säle auch bei Rennern wie dem Harry-Potter-Bundesstart selten so überfüllt waren wie in Elmshorn. Kino-Fans stehen in Uetersen gründlich modernisierte Vorführräume mit brauner, roter und lilafarbener Wandbespannung sowie 200, 100 und 60 bequem gepolsterten Sitzplätzen zur Verfügung. Dort soll jedoch nicht allein auf den Bundesstart von Filmen gesetzt werden. Die Betreiber Franz und Georg Hoffmeier haben sich mit Sabine und Klaus Plath zusammengetan, die ein Event-Konzept entwickelt haben. Genaue Details will Plath erst in den nächsten Tagen präsentieren, ließ aber schon einmal durchblicken, das die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gesucht werden soll, um die Medienkompetenz des Nachwuchses zu erhöhen. Aber auch auf Motto-Wochen und die besondere Bedienung von Zielgruppen wie Senioren wolle man setzen, um das Kino wieder als kulturellen Glanzpunkt zu etablieren.