Pinneberg
Insolvenz

Bangen um Woolworth: "Vielleicht geht es ja weiter"

Hat Woolworth doch noch eine Zukunft? Die insolvente Kaufhauskette hat nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters noch flüssige Mittel parat.

Uetersen/Frankfurt - Hat Woolworth doch noch eine Zukunft? Die insolvente Kaufhauskette hat nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters noch flüssige Mittel parat. "Wir sind in der komfortablen Lage, dass wir über Mittel verfügen, dass die Arbeit weitergehen kann", sagte Anwalt Ottmar Hermann gestern in Frankfurt.

In Uetersen, wo eine der bundesweit 311 Filialen ansässig ist, werden die Nachrichten genau verfolgt. "Ich habe das gerade im Radio gehört", sagte Hartmut Stonner, stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft IHG, gestern im Gespräch mit der Pinneberger Zeitung. "Vielleicht geht es ja doch noch weiter." Eine Schließung des Kaufhauses mitten in der Fußgängerzone hätte negative Folgen. "Woolworth ist ein Magnet für die Leute." Davon profitierten auch andere Kaufleute.

Doch die Sorge um die Zukunft des Hauses bleibt. Immerhin sind in dem Uetersener Billig-Kaufhaus, das seit Jahrzehnten in der Rosenstadt präsent ist und auf einen festen Kundenstamm bauen kann, mehr als 40 Menschen in Teilzeit-Jobs beschäftigt.

Bürgermeisterin Andrea Hansen betonte die "Bedeutung", die das Kaufhaus für Uetersen habe, es sei ein Unternehmen, das vielen Menschen Arbeit gebe und einfach zur Stadt gehöre. Sie hatte sich umgehend mit der Woolworth-Zentrale in Frankfurt in Verbindung gesetzt, wartet jetzt auf Rückmeldung.

Wie berichtet, hatte Woolworth am Ostersonnabend Insolvenzantrag gestellt. Löhne und Gehälter sollen jedoch bis einschließlich März in vollem Umfang gezahlt worden sein. Bislang seien keine Kündigungen ausgesprochen worden. Auf die Frage, wie groß der vorläufige Insolvenzverwalter Hermann die Chance für eine Rettung der Kaufhauskette, antwortete er: "Ich denke, es gibt gute Chancen, dass es weitergeht."

Woolworth in Uetersen und Hertie in Elmshorn betreiben die letzten "klassischen" Kaufhäuser im Kreis. Beide Standorte sind von der Schließung bedroht. Für wen es ein "Happy End" gibt, bleibt abzuwarten. (man/dpa)