NaturFreunde Pinneberg geben mit dem Kreis eine Neuauflage der Broschüre mit vielen Routenvorschlägen heraus

Kreis Pinneberg. Mit mehr als 300 000 Einwohnern ist er der bevölkerungsreichste und dennoch kleinste Landkreis Schleswig-Holsteins - doch trotz der teils stark urbanen Strukturen verbergen sich im Kreis Pinneberg viele landschaftliche Schönheiten. Die NaturFreunde Pinneberg kennen die schönen Seiten der Region aus dem Effeff, und sie wollen die Menschen daran teilhaben lassen, diese auf eine besonders intensive Weise kennenzulernen - zu Fuß oder mit dem Rad. Gemeinsam mit dem Kreis haben die NaturFreunde die Broschüre "Wandern im Kreis Pinneberg" neu aufgelegt.

Grundlage für die überarbeiteten Wanderrouten sind ausgesuchte Natura-2000-Gebiete im Kreisgebiet. Eine vollständige Vernetzung konnte zwar nicht erreicht werden, dennoch können die Wanderer oder Radwanderer - rund 95 Prozent der Strecken können mit dem Fahrrad befahren werden - die Unterabschnitte bequem in Tagesetappen von gut fünf bis zu etwa 20 Kilometer Länge bewältigen - und bei Bedarf und guter Kondition noch verbinden.

Libellen, Lurche, Kreuzotter und viele seltene Vögel

Mit dem Kreisfachdienst Umwelt wurden drei Trailabschnitte mit Einzelrouten weiterentwickelt:

Trailabschnitt 1 umfasst Himmelmoor, Borsteler Wohld, Esinger Wohld und Pinnau-Niederung. In der Broschüre ist exakt beschrieben, wie die Wanderer nach Nutzung von Bus oder Bahn ans Ziel kommen. Gleich drei Routen (1.1 bis 1.3, siehe Grafik auf dieser Seite) hängen eng zusammen und sind miteinander verbunden.

Route 1.1 ist ein Rundkurs um das Landschaftsschutzgebiet Himmelmoor bei Quickborn. Hier gibt es moortypische Flora und Tierarten wie Libellen, Lurche, Kreuzotter, Ringelnatter und seltene Vögel. Route 1.2 ist ein Anschlusskurs Richtung Borsteler Wohld/Kummerfelder Gehege mit Wäldern, Biotopen, der Bilsbekniederung. Hainsimse, Drahtschmiede oder Waldbingelkraut spiegeln die Vielfalt der Flora wider. Störche, Wespenbussard und Rotmilan sind Attraktionen für Vogelfreunde. Route 1.3. schließt sich an ab Arboretum Richtung Esinger Wohld mit diversen Alternativrouten.

Für Liebhaber von Wasserläufen bietet die Route 1.4 eine Menge: Von Pinneberg aus geht es an der Pinnau entlang mit der Möglichkeit von Alternativrouten über Tangstedt und Borstel-Hohenraden über das Zwischenziel Wulfsmühle bis Quickborn. Typische Pflanzen für Fließgewässer sind zu finden, dazu Meer- und Flussneunauge, Bachneunauge und Bachforelle. Die gesamte Länge der Rundkurse des 1. Trailabschnittes beträgt 54,9 Kilometer.

Trailabschnitt 2 liegt südöstlich Pinnebergs. Route 2.1. umfasst das Buttermoor einschließlich der Holmer Sandberge, von Waldenau ausgehend mit Verbindung durch einen Teil des Waldgebietes Klövensteen. Das Landschaftsschutzgebiet zeichnen unter anderem die Binnendünen mit Eichen, Birken und Kiefern aus. Hier gibt es allein 500 Schmetterlingsarten und 58 Schwebfliegenarten.

Es gibt einen Übergang zur Route 2.2, Tävsmoor/Haselauer Moor, das geprägt ist von Mooren, Grünland, Weiden- und Birkenbruchwald - und als Kontrastprogramm den Betrieb auf dem nahe gelegenen Flugplatz in Heist hat. Mehr als 300 Gefäßpflanzen, Röhrichte, Lungenenzian oder Moorlilie sind zu finden - außerdem eine Orchideenwiese mit acht Orchideenarten. Gesamtstrecke des 2. Trailabschnittes: 40,6 Kilometer.

Trailabschnitt 3 umfasst die Regionen an Elbe, Pinnau und Krückau. Route 3.1 beginnt in Wedel, geht neben einem Kurzrundkurs in der Rolandstadt über Fährmannssand bis Hetlingen sowie von dort zurück bis nach Wedel. Die Elbe mit dem Tide-Einfluss ist faszinierender Blickfang für die Wanderer, Landschafts- und Vogelschutzgebiete prägen diese Elbregion.

Fähre Kronsnest ist eine Attraktion der Route "Obere Krückau"

Das Gebiet ist vor allem als Rast- und Überwinterungsgebiet vieler Vogelarten bekannt. Route 3.2. umfasst die Unterelbe von Hetlingen /Haseldorf über Seestermühe/Eschschallen bis zur Pinnau- und Krückaumündung. Der Übergang über die Flussperrwerke ist nur vom 1. Mai bis 30. September möglich, es gibt aber Alternativrouten. Die Route 3.3 "Obere Krückau" mit der Fähre Kronsnest, der kleinsten Personenfähre Deutschlands, schließt sich am Krückaussperrwerk an, kann auch von Elmshorn aus angegangen werden.

"Für uns als Verband der NaturFreunde ist es ein zentrales Anliegen, die Erhaltung der Natur und Umwelt mit deren biologischen Vielfalt dem interessierten Bürger näher zu bringen", sagt Rainer Naujox.