Ju-Jutsu

Marcel Said wird im Eiltempo Norddeutscher Meister

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Thomas Maibom
Marcel Said (Kodokan, l.) setzte sich im U-21-Finale der Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm souverän gegen Jens Koch (MTV Rottorf) durch.

Marcel Said (Kodokan, l.) setzte sich im U-21-Finale der Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm souverän gegen Jens Koch (MTV Rottorf) durch.

Foto: Thomas Maibom

Das 18 Jahre alte Ju-Jutsu-Ass vom Kampfsportverein Kodokan ist eine Klasse für sich. Was das Ausnahmetalent so stark macht.

Norderstedt.  Was für eine Bilanz! 21 Aktive des Norderstedter Kampfsportvereins Kodokan haben sich bei den Norddeutschen Meisterschaften im Ju-Jutsu zwölf Goldmedaillen und sieben weitere Treppchenplätze gesichert. Kein Wunder, das Kodokan-Cheftrainer Stefan Jacobs nach der Veranstaltung jubelte: „Das war total gut, ich bin begeistert.“

Dabei hatte er nicht nur die sportliche Seite der Titelkämpfe im Blick. In der Tarpenbekhalle spielen normalerweise die Basketballer von TuRa Harksheide. Die aber räumten ihre Wettkampfstätte für die Kampfsportler.

Ju-Jutsu: Marcel Said ist „eine Maschine“

„Die Halle ist ein Traum, ebenso das große Engagement unserer Helfer“, so Jacobs. Traumhaft waren aber auch die Leistungen seiner Schützlinge; Jule Jacobs und Ashot Arustamjan gewannen sogar zwei Titel; in ihrer Lieblingsdisziplin, dem Fighting, sowie im Ne-Waza, dem Bodenkampf.

Im Fighting stellte Kodokan den herausragenden Akteur der Veranstaltung. „Marcel Said ist eine Maschine“, kommentierte Trainer Ashot Arustamjan den Auftritt des U-18-Weltmeisters. Seine vier Gegner fertigte Said im Eiltempo ab.

Spektakuläre Aktion im Finale

„Ich kenne Marcel aus dem Bundeskader. Gegen ihn nimmt man sich nicht vor, zu gewinnen, sondern will nur möglichst lange durchhalten“, sagte Finalgegner Jens Koch (MTV Rottorf). Er bot Said knapp zwei Minuten Paroli. Ein Teil der Kampfzeit ging dabei aber für eine Ermahnung an den Kodokaner drauf.

„Mach mal vorsichtiger. Du bist hier nicht bei einer WM“, erinnerte der Kampfrichter den 18-Jährigen, nachdem dieser Koch einen Tritt auf den Brustkasten gesetzt hatte, der den Niedersachsen nach Luft ringen ließ. Said folgte der Anweisung, aber das Finale beendete er trotzdem eindrucksvoll. Er hebelte seinen Kontrahenten aus, hob ihn hoch und warf ihn aus Kopfhöhe rücklings auf die Matte.

Kodokan-Cheftrainer Stefan Jacobs gerät ins Schwärmen

„Marcels Stärke sind seine unglaubliche Schnelligkeit und seine Kraft“, sagte Arustamjan anerkennend. Wie schnell Marcel Said seine Techniken einsetzt, ist imposant. „Vor Kurzem war Marcel beim Bundeskaderlehrgang. Wie er dort den Weltmeister der Männer in der 94-Kilogramm-Klasse aufgemischt hat, war ex­trem beeindruckend“, sagte Stefan Jacobs.

Trotz seiner herausragenden Qualität bleibt das Ausnahmetalent angenehm geerdet. Nein, es gäbe kein Problem, Trainingspartner zu finden, betont Marcel Said. „Bei Kodokan haben wir eine ganze Reihe ehemaliger Weltmeister, die mir noch was zeigen können.“

Marcel Said nimmt die World Games 2025 ins Visier

Das hat natürlich Folgen. Said hat im Förderprogramm des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes eine Stufe übersprungen. Statt im U-21-Kader steht er jetzt bei den Männern auf der Matte und bereitet sich auf die World Games 2025 im chinesischen Chengdu vor.

Zuvor gilt es aber noch einige andere hochkarätige Veranstaltungen zu bestreiten. Vom 9. bis 12. März finden die Junioren-Europameisterschaften in Lille statt. Zwei Woche später stehen die Deutschen Meisterschaften in München auf dem Programm.

Ju-Jutsu: Zahlreiche Höhepunkte in diesem Jahr

Mitte Juli wird in Ulaanbaatar/ Mongolei die WM der Erwachsenen ausgetragen, Ende August ermitteln die Junioren in Kasachstan die Weltmeister. Die German Open, für die noch ein Ausrichter gesucht wird, sind vom 29. September bis 1. Oktober terminiert. Letztes herausragendes Event 2023 ist Ende November die EM der Erwachsenen in Zagreb.

Die Medaillengewinner des Kampfsportvereins Kodokan bei den Norddeutschen Ju-Jutsu-Meisterschaften, Fighting Erwachsene, weiblich bis 63 Kilogramm: 1. Luzie Grutke; männlich bis 69 kg: 1. Ashot Arustamjan; U 18 weiblich bis 52 kg: 1. Jule Jacobs; U 21 weiblich bis 57 kg: 1. Michelle Rockmann; U 21 männlich bis 85 kg: 1. Marcel Said; U 16 weiblich bis 44 kg: 1. Nieke Südbrock; U 16 männlich bis
46 kg:
1. Hannes Jacobs; U 16 männlich über 73 kg: 1. Magnus Rockmann; U 14 männlich bis 30 kg: 2. Max Harbatsch; U 16 männlich bis 46 kg: 3. Sam Hannemann; U 14 männlich bis 30 kg,: 3. Noa Südbrock; U 14 männlich bis 34 kg: 3. Levi Roloff. Ne-Waza (Bodenkampf), Erwachsene weiblich bis 63 kg: 1. Michelle Hechenbichler; Erwachsene männlich bis 69 kg: 1. Ashot Arustamjan; U 21 männlich bis 62 kg: 1. Luis Brockmann; U 18 weiblich bis 57 kg: 1. Jule Jacobs; Erwachsene männlich über 94 kg: 2. Sven Patzer; Erwachsene männlich bis 77 kg: 2. Hayk Kleckyan; U 21 männlich bis 62 kg: 2. Sahed Nizar; Erwachsene männlich bis 94 kg: 3. Raoul Bickmann.

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