2. Basketball-Regionalliga

TuRa Harksheides Korbjäger starten mit Heimpleite

| Lesedauer: 4 Minuten
Karsten Jaeger
Niki Kazemi (l.) brachte TuRa Harksheide in der Anfangsphase mit 9:0 in Führung, erzielte im weiteren Verlauf der Begegnung aber nur noch drei weitere Punkte.

Niki Kazemi (l.) brachte TuRa Harksheide in der Anfangsphase mit 9:0 in Führung, erzielte im weiteren Verlauf der Begegnung aber nur noch drei weitere Punkte.

Foto: Thomas Maibom

Basketball-Männerteam verliert 45:62 gegen den Bramfelder SV. Was sich die Harksheider für die Punktrunde vorgenommen haben.

Norderstedt.  Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als auf der neuen elektronischen Anzeigetafel der Dreifeldhalle am Exerzierplatz die Zahl Neun unter dem Feld „Heimmannschaft“ aufblinkte.

Das gefiel den Basketballern von TuRa Harksheide, den Clubverantwortlichen und nicht zuletzt den Fans, denn Niki Kazemi hatte die Gastgeber im Auftakt-Punktspiel der 2. Regionalliga Nord gegen den Bramfelder SV mit 9:0 in Führung gebracht. Knapp zwei Stunden später war die Anfangseuphorie allerdings verfolgen, der BSV triumphierte mit 62:45.

2. Basketball-Regionaliga: TuRa Harksheide glänzt mit Hightech

Am Ende zeigte sich also: Die Statistik lügt nicht, schon gar nicht, wenn sie durch eine hochwertige multifunktionale LED-Anzeigetafel, die das Amt für Schule und Sport in Norderstedt finanziert hat, dokumentiert wird. Die Behörde entsprach dem Wunsch der Sportler und erwarb das kostspielige Stück des französischen Herstellers Stramatel in Le Cellier. Höherklassige Vereine profitieren schon länger von dieser Technik.

Die Anzeige, die vom internationalen Basketball-Verband FIBA zertifiziert ist, steht künftig nicht nur den Basketballern zur Verfügung, sie kann auch in anderen Sportarten verwendet werden. Auch zwei Shot-Clocks über den beiden Körben sind neuerdings angebracht. Sie zeigen die Sekunden an, in denen Angriffe abzuschließen sind. Für den Spielstand, Auszeiten sowie individuelle und Mannschaftsfouls gibt es jeweils bunte Ziffern.

Mäßiges Niveau im ersten Punktspiel

Diese blinkten meist blitzschnell auf. Hinsichtlich der Korberfolge beider Mannschaften war dies allerdings vergleichsweise selten der Fall. Zahlreiche Ballverluste, ungenaue Würfe aus guter Position, misslungene Rebounds und generell leicht durchschaubare Aktionen prägten das Geschehen, obwohl das Defensivverhalten der Gastgeber insgesamt in Ordnung war.

Für TuRa Harksheide wäre im ersten Saisonspiel mehr möglich gewesen. Auffällig: Vor allem in der zweiten Halbzeit mangelte es an Dynamik, Präzision und Spielwitz unter dem Korb, um die Bramfelder in ernsthafte Bedrängnis bringen zu können. Bezeichnend war, dass Niki Kazemi mit vier Dreiern, also zwölf Punkten, der erfolgreichste Schütze war.

Coach Mohammed Atya ist mit seinem Team nicht zufrieden

Coach Mohammed Atya (64) wirkte unzufrieden: „Die Jungs haben sich häufig nicht an die taktische Marschroute gehalten. Sie sollten den Gegner entschlossen pressen und zu Ballverlusten zwingen. Das ist ihnen zu selten gelungen.“

Eine bittere Pille musste der langjährige Trainer kurz vor dem Anpfiff der Partie schlucken. Atya erfuhr, dass Flügelspieler und Kapitän Andrej Telemann, der im Schnitt für 20 Punkte gut ist, wegen einer Erkrankung nicht auflaufen konnte. Edeljoker Tino Wohltmann war wegen einer Bänderdehnung außer Gefecht, zudem fiel der neue Hoffnungsträger Maksym Maievskyi kurzfristig aus.

Mannschaftskader hat sich im Vergleich zur Vorsaison verjüngt

Schon länger ist bekannt, dass Point Guard Tim Weidemeyer wegen beruflicher Verpflichtungen in der Saison 2022/2023 aussetzt. Lukas Benthien ist zum VfL Stade in die 1. Regionalliga gewechselt, Malte Lotz hält sich für ein Praktikum in Wien auf.

Der stark verjüngte TuRa-Kader, in den nach und nach eine Reihe von U-18-Akteuren integriert werden sollen, gibt trotzdem zu einigen Hoffnungen Anlass. „Zum ersten Mal seit Jahren ist die Mannschaft auf der Auswechselbank mit zwölf Spielern gut besetzt, wir müssen demzufolge nicht mit nur sechs oder sieben Akteuren antreten“, sagte Teammanager Sven Wojtkowiak, „wir sind personell also vernünftig aufgestellt.“

2. Basketball-Regionalliga: TuRa Harksheides Ziel ist der Klassenerhalt

Ebenfalls positiv: Die Trainingsbereitschaft hat spürbar zugenommen. Und: Die für 7,5 Millionen Euro gebaute neue Dreifeldhalle der Stadt Norderstedt, in der zwischenzeitlich aufgetauchte Probleme (Lüftung, Heizung, Elektrik, Anzeigetafel) größtenteils beseitigt worden sind, bietet ausgezeichnete Bedingungen für einen funktionierenden Spielbetrieb.

Ob der neue Teamspirit am Ende zum Klassenerhalt reicht, wird sich zeigen. TuRa strebt ins Tabellen-Mittelfeld der 2. Regionalliga Nord, muss insgesamt 22 Partien absolvieren; es gibt zwei Absteiger.

Die nächste Aufgabe führt die Harksheider am kommenden Sonnabend zu den Weser Baskets in Bremen, die bei ihrer Saisonpremiere den Cuxhaven BasCats beim 102:58 keine Chance ließen. Wie schon in der Vorsaison steigen TuRas Korbjäger zur Anreise in den Mannschaftsbus der Startgemeinschaft Wasserratten Norderstedt, der neun Personen Platz bietet.

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