FUSSBALL

Der nächste Verletzungsschock für Eintracht Norderstedt

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Christopher Herbst
Dylan Williams (27) hat in dieser Regionalligasaison in 14 Einsätzen bereits fünfmal getroffen.

Dylan Williams (27) hat in dieser Regionalligasaison in 14 Einsätzen bereits fünfmal getroffen.

Foto: noveski.com

Dylan Williams, torgefährlicher Mittelfeldmotor des Regionalligisten, fällt mit einer Muskelverletzung bis ins neue Jahr aus.

Norderstedt.  Es grenzt schon, so zynisch es klingen mag, an Realsatire: Bei dem 4:0-Auswärtssieg von Fußball-Regionalligist Eintracht Norderstedt bei Altona 93 gab Philipp Koch nach langer Verletzungspause ein überzeugendes Comeback mit einem Tor und einem Assist – während Evans Nyarko mit muskulären Problemen vom Platz schlich. Und was noch viel gravierender ist, sich aber erst im Nachgang herausstellte: Die Blessur von Dylan Williams, der einen Tritt abbekommen hatte, hat sich als weitaus dramatischer erwiesen, als es zunächst den Anschein hatte. „Wir dachten, es sei nur eine Prellung“, berichtet Trainer Jens Martens.

Die Untersuchung ergab einen Muskelbündelriss

Doch die Schmerzen klangen zu Wochenbeginn nicht ab. Der 27 Jahre alte US-Amerikaner legte sich zur Untersuchung unter das MRT. Die Bilder zeigten ein Loch im Oberschenkel – ein Muskelbündelriss, gleichbedeutend mit einem Ausfall bis ins neue Jahr hinein. „Dylan ist unser torgefährlichster Mittelfeldspieler“, klagt Martens. In der Tat hat Williams in 14 Einsätzen fünfmal getroffen, diese Entwicklung kam für viele im Verein überraschend – er ist damit der zweitbeste Torschütze nach Angreifer Jan Lüneburg (sieben Treffer). So ist es auch gelungen, die Lücke, die Johann von Knebel hinterlassen hat, ein wenig zu schließen. Denn Dylan Williams hat mittlerweile ein Gespür dafür, sich im Strafraum gute Positionen zu suchen für Abschlüsse. Ein Beispiel war zuletzt das Führungstor in Altona, wo er aus zehn Metern per Aufsetzer erfolgreich war.

Williams ist bekanntlich nicht der einzige Ausfall, die erste Elf stellt sich mehr oder weniger von selbst auf. Dafür hat die Eintracht ihre Hausaufgaben bei der Pandemiebekämpfung erledigt – „nach meinem Stand ist die Mannschaft durchgeimpft“, sagt Jens Martens.

Am Sonntag kommt Titelfavorit Flensburg

Im Edmund-Plambeck-Stadion gilt weiterhin das 2G-Modell, nur vollständig Geimpfte oder Covid-Genesene haben Zutritt. An diesem Sonntag (14 Uhr, Edmund-Plambeck-Stadion) kommt der SC Weiche Flensburg an die Ochsenzoller Straße. Der vom früheren Eintracht-Coach Thomas Seeliger trainierte Club ist der nominell wohl am stärksten besetzte der Staffel, der Aufstieg in die 3. Liga ein erklärtes Ziel.

Das Hinspiel an der Förde war allerdings bereits knapp, Weiche führte zur Pause nach starkem Beginn mit 2:0, ehe besagter Dylan Williams verkürzte und Norderstedt durchaus einige Gelegenheiten auf einen Auswärtspunkt hatte. Jens Martens hat Respekt vor dem Gegner. „Deren Spielweise hat sich nicht verändert, die sind extrem abgewichst, haben ein Maß an Cleverness, das wir auch gerne hätten.“

Weiche hat im Landespokal den Finaleinzug verpasst

Unverwundbar ist Flensburg aber beileibe nicht. In der Liga gab es zwei Niederlagen, beide auswärts – eine bei Teutonia 05 (0:1), und die zweite sogar im Edmund-Plambeck-Stadion gegen die U23 des FC St. Pauli (1:2). Noch schmerzhafter: Weiche verlor am vergangenen Sonntag im Landespokal-Halbfinale das Derby gegen Oberligist TSB Flensburg (1:2). „Das war ein Musterbeispiel für ein Pokalaus, bei dem viele Dinge zusammengekommen sind“, so Thomas Seeliger. Ein regendurchnässter Rasen, ein Torwartfehler, Pech im Abschluss und ein strittiges Siegtor des Außenseiters kurz vor dem Abpfiff, bei dem unklar blieb, ob der Ball tatsächlich die Linie überquert hatte.

Ein Saisonziel ist also bereits verpasst. Für das zweite muss Flensburg in Norderstedt punkten. Thomas Seeliger kennt die Eintracht natürlich bestens, hat diverse Spieler noch trainiert. „Norderstedt spielt in jedem Jahr eine gute Rolle. Und wir müssen uns als Mannschaft immer strecken – auch wenn wir als Favorit gesehen werden.“

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