Rettungsschwimmen

DLRG-Mädchen sind die Nummer eins in Deutschland

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Anne Pamperin
Frieda Merettig, Manya Jami, Enne-Lotte Schmidt, Greta Urban und Lina Müller (Mitte v. l.) waren in der Altersklasse 12 nicht zu schlagen.

Frieda Merettig, Manya Jami, Enne-Lotte Schmidt, Greta Urban und Lina Müller (Mitte v. l.) waren in der Altersklasse 12 nicht zu schlagen.

Foto: Steph Dittschar (DLRG) / SDI

Norderstedter AK-12-Mannschaft holt sich bei der DM in Freiburg den Titel und krönt so die überragende Bilanz ihres Vereins.

Norderstedt. Für Sportvereine war und ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Vor allem im Jugendbereich haben die Clubs Mitglieder verloren; monatelang konnten sie dem Nachwuchs keine regelmäßigen Angebote machen. Und das Training fand – wenn überhaupt – nur online statt, sodass sich der eine oder andere eine andere Freizeitbeschäftigung suchte.

Auch die Rettungssportler der DLRG Norderstedt leben nach wie vor mit den Beschränkungen, die die Pandemie mit sich bringt. Immerhin: Seit Juli kann im Schul- und Vereinsbad wieder regelmäßig trainiert werden, allerdings nur unter strengen Hygieneregeln. Sportliche Vergleiche in der Region sind erst seit September wieder möglich.

Nachdem im Jahr 2020 nahezu alle überregionalen Wettkämpfe abgesagt wurden, standen auch 2021 viele Events lange auf der Kippe – unter anderem die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Freiburg. Besonders brenzlig wurde die Situation eine Woche vor dem geplanten Termin, denn in Baden-Württemberg stieg die Zahl der Neuinfektionen rasant an, sodass eine Absage im Raum stand.

Platz zwei in der Clubwertung

Doch die DM fand statt – und die Norderstedter waren bei den Titelkämpfen so erfolgreich wie noch nie in der Vereinsgeschichte. Lina Müller, Frieda Merettig, Greta Urban, Enne-Lotte Schmidt und Manya Jami siegten bei den Mädchen 12. Die Junioren der Altersklasse 15/16 (Mats Ole Buck, Timo Karstens,
Seán Mougoyannis, Ben-Robin Schmidt) gewannen Bronze. Außerdem kamen noch drei vierte Plätze durch Frieda Merettig (AK 12) sowie die Teams der AK 13/14 (Finja Gulben, Kaya Geßner, Katharina Hoffeins, Johanna Ebert) und AK 15/16 weiblich (Lisa Bödding, Liv Vollmann, Greta Grzybowski, Jule Hillienhoff, Isabel Leroy) hinzu.

Dank elf weiterer Top-Ten-Platzierungen landete die DLRG Norderstedt in der Gesamtwertung aller 72 teilnehmenden Vereine auf dem zweiten Platz. Besser war nur die DLRG Halle-Saalekreis aus Sachsen-Anhalt. In der Landesverbandswertung belegte Schleswig-Holstein einen respektablen fünften Rang. Erster wurden die Retter aus Westfalen.

Vier neue Landesrekorde

Dass die tolle Bilanz nicht nur der Tatsache geschuldet ist, dass viele Gliederungen die Fahrt nach Freiburg wegen der Corona-Pandemie vermieden, zeigt ein Blick auf die Leistungen der Norderstedter: So stellte das drittplatzierte Juniorenteam zwei neue Landesrekorde in der Gurtretter- sowie in der Hindernisstaffel auf. Zwei weitere schleswig-holsteinische Bestmarken wurden von den Mädchen der AK 13/14 in der Hindernisstaffel und von Timmy Wang in der Altersklasse 13/14 im 50 Meter Retten einer Puppe geknackt.

Außerdem purzelten zwei Vereinsbestmarken: Lisa Bödding (AK 15/16) verbesserte ihre eigene Topzeit im 100 Meter Lifesaver um zwei Zehntelsekunden auf 1:09,23 Minuten, Seán Mougoyannis (ebenfalls AK 15/16) löste mit 2:27,97 Minuten im 200 Meter Hindernisschwimmen seinen Vereinskameraden Benedikt Saar (2:28,59) an der Spitze des clubinternen AK-15/16-Rankings ab.

Holger Lahn, Vorsitzender der DLRG Norderstedt, freute sich über die vielen guten Resultate. „Ich bedanke mich vor allem bei unseren ehrenamtlich tätigen Übungsleiterinnen und Übungsleitern, die während der Corona-Pandemie mit ihrem Einsatz dafür gesorgt haben, dass immer Kontakt zu den Schwimmern bestand und wir als Verein bei den Rettungssportlern kaum Abgänge zu beklagen haben.“

Perfektes Konzept der Organisatoren

Die Organisatoren vom Bundesverband und der ausrichtenden Gliederung der DLRG Freiburg im Breisgau leisteten vor und während der DM ganze Arbeit, sorgten mit einem perfekt ausgearbeiteten Veranstaltungs- und Hygienekonzept dafür, dass die Titelkämpfe reibungslos über die Bühne gehen konnten. In der Halle befand sich immer nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmern, die vor dem Einlass einen 3G-Nachweis erbringen und bis zum Startblock eine Maske tragen mussten.

Auch der vorgegebene Zeitplan wurde exakt eingehalten, sodass sich alle Aktiven der teilnehmenden 72 Gliederungen voll auf ihre Wettkämpfe konzentrieren konnten.

Feierlichkeiten müssen gestrichen werden

Einziger Wermutstropfen: Wegen der strengen Vorschriften wurde auf jede Art von Feierlichkeiten verzichtet. Ausrechnet das, was die Kinder- und Jugendtreffen der DLRG neben den sportlichen Vergleichen so attraktiv macht, nämlich das gemeinsame Erlebnis in der Schwimmhalle, bei der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung sowie die zahlreichen Aktivitäten außerhalb der Schwimmhalle, musste komplett gestrichen werden.

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