Fussball-Regionalliga

Eintracht Norderstedts Rumpfteam erkämpft ein 4:4

| Lesedauer: 3 Minuten
Frank Best
Elias Saad (Eintracht Norderstedt, r.) bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2 in der 50. Minute.

Elias Saad (Eintracht Norderstedt, r.) bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2 in der 50. Minute.

Foto: noveski.com

Die ersatzgeschwächten Kicker von der Ochsenzoller Straße liefern dem bisherigen Spitzenreiter Holstein Kiel II einen grandiosen Kampf.

Norderstedt.  Die Ausgangslage für die Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt vor dem Auswärtsmatch beim bisherigen Tabellenführer Holstein Kiel II war schlichtweg katas­trophal: Elf Akteure des Mannschaftskaders außer Gefecht, Verletzungen der fest eingeplanten Nils Brüning (Probleme mit der Gesäßmuskulatur), Philipp Müller (Oberschenkelzerrung) und Kangmin Choi (Kniebeschwerden) im Abschlusstraining. Es grenzte fast schon an ein Wunder, das Coach Jens Martens überhaupt ein Team für das Duell in Projensdorf zusammenkratzen konnte.

Nur drei Feldspieler auf der Reservebank

Entsprechend dünn war die Reservebank besetzt: Dort saßen mit Lesley Karschau, Hamajak Bojadgian und dem kurzfristig aus dem U-23-Kreisligateam freigeholten Georges Essake lediglich drei Feldspieler. Doch was das letzte Norderstedter Aufgebot dann im Citti-Fußball-Park ablieferte, versetzte nicht nur den Eintracht-Coach in Erstaunen.

„Eine grandiose Leistung der gesamten Mannschaft, ein absolutes Spektakel“, schwärmte Martens, „die Jungs haben alles rausgehauen, was ging.“ Und die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste hätten mit ein wenig Glück sogar als Sieger vom Platz gehen können. Denn: Der Ausgleichstreffer der Hausherren zum 4:4 in der 81. Minute durch Jannis Voß war irregulär. „Es hätte nicht Eckball für unseren Gegner, sondern Abstoß geben müssen. Das hat Kiels Stürmer Laurynas Kulikas nach dem Schlusspfiff unserem Linksverteidiger Dane Kummerfeld gegegenüber unumwunden zugegeben“, so Jens Martens.

Letzter Treffer der Kieler ist irregulär

Sei’s drum. Zuvor hatte die Eintracht zweimal einen Rückstand aufgeholt und war ihrerseits zweimal durch den starken Elias Saad (50. Minute) und Dylan Williams (75.) in Führung gegangenen. Dass es am Ende trotzdem nicht ganz zur Sensation reichte, lag vor allem daran, dass die Norderstedter Defensive bei den ersten beiden Gegentoren nicht konsequent genug agierte. „Und auch vor dem Traumtor von Michael Stöcker zum 3:3 genau in den Winkel sind wir nicht früh genug herausgetreten, um ihn zu stören. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir wegen unserer großen Personalnot im Mittelfeld phasenweise mit drei gelernten Außenverteidigern gespielt haben.“

Rückstand auf Platz fünf beträgt vier Punkte

Ein kleiner Wermutstropfen aus Sicht der Elf von der Ochsenzoller Straße: Da sich der VfB Lübeck mit 2:0 gegen den Heider SV durchsetzte, ist der Rückstand auf den fünften Tabellenplatz, der nach der ersten Saisonhälfte zur Teilnahme an der Meisterrunde der zehn besten Teams aus der Regionalliga-Nord- und -Südgruppe berechtigt, auf vier Zähler angewachsen. Jens Martens ficht diese Statistik allerdings nicht an: „Wir haben jetzt acht Partien absolviert, zwölf stehen noch aus. Da lässt sich einiges wettmachen. Meine Truppe hat in Kiel wieder einmal bewiesen, dass sie trotz aller Widrigkeiten mit jedem Gegner mithalten kann. Das macht Mut für die kommenden Aufgaben.“

Nächster Kontrahent von Eintracht Norderstedt ist am Sonntag, 3. Oktober, der neue Spitzenreiter FC Teutonia 05. Anpfiff im Edmund-Plambeck-Stadion: 14 Uhr.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport