Rabenschwarzer Spieltag

Bittere Niederlagen in der Handball-Oberliga

| Lesedauer: 3 Minuten
Frank Best
Finn Ole Maciejewski (HT Norderstedt) erzielte zwei Tore beim 21:30 gegen den THW Kiel II.

Finn Ole Maciejewski (HT Norderstedt) erzielte zwei Tore beim 21:30 gegen den THW Kiel II.

Foto: Thomas Maibom

Männer des HT Norderstedt unterliegen zu Hause der zweiten Mannschaft des THW Kiel, HTN-Frauen verlieren bei der HSG Bergedorf/VM.

Norderstedt.  Einerseits war die erste Heimpartie der Oberliga-Handballer des HT Norderstedt nach der langen Corona-Pause ein Grund zur Freude. „Es war schön, endlich mal wieder vor unseren Fans auflaufen zu können“, sagte Trainer Florian Deppe, „und die 180 Zuschauer haben für eine gute Stimmung gesorgt.“ Andererseits erwies sich Gegner THW Kiel II als Spielverderber und zeigte Aufsteiger HTN mit einem souveränen 30:21 (15:9)-Erfolg dessen Grenzen auf.

Coach Deppe wurde bei der Ursachensuche schnell fündig: „Einige Sachen klappen bei uns noch nicht, wir nehmen uns zu viele schlechte Wurfchancen, es wird gehadert. Die Jungs wissen ganz genau, dass sie noch längst nicht an ihrem Leistungslimit spielen.“

Weit vom Leistungslimit entfernt

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass die Kieler wie auch der erste Gegner des HT Norderstedt, der TSV Kronshagen, zu den stärksten Teams der Gruppe A gehören. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich beide Mannschaften für die Meisterrunde qualifizieren. „Wir müssen unsere Punkte gegen andere Clubs holen“, sagte Florian Deppe. Zum Beispiel am kommenden Sonntag auswärts gegen die HSG Tarp/Wanderup.

Bernd Haarbrücker, der Trainer der Oberliga-Frauen des HT Norderstedt, stellte sich noch Stunden nach der 20:26 (14:11)-Niederlage bei der HSG Bergedorf/Vier- und Marschlande immer wieder ein und dieselbe Frage: Wie konnte das bloß passieren?

Unerklärlicher Leistungseinbruch

Bis zur 37. Minute war für das HTN alles nach Plan gelaufen: Svenja Eckert brachte die Gäste per Siebenmeter mit 18:14 in Führung. „Doch dann hat irgendjemand den Stecker gezogen. Ich weiß nicht, was da los was. Bei uns klappte gar nichts mehr, so etwas habe ich in dieser Form noch nie erlebt. Meine Truppe hat auf einmal ihre Chancen nicht mehr genutzt und technische Fehler gemacht, die zuvor schwache Bergedorfer Torhüter hat sich enorm gesteigert und plötzlich jeden Ball gehalten.“

Die Gastgeberinnen bekamen Oberwasser und zogen mit einem furiosen 11:1-Lauf uneinholbar davon. Haarbrücker: „Diese Niederlage ist ganz bitter, weil am Saisonende bis zu sechs Mannschaften die Oberliga verlassen müssen. Deshalb wollen wir nach der ersten Saisonhälfte auf keinen Fall in die Abstiegsrunde rutschen und müssen mindestens Tabellenvierter in unserer Staffel werden.“

Oberliga HH/SH, Männer, Gruppe A: HT Norderstedt – THW Kiel II 21:30 (9:15). Tore des HTN: Finn Ole Maciejewski (4), Felix Henka (4/davon 1 Siebenmeter), Lasse Kohnagel, Eike-Christian Wertz (je 3), Christopher Pöhls, Ole Werner, Tim Gottschalk (alle 2), Julian Uwiss (1).

Frauen, Gruppe A: HSG Bergedorf/Vier- und Marschlande – HT Norderstedt 26:20 (11:14). Tore des HTN: Svenja Eckert (7/5), Mareike Schulz (6), Katharina Backenberg (3), Eyleen Berg (2), Lynn Rademann, Jenni Bindseil (je 1).

Gruppe B: FC St. Pauli – SG Todesfelde/Leezen 30:23 (15:12). Tore der SG: Leonie Wulf (7), Ann Christin Rütz, Janne Hübner (je 4), Anni Knutzen (4/2), Lara Hildebrandt (2), Frederikke Buhl Lærke (2/1).

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport