Fussball-Regionalliga

Eintracht Norderstedt beendet Ergebniskrise

| Lesedauer: 4 Minuten
Frank Best
Das 2:2 im Wolfgang-Meyer-Stadion: Philipp Müller (Eintracht Norderstedt, M.) zieht ab, Bryan Hein (l.) und Valon Zumberi  haben das Nachsehen.

Das 2:2 im Wolfgang-Meyer-Stadion: Philipp Müller (Eintracht Norderstedt, M.) zieht ab, Bryan Hein (l.) und Valon Zumberi haben das Nachsehen.

Foto: Thomas Maibom

Mit dem 3:2 beim Hamburger SV II macht das Team von Trainer Jens Martens im Kampf um einen Platz in der Meisterrunde Boden wett.

Hamburg. Als Schiedsrichter Bela Bendowski (Lübeck) fünf Minuten Nachspielzeit signalisierte, schoss der Blutdruck von Jens Martens, dem Trainer der Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt, noch einmal in die Höhe. Zu diesem Zeitpunkt lag seine Mannschaft im Nachbarschaftsduell beim Hamburger SV II mit 3:2 in Führung. Der erste Auswärtserfolg der Saison 2021/2022 war zum Greifen nah, aber längst noch nicht perfekt. Und die Gastgeber drängten in der Schlussphase mit dem Mut der Verzweiflung auf den Ausgleichstreffer.

Der erste „Dreier“ seit dem 13. August

Dann endlich, nachdem Martens an der Seitenlinie mit weit ausgebreiteten Armen und unüberhörbaren „Schluss! Schluss!“-Rufen den Abpfiff der Begegnung gefordert hatte, war es geschafft, der erste „Dreier“ seit dem 13. August (4:0 gegen den 1. FC Phönix Lübeck) in trockenen Tüchern.

„Wir sind superglücklich, das ist ein ganz, ganz wichtiger Sieg für uns. Meinen Jungs war in den vergangenen Wochen nach zahlreichen individuellen Fehlern und drei schwachen ersten Halbzeiten gegen die SV Drochtersen/Assel, den SC Weiche Flensburg 08 und den VfB Lübeck das Selbstverständnis des Fußballspielens abhandengekommen.“

Mann des Spiels: Eintracht-Neuzugang Philipp Müller

Als Mann des Tages im Wolfgang-Meyer-Stadion an der Hagenbeckstraße entpuppte sich ein Akteur, der nach seinem Wechsel von Viktoria Berlin zu Eintracht Norderstedt das Pech gepachtet hatte. Das Trainingslager mit seinem neuen Team musste Philipp Müller (26) wegen einer Lebensmittelvergiftung absagen, im Auftakt-Punktspiel zog er sich eine Verletzung der Oberschenkelmuskulatur zu – vier Wochen Zwangspause.

Doch nun schlug seine große Stunde. Müller, der von 2014 bis 2016 für den HSV II kickte und nach der ersten Halbzeit Rico Bork ersetzte, belebte die Offensive und drehte mit seinen beiden Toren in der 65. und 68. Minute die Partie. „Es ist natürlich richtig schön, gegen seinen Ex-Club zweimal zu treffen. Es ist uns gelungen, den Bock umzustoßen. So kann es am kommenden Sonntag beim Tabellenführer Holstein Kiel II weitergehen“, sagte der Matchwinner.

Jetzt geht’s zum Spitzenreiter Holstein Kiel II

Jens Martens freute sich sehr darüber, dass sein Joker in der zweiten Halbzeit wie erhofft stach. „Manchmal manchen Trainer alles verkehrt, manchmal aber auch was richtig“, sagte er süffisant, „Ein Einsatz über 90 Minuten wäre noch zu früh gekommen. Philipp ist ein richtig guter Fußballer, jetzt müssen wir ihn nur noch hundertprozentig fit kriegen.“

Was dem ihm überhaupt nicht gefiel, waren die beiden Gegentore durch Robin Velasco (16.) und Jonah Fabisch (50.). „Aber meine Mannschaft hat zweimal einen Rückstand aufgeholt. Und für das, was sie insbesondere nach dem 1:2 gezeigt hat, gebührt ihr allerhöchster Respekt“, so Martens.

Die Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel kam für ihn nicht sonderlich überraschend. „Das Team hat vor dem Derby einen richtig starke Trainingswoche hingelegt. Und wir hatten zwar eine Ergebnis- und Punktekrise, aber keine Könnenskrise.“

FC Teutonia 05 leistet Schützenhilfe

Gewissermaßen abgerundet wurde der Spieltag für die Eintracht durch den 1:0-Erfolg des FC Teutonia 05 in letzter Minute beim VfB Lübeck. Dadurch ist der Rückstand der Norderstedter auf den fünften Tabellenplatz, der nach der ersten Saisonhälfte zur Teilnahme an der Regionalliga-Meisterrunde berechtigt, bis auf einen Zähler zusammengeschmolzen.

Fußball-Regionalliga Nord, Gruppe Nord: Hamburger SV II – Eintracht Norderstedt 2:3 (1:1). – Zuschauer 170. – Schiedsrichter: Bela Bendowski (Lübeck). – Tore: 1:0 Robin Velasco (16. Minute), 1:1 Jan Lüneburg (34.), 2:1 Jonah Fabisch (50.), 2:2, 2:3 Philipp Müller (65./68.). – Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Marxen, Nuxoll, Grau, Kummerfeld (81. Hölscher) – Behounek, Bork (46. Müller) – Saad (78. Nyarko), Williams, Brüning (81. Choi) – Lüneburg.

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