Fussball-Regionalliga

Gelingt der Eintracht im Derby die Trendwende?

| Lesedauer: 3 Minuten
Frank Best
Die Fußballer von Eintracht Norderstedt sind im bisherigen Saisonverlauf hinter den Erwartungen zurückgeblieben – demzufolge ist jetzt die Motivationskunst von Trainer Jens Martens gefragt.

Die Fußballer von Eintracht Norderstedt sind im bisherigen Saisonverlauf hinter den Erwartungen zurückgeblieben – demzufolge ist jetzt die Motivationskunst von Trainer Jens Martens gefragt.

Foto: Thomas Maibom

Norderstedts schwächelnde Kicker stehen am Sonnabend im reizvollen Nachbarschaftsduell beim Hamburger SV II unter Erfolgsdruck.

Norderstedt. So richtig Freude kommt bei den Regionalliga-Fußballern von Eintracht Norderstedt in diesen Tagen nicht auf, wenn sie sich die Tabelle anschauen. Rang neun in der Elfer-Staffel, nur fünf Punkte nach sechs absolvierten Partien, vier Zähler Rückstand auf Rang fünf, der nach der ersten Saisonhälfte zur Teilnahme an der Meisterrunde der jeweils fünf besten Mannschaften aus der Nord- und Südstaffel berechtigt – und die ist das vorgegebene Ziel für die Spielzeit 2021/2022.

Die Anfangseuphorie ist verfolgen

Die Euphorie, die sich nach dem furiosen 4:0-Auftakterfolg gegen den 1. FC Phönix Lübeck unter den Zuschauern und möglicherweise auch einigen Spielern breitgemacht hatte, ist mittlerweile komplett verflogen. Stattdessen dominieren an der Ochsenoller Straße angesichts unbefriedigender Ergebnisse und einer Vielzahl von individuellen Fehlern Frust und Verunsicherung.

Dass die Truppe von Trainer Jens Martens zurzeit nicht vor Selbstvertrauen strotzt, wurde zuletzt bei der 1:2-Niederlage im Edmund-Plambeck-Stadion gegen Drittliga-Absteiger VfB Lübeck deutlich. Nach noch nicht einmal sechs Minuten lagen die Hansestädter mit zwei Treffern vorn, beide Tore wurden durch die in der Anfangsphase schlafmützige Norderstedter Abwehr begünstigt. Dass sie es viel besser können, bewiesen die Eintracht-Kicker bis zum Schlusspfiff – doch am Ende standen sie eben doch mit leeren Händen da.

Zwei Partien haben Spuren hinterlassen

„Mein Trainerteam und ich haben mit den Jungs gesprochen, wie sie die aktuelle Situation wahrnehmen und wo sie die Ursachen für ihre schwankenden Leistungen sehen“, sagt Coach Martens. Dabei wurde deutlich: Vor allem das 2:2-Unentschieden gegen den FC St. Pauli II, als ein 2:0-Vorsprung zwischen der83. und 85. Minute in die Binsen ging, und das enttäuschende 1:1 gegen Altona 93 haben Spuren hinterlassen.

„Erschwerend kommen dann noch die drei schwachen ersten Halbzeiten bei der SV Drochtersen/Assel, der
SC Weiche Flensburg 08 und gegen Lübeck hinzu“, ergänzt der Fußballlehrer, „außerdem macht sich negativ bemerkbar, dass wir wegen der Corona-Pandemie nur ein abgespecktes Saison-Vorbereitungsprogramm absolvieren konnten. Einige Akteure wissen, dass sie körperlich erhebliche Defizite haben. Das alles hat sich in den Köpfen festgesetzt.“

Das beste Rezept, um Abhilfe zu schaffen, sind: Siege! Am besten schon am Sonnabend, im immer wieder reizvollen Nachbarschaftsduell beim Hamburger SV II. Und es stellt sich die Frage: Gelingt der Eintracht im Derby die Trendwende?

Philipp Müller könnte sein Comeback feiern

„Wir müssen den Bock umstoßen. Und zwar möglich schnell“, sagt Jens Martens. Dabei mithelfen könnte ein Mann, dem seit seinem Wechsel von Viktoria Berlin zu Eintracht Norderstedt das Pech förmlich an den Fußballschuhen klebt: Mittelfeldspieler Philipp Müller verpasste wegen einer Lebensmittelvergiftung zunächst das Trainingslager mit seinem neuen Team. Und als er endlich in Schwung kam, streikte in der Partie gegen Phönix Lübeck die Oberschenkelmuskulatur.

Seitdem musste Müller wegen einer schweren Zerrung zuschauen; doch nun ist er endlich fit. „Philipp hat die ganze Woche über schmerzfrei trainiert und steht gegen den HSV II auf jeden Fall im Kader“, so Martens. Für einen Einsatz über 90 Minuten dürfte es allerdings noch nicht reichen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport