TuRa Harksheide

Die Schachsparte hat gleich zwei Gründe zum Jubeln

| Lesedauer: 3 Minuten
Anne Pamperin
TuRa Harksheides Schachabteilung bekam das Grüne Band der Commerzbank und 5000 Euro für vorbildliche Talentförderung überreicht. Von links: Vanessa Foos, Michelle Chen, Uta-Christiane Christensen (Commerzbank), Inken Köhler, Alfred Parvanyan, Eberhard Schabel, Philipp Guo. Vorne von links: Jacob Guo, Malte Ibs (ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Schachjugend).

TuRa Harksheides Schachabteilung bekam das Grüne Band der Commerzbank und 5000 Euro für vorbildliche Talentförderung überreicht. Von links: Vanessa Foos, Michelle Chen, Uta-Christiane Christensen (Commerzbank), Inken Köhler, Alfred Parvanyan, Eberhard Schabel, Philipp Guo. Vorne von links: Jacob Guo, Malte Ibs (ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Schachjugend).

Foto: Anne Pamperin

Das Damenteam schafft den Bundesliga-Klassenerhalt – und die Abteilung wird für ihre vorbildliche Talentförderung ausgezeichnet.

Norderstedt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die Schachspielerinnen des TuRa Harksheide gern mit der Planung von Zügen befassen. Schließlich gehören die Denksportlerinnen des größten Norderstedter Sportvereins seit Jahren zur nationalen Spitze, treten als Team in der Frauen-Bundesliga an.

Im dritten Anlauf – zweimal musste der Termin wegen der Corona-Pandemie verschoben werden – fand nach 18 Monaten Gesamtspieldauer das Erstliga-Finale der Saison 2019/2020 in Baden-Baden statt. Die Harksheiderinnen standen vor der dreitägigen Veranstaltung auf Platz sechs und waren guter Dinge, den Klassenerhalt, zu schaffen.

Lokführerstreik gefährdet Hin- und Rückreise

Die größte Herausforderung waren aber nicht etwa die Züge auf den Schachbrettern, sondern die auf den Bahngleisen. Durch den Lokführerstreik standen Hin- und Rückreise ins rund 700 Kilometer entfernte Baden-Baden auf der Kippe. Hinzu kam, dass TuRa große Personalsorgen hatte und nur fünf statt sechs Spielerinnen aufbieten konnte. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz – mit Ersatzzügen und viel Geduld – kamen die von Eberhard Schabel betreuten Spielerinnen in Baden-Baden an und konnte ihre drei Partien absolvieren.

Gegen den Hamburger SK kassierten Julia Antolak, Carina Brandt, Nathalie Wächter, Inken Köhler und Maria Gosciniak eine knappe 2,5:3,5-Niederlage. Auch gegen die favorisierten Gastgeberinnen war für TuRa nichts zu holen, es gab eine 0,5:5,5-Klatsche. Ein Remis gelang lediglich Julia Antolak, die damit auch die Norm einer WGM (Damen-Großmeisterin) erfüllte.

Siebter Tabellenplatz reicht

Im letzten Wettkampf ging es gegen Absteiger Karlsruher SK. Hier schafften die Harksheiderinnen immerhin ein 3:3-Unentschieden. Am Ende landete TuRa auch dank der schwächelnden Konkurrenz auf dem siebten Rang und freute sich über den Verbleib in der nationalen Eliteliga. Für die Heimfahrt fand sich zudem ein Ersatzzug, der das Team trotz des Bahnstreiks verspätet, aber immerhin noch am selben Tag zurück nach Norderstedt brachte.

Große Freude herrscht im Verein aber nicht nur wegen des Klassenerhalts. Schon im Oktober 2020 wurde die Schachabteilung mit dem Grünen Band der Commerzbank für vorbildliche Talentförderung ausgezeichnet. Die offizielle Preisverleihung musste wegen Corona allerdings auf 2021 verschoben werden. Überreicht wurde der symbolische Scheck im Wert von 5000 Euro von Commerzbank-Filialdirektorin Uta-Christiane Christensen.

5000 Euro von der Commerzbank

„Das Geld ist schon länger auf unserem Konto, wir haben es aber bisher lediglich zur Zwischenfinanzierung unserer Reisen verwendet, zum Beispiel für die Fahrt nach Baden-Baden. Denn Zuschüsse gibt es ja erst hinterher“, sagte Spartenleiter Eberhard Schabel, der den feierlichen Rahmen nutzte, um einigen Talenten nachträglich ihren Preis der ausgefallen Sportlerehrung der Stadt Norderstedt zu überreichen.

Ausgezeichnet für ihre herausragenden Leistungen im Jahr 2019 wurden Vanessa Foos, Jacob und Philipp Guo, Alfred und Ashot Parvanyan, Inken Köhler, Michelle Chen und Eberhard Schabel als Übungsleiter.

Das Grüne Band der Commerzbank – früher das Grüne Band der Sympathie der Dresdner Bank – wird seit 1986 verliehen. Das Ziel des Wettbewerbs ist, die nachhaltige und kontinuierliche Jugendförderung in den Sportvereinen zu unterstützen.

2020 wurden 50 Clubs ausgezeichnet, TuRa war der einzige Vertreter aus Schleswig-Holstein. 2021 wurde kein Kandidat aus dem nördlichstem Bundesland berücksichtigt.

Bewerbungen für das kommende Jahr sind bis März 2022 möglich. Entscheidend für die Nominierung sind aber nicht nur die sportlichen Erfolge, sondern auch das Engagement und ein nachhaltiges Förderungskonzept. Weitere Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen gibt es im Internet.

www.dasgrueneband.com

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