Frauenfussball

SV Henstedt-Ulzburg zahlt auswärts erneut Lehrgeld

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Frank Best
Sophie Profé erzielte in der 89. Minute nach Vorarbeit von Indra Hahn den Ehrentreffer für Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg.

Sophie Profé erzielte in der 89. Minute nach Vorarbeit von Indra Hahn den Ehrentreffer für Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg.

Foto: Thomas Maibom

Der Zweitliga-Aufsteiger unterliegt der spielerisch und körperlich überlegenen zweiten Mannschaft von Eintracht Frankfurt mit 1:6.

Henstedt-Ulzburg.  Christian Jürss, Trainer der Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg, macht sich keine Illusionen. Seine Einschätzung nach drei Spieltagen in der eingleisigen 2. Bundesliga: „Wir können in dieser Klasse nur punkten, wenn wir einen richtig guten Tag erwischen.“ So wie Ende August beim 3:1-Heimerfolg gegen den FC Bayern München II.

In der Auswärtspartie bei Eintracht Frankfurt II hatte der SVHU, für den in der Regionalliga Nord das Gewinnen noch an der Tagesordnung war, keinen guten Tag – was sich prompt im Endergebnis niederschlug. Als Schiedsrichterin Selina Menzel (FC 21 Karlsruhe) das Match abpfiff, stand ein 1:6 (0:2) zu Buche; nach dem 1:4 bei der U 20 der TSG Hoffenheim die zweite deutliche Auswärtsschlappe.

SVHU macht noch zu viele Fehler

Der Coach wollte die Niederlage weder dramatisieren, noch redete er sie schön. „Der Sieg für Frankfurt ist verdient, das ist eine spielerisch und körperlich starke Mannschaft. Gegen solche Teams stoßen wir an unsere Grenzen, da geht es manchmal ein wenig zu schnell für uns. Aber das ist ja auch kein Wunder, wenn man auf einen Gegner mit 18 Vertragsspielerinnen trifft, von denen einige sogar schon in einer der U-Nationalmannschaften aufgelaufen sind.“

Das unterschiedliche Leistungsniveau wurde gleich zu Beginn der Partie deutlich. „Wir sind schlecht in die Zweikämpfe gekommen, waren nicht energisch genug bei der Sache“, bemängelte Christian Jürss.

Die Folge: Saskia Matheis profitierte von einem unnötigen Ballverlust des SVHU im zentralen Mittelfeld und brachte die Gastgeberinnen schon in der 7. Minute in Führung. Ärgerlich: Das fünfte Tor der der Hessinnen durch Loreen Bender (75.) war in seiner Entstehung fast eine Kopie des ersten Treffers.

„Wir haben uns einige Fehler zu viel geleistet – und das wird in der 2. Bundesliga gnadenlos bestraft“, so Jürss. Immerhin: Vor allem in der ersten Halbzeit hatten die auf Konter lauernden Hen­stedt-Ulzburgerinnen auch einige gute Szenen. „Wir waren gar nicht mal so viel schwächer als die Eintracht“, sagte der Trainer. Hochkarätige Möglichkeiten gab es dennoch nicht, weil dem Underdog in vorderster Linie Entschlossenheit und Durchschlagskraft fehlten.

Kein anderes Team muss so weit reisen wie der SVHU

Gewöhnungsbedürftig ist aber nicht nur die Qualität der Gegner, sondern auch der erhebliche größere Zeitaufwand an den Punktspielwochenenden als noch in der Regionalliga Nord. Der Grund: Mit dem SV Meppen und der zweiten Crew des VfL Wolfsburg gibt es in der 14er-Staffel neben dem SVHU nur noch zwei weitere Nordclubs. „Kein anderes Team muss zu den Auswärtspartien regelmäßig so weit reisen wie wie wir. Diesmal waren wir auf dem Hinweg achteinhalb Stunden unterwegs. Das ist nicht zu unterschätzen, das muss man erst einmal wegstecken.“

Ihr nächstes Zweitliga-Match darf der SV Henstedt-Ulzburg allerdings frisch und ausgeruht vor heimischem Publikum bestreiten. Ob und wie positiv sich dies auswirken wird, bleibt indes abzuwarten. Denn: Der nächste Kontrahent könnte noch einen Tick stärker sein als die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt.

Nächster Punkspielgegner: Tabellenführer SV Meppen

Am Sonntag, 12. August kommt es auf dem Sportplatz am Schäferkampsweg zum Duell mit Tabellenführer SV Meppen. Anstoß ist um 14 Uhr. Doch Bangemachen gilt nicht. Und vielleicht wächst der Underdog dann ja erneut über sich hinaus – wie schon gegen den FC Bayern München II...

2. Frauenfußball-Bundesliga: Eintracht Frankfurt II – SV Henstedt-Ulzburg 6:1 (2:0). Tore: 1:0, 2:0 Saskia Matheis (7./41.), 3:0 Jonna Brengel (49.), 4:0, 5:0 Loreen Bender (65./75.), 6:0 Sarina Fendrich (78.), 6:1 Sophie Profé (88.). – SVHU: Schippmann – Ehlers (60. Pavelec), Fuß, Hilmer, Ehrig (76. Knobloch) – Nagorny (46. Lux), Marquardt (69. Gräßler), Schulz – Homp (69. Schneider), Hahn.

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