Nach coronabedingter Pause

Der Norderstedter Tribühne-Triathlon ist zurück

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Anne Pamperin
Jörg Rother (54) und seine Tochter Antonia (24) starteten über die olympische Distanz.

Jörg Rother (54) und seine Tochter Antonia (24) starteten über die olympische Distanz.

Foto: Anne Pamperin

Die 14. Auflage musste noch in abgespeckter Form stattfinden. Für 2022 hoffen alle Beteiligten auf pandemiefreie Bedingungen.

Norderstedt. Als Antonia Rother beim 14. TriBühne-Triathlon im Norderstedter Stadtpark die Ziellinie überquerte, strahlte sie über das ganze Gesicht. Kein Wunder, denn die 24 Jahre alte Henstedt-Ulzburgerin hatte gerade ihren ersten sportlichen Dreikampf erfolgreich hinter sich gebracht.

Für ihre Premiere hatte sich die Lehramtsstudentin aber nicht etwa den Wettbewerb über die Jedermann- oder auch Volksdistanz (500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5000 Meter Laufen), sondern gleich die anspruchsvollere olympische Distanz ausgesucht. Zu bewältigen waren 1500 Meter im Stadtparksee, 40 Kilometer mit dem Rad auf der gesperrten Schleswig-Holstein-Straße und anschließend noch ein Lauf über 10 Kilometer.

Familieninternes Duell zwischen Vater und Tochter

Vor allem letzteres schien ihr überhaupt nicht schwerzufallen, in jeder der vier Runden lächelte sie und spulte einen Kilometer nach dem anderen mühelos herunter. „Das Laufen ist halt meine Stärke“, sagte Antonia Rother im Ziel. Mit ihrer Gesamtzeit von 2:48,24 Stunden belegte die einstige Springreiterin einen hervorragenden achten Platz in der Gesamtwertung aller Frauen. Ihre Laufzeit von 49 Minuten war sogar die fünftschnellste aller Teilnehmerinnen.

Nur wenige Minuten später, nach 2:54,02 Stunden, kam Antonias Vater Jörg ins Ziel. Der 54-Jährige war ebenfalls über die olympische Distanz gestartet, hatte aber wesentlich mehr zu kämpfen. „Vor allem die letzte Laufrunde war grenzwertig. Das war schon hart“, sagte Rother, der schon zweimal die Langdistanz, den Ironman, geschafft hat – zuletzt vor acht Jahren.

Die Idee zu dem familieninternen Duell im Norderstedter Stadtpark hatte seine Tochter. Und es soll nicht das letzte gemeinsame Triathlon-Erlebnis des Duos bleiben. „2023 wollen wir beide einen Ironman absolvieren. Im kommenden Jahr steht aber erst einmal die Mitteldistanz an“, sagte Jörg Rother.

Eine Sportart für jedes Alter

Dass Triathlon eine Sportart für jedes Alter ist, bewiesen unter anderem die jüngsten Starterinnen und Starter der Schüler-C-Klasse. Die Sieben- bis Neunjährigen mussten 100 Meter Schwimmen, 2500 Meter Radfahren, 400 Meter Laufen und schenkten sich dabei nichts.

Während die Youngster verbissen um jeden Meter kämpften und vor dem Ziel sogar noch um die Wette sprinteten, ging der 87 Jahre alte Alfred Hintzmann in moderatem Tempo zur Sache. Der frühere Berufsfeuerwehrmann benötigte für seinen Volkstriathlon 2:49 Stunden und kam als letzter Teilnehmer überhaupt ins Ziel.

„Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe“, sagte der Senior und dachte kurze Zeit später schon an seinen nächsten Wettkampf. „Ich habe mich für den Hamburger Triathlon am 18. September angemeldet. Hoffentlich ist das Wasser dann nicht so kalt.“ Warum er trotz seines fortgeschrittenen Alters immer noch topfit ist? „Stets in Bewegung bleiben, jeden Morgen eine Scheibe Vollkornbrot und viel Obst essen.“

„Es war eine tolle Veranstaltung“

Die 14. Auflage des von der Startgemeinschaft Wasserratten veranstalteten TriBühne-Triathlons stand – wie alle anderen Veranstaltungen der Norderstedter Sportwoche – im Zeichen der Corona-Pandemie. Zuschauer durften nicht auf das abgesperrte Triathlon-Gelände, zugelassen waren nur einige Betreuer und Eltern. Organisatorin Dagmar Buschbeck war dennoch hochzufrieden. „Es war eine tolle Veranstaltung, alles hat sehr gut geklappt. Und die Sportlerinnen und Sportler waren froh, dass sie endlich wieder einen Wettkampf bestreiten konnten.“

465 Aktive starteten in den Jedermann-Wettbewerben, 200 Triathleten absolvierten die Sprintdistanz in den Landes- und Verbandsligen Hamburg und Schleswig-Holstein. Mit den Norderstedter Stadtwerken, dem Arriba-Erlebnisbad, der TriBühne, der Haspa, Vitalwelten, Heikotel, Hamburg Airport, Magnus, Isostar, den Firmen Kluth und Specialized unterstützen diverse Partner und Sponsoren die Veranstaltung. Nun freuen sich alle Beteiligten auf das kommende Jahr und den 15. TriBühne-Triathlon – dann hoffentlich wieder im gewohnten Umfang...

Die Siegerliste

Schülerinnen C (100 Meter Schwimmen/2,5 Kilometer Radfahren/0,4 Kilometer Laufen):
1. Moana Lehne (Walddörfer SV) 13:48 Minuten; 2. Tarja Säring (VfL Oldesloe) 15:05; 3. Emily Hoyer (SG Wasserratten) 16:02. Schüler C: 1. Cornelius Petermann (VAF Kids) 13:19; 2. Konrad Hinsch (Hamburger SC) 13:24; 3. Leonard Wahl (FC St. Pauli). Schülerinnen B (200/5/1): 1. Beke Tesche (TG triZack Rostock) 22:01;
2. Sofie Sandau (TriSport Holstein) 22:09; 3. Eve Flohr (SG Wasserratten) 22:11. Schüler B: Martin Gatzka (HNT) 22:13; 2. Len Elsenbach (TSV Bargteheide) 22:25; 3. Niklas Döhlemeyer (TSV Bargteheide) 22:30. Schülerinnen A (400, 10, 2,5): 1. Bette Schwarz (TriSport Holstein) 45:40; 2. Sarah Sandau (TriSport Holstein) 45:40; 3. Amy Louisa Rehbein (USC Kiel) 48:13. Schüler A: 1. Lasse Reusch (TriSport Lübeck) 42:43; 2. Adrian Hügelmann (TriTeam NMS) 43:22; 3. Jaron Kollmeier (TriSport Lübeck) 44:22. Jugend B weiblich (400/10/2,5): 1. Andrea Sandau (TriSport Holstein) 43:48; 2. Carlotta Taube (TriSport Lübeck) 44:51; 3. Emmely Schwarz (Tri Michels HH) 45:59. Männlich: 1. Felix Mayer (USC Kiel) 39:41; 2. Justus Quast (HNT) 45:17; 3. Bela Bombosch (RSC Lüneburg) 45:55; Jugend A weiblich (500/20/5): 1. Johanna Buroh (Triabolos HH) 1:12,39 Std.; 2. Maya Rosentreter (Hamburger SC) 1:24,13; 3. Marie Kustrung (FC St. Pauli) 1:24,38. Männlich: 1. Till Becker (USC Kiel) 1:03,26; 2. Mattes Lassen (SG Athletico Büdelsdorf) 1:03,56; 3. Bjarne Haberkorn (SC Itzehoe) 1:11,31. Juniorinnen: 1. Sofie Wilde (Hamburg) 1:25,57; 2. Nike Möck (Bad Bramstedt) 1:37,04; 3. Greta Kwiatkowski (Sportprofil GO) 1:39,14. Junioren: 1. Max Lou Kerth (Hannover 96) 1:00,52; 2. Bjarne Schewe (TriSport Lübeck) 1:06,40; 3. Timo Tiedeke (Hamburg) 1:11,02. Volkstriathlon, Frauen: 1. Lina Gerlach (DSW Darmstedt) 1:08,59; 2. Sarah Dohse (USC Kiel) 1:11,00; 3. Kerstin Schmidt (Kiel) 1:14,19. Männer: 1. Leif Johannsen (SH Netz) 0:59,20; 2. Nicholas Wiebe (Tri­Team HH) 1:03,29; 3. Ralf Bick (tri-fun Güstrow) 1:03,55. Olympische Distanz, Frauen (1500/40/10): 1. Ninja Volz (Triabolos HH) 2:34,25; 2. Mareike Obermann (Oststeinbek) 2:36,51; 3. Silke Spaeing (Athletico Barcadi) 2:37,01. Männer: 1. Pascal Buck (SG Athletico Büdelsdorf) 2:02,52; 2. Maik Sobiech (Triabolos Hamburg) 2:06,49; 3. André Stübs (TriTeam HH) 2:08,59.

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