Berühmter Namenspate

Nico-Jan Hoogmas Rückkehr nach Kaltenkirchen

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Christopher Herbst
Hoogma (52) spielte von 1998 bis 2004 beim Hamburger SV - zu dieser Zeit wohnte er mit seiner Familie in Kaltenkirchen.

Hoogma (52) spielte von 1998 bis 2004 beim Hamburger SV - zu dieser Zeit wohnte er mit seiner Familie in Kaltenkirchen.

Foto: Christopher Herbst

Früherer HSV-Kapitän und heutiger Sportdirektor des niederländischen Fußballverbandes besucht die Leibniz-Privatschule zur Sporthallen-Eröffnung.

Kaltenkirchen.  Wenn Fußballer unter sich ist, dann gehört auch ein Spruch mal dazu. „Nico, was hast du denen denn gezahlt, dass dein Name hier an der Halle steht?“, scherzte Horst Hrubesch in Richtung von Nico-Jan Hoogma beim gemeinsamen Besuch der Leibniz-Schule in Kaltenkirchen. Zwei große Namen des Hamburger SV, der eine Europapokalsieger und dreifacher Deutscher Meister, der andere von 1998 bis 2004 Abwehrchef bei den Hanseaten, darunter drei Jahre als Kapitän. Und mit privaten Verbindungen nach Kaltenkirchen, wo er zu dieser Zeit mit seiner Familie lebte.

Daran erinnerte sich Egon Boesten, Leiter der Schule, die eine private Bildungseinrichtung ist, als es um die Namensgebung der neuen Sporthalle ging, die zudem 20 Klassen- und Fachräume hat. Für die stetig wachsende Schule mit heute rund 700 Kindern und Jugendlichen – etwa doppelt so viel wie bei der Eröffnung des Standortes 2017, die Nachfrage ist hoch – ist das ein erheblicher Fortschritt. Boesten schrieb an Hoogma, mittlerweile Sportdirektor des niederländischen Fußballverbandes, fragte ganz offen, ob er sich vorstellen könne, Pate des Baus zu werden – so wie Michael Stich bei der Leibniz-Halle in Elmshorn. „Ich bin sehr stolz. Darüber brauchte ich keine Sekunde nachzudenken. Ich habe mit meiner Familie hier super gelebt, wir haben hier Freundschaften aufgebaut. Kaltenkirchen ist in unseren Herzen“, sagte der 52-Jährige, der „ein bisschen emotional“ wurde beim Anblick der Schule.

Boesten, der früher als Sportredakteur arbeitete, nutzte den Anlass, um gleich einen kleinen Fußball-Talk zu arrangieren. Hrubesch als Nachwuchsdirektor des HSV und dazu Jens Martens, Trainer von Eintracht Norderstedt, fachsimpelten über die Bedeutung des Sports für junge Menschen – und was sich so geändert habe. „In Holland sagen wir: Lasst die Kinder erstmal bei ihren Vereinen. Gute Trainer auszubilden, ist der größte Punkt“, sagte Hoogma. Und wichtig: Möglichst viele Sportarten ausprobieren. Er selbst habe sogar Eishockey und Baseball ausprobiert, im Fußball sei aber sein Talent gewesen. Hrubesch sagte: „Wir müssen Kids die Freiheiten geben.“ Diese sollen auch selbst lernen, Verantwortung zu übernehmen. „Es geht nicht immer nach Schablonen.“ Und: „Kinder müssen erst zu vernünftigen Menschen erzogen werden und dann zu guten Fußballern ausgebildet.“

Jens Martens, selbst über Jahrzehnte Sportlehrer, hat den Wandel in der Schule und im Verein erlebt. „Die Jugend hat heute deutlich größere Möglichkeiten, wie sie ihre Freizeit verbringt.“ Er würde sich wünschen, dass der Deutsche Fußball-Bund noch einmal bundesweit zusammen mit Schulen und Vereinen Mini-Soccerfelder aufbaut – so wie einst 2006 zur Fußball-WM. Hrubesch signalisierte, die Idee weiterzugeben.

Eines versprach Nico-Jan Hoogma zum Abschied: Er wird auf jeden Fall wiederkommen. „Vielleicht mal einen Tag mit den Kindern hier Sport machen, frühstücken, etwas lesen, um die Verbindung zu halten – damit nicht nur der Name hier steht.“

Am Sonnabend, 4. September, gibt es rund um die Halle einen Tag der offenen Tür von 10 bis 12 Uhr. Dann stellt sich auch der Leibniz Sportclub Kaltenkirchen vor, der ein Angebot ähnlich dem Hamburger Verein Sportspaß etablieren möchte.

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