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Kaltenkirchener TS gewinnt emotionales Stadtderby

| Lesedauer: 4 Minuten
Jonas Altwein und Frank Best
Finn Rerop (Kaltenkirchener TS) zieht ab, Tobias Günther, Christoph Pfützner und Izzet Yapakci (v. l., alle FSG Kaltenkirchen) kommen zu spät.

Finn Rerop (Kaltenkirchener TS) zieht ab, Tobias Günther, Christoph Pfützner und Izzet Yapakci (v. l., alle FSG Kaltenkirchen) kommen zu spät.

Foto: Thomas Maibom

2:0 im Verbandsliga-Duell gegen die FSG Kaltenkirchen. Der TuS Hartenholm bezwingt in der Landesliga den SSC Phoenix Kisdorf mit 3:2.

Kaltenkirchen/Hartenholm. Sieben Verwarnungen, ein Platzverweis, Gelb-Rote Karte für den Trainer und eine 0:2-Niederlage gegen den Lokalnachbarn. Die Bilanz für die Fußballer der FSG Kaltenkirchen zum Auftakt der Verbandsliga West kann man getrost als ernüchternd bezeichnen.

Spielentscheidend waren im immer wieder spannenden Stadtderby mit der Kaltenkirchener Turnerschaft im Grunde gleich zwei Szenen binnen weniger Augenblicke kurz vor der Halbzeitpause. Nach einem Eckstoß der Gäste landete ein Klärungsversuch der FSG bei Oliver Panknin, der per abgefälschtem Dropkick zum 1:0 einnetzte (44.).

In der Nachspielzeit dann der nächste empfindliche Rückschlag für die Gastgeber: Routinier Tobias Günther handelte sich nach einem Disput mit Schiedsrichter Luca Sambill Gelb-Rot ein (45.+2).

Kontraproduktive Sabbeleien

„Wir haben uns durch Sabbeleien selbst aus dem Konzept gebracht und müssen uns da einfach cleverer anstellen“, räumte FSG-Trainer Martin Genz ein. Endgültig auf der Siegerstraße war die Turnerschaft in Minute 57. Nashim Jueidi setzte auf halblinker Position zu einem Solo an, ließ zwei Gegenspieler stehen und bezwang FSG-Schlussmann Torben Krogmann zur Krönung mit einem Beinschuss.

„Ein Klasse-Tor“, kommentierte KT-Coach René Sixt die Vorentscheidung zugunsten seiner Elf, die in Überzahl nichts mehr anbrennen ließ. Martin Genz musste in der Schlussphase der Partie derweil unfreiwillig die Perspektive wechseln und wurde mit Gelb-Rot des Innenraums verwiesen, nachdem er nach eigenem Bekunden KT-Torschütze Panknin freundschaftlich auf den Rücken geklatscht hatte. „Der Schiedsrichter hat nur darauf gewartet, mir Rot zu zeigen. Das hat er sogar nach dem Spiel zugegeben“, so Genz, der mit dem Auftreten des Unparteiischen überhaupt nicht einverstanden war.

„Ich möchte aber betonen, dass dies nichts mit dem Spielausgang zu tun hatte. Die KT war die bessere Mannschaft“, sagte der FSG-Trainer. Auf der anderen Seite freute sich René Sixt über einen gelungenen Saisonstart seiner Elf. „Defensiv waren wir stark. Das war der Schlüssel zum Erfolg.“

Tjorven Spieler trifft mit der letzten Aktion zum 3:2

Sehr emotional ging es auch knapp zehn Kilometer Luftlinie entfernt im Nachbarschaftsduell der Landesliga Holstein zwischen dem TuS Hartenholm und dem SSC Phoenix Kisdorf zur Sache. Die Gastgeber erzielten mit der letzten Aktion das Siegtor zum 3:2 (1:1) – Tjorven Spieler war nach einer Ecke von Maximilian Kokot per Kopf zur Stelle und gab SSC-Keeper Danny Schramm das Nachsehen. Anschließend pfiff Schiedsrichter Torben Dwinger
(SV Todesfelde) die Partie ab.

Vorangegangen war eine völlig unnötige Unsportlichkeit des ausgewechselten Kisdorfers Julius Schütt, die der Unparteiische in der 93. Minute mit der Gelben Karte und einem Freistoß bestrafte. Es folgten zwei Eckbälle und der entscheidende Treffer für Hartenholm.

Überragend: Jan-André Sievers

Überragender Akteur der Partie war Jan-André Sievers (34). Der Routinier, der 91 Drittliga-Spiele für Fortuna Köln, den SV Sandhausen, Carl Zeiss Jena und Kickers Emden bestritten hat, lief erstmals im Angriff auf, erzielte das 1:1 (33.) sowie das 2:2 (84.) der Platzherren und scheiterte zudem noch mehrere Male an Danny Schramm.

„Das ist ein schöner Start für uns, daran müssen wir anknüpfen“, sagte der Sportliche Leiter des TuS, Martin Ghafury. SSC-Trainer Boris Völker war derweil restlos bedient: „Wir sind selber Schuld. Yannick Urbanski steht in der 57. Minute frei vor der gegnerischen Kiste, er muss das 3:1 für uns machen.“ Und wäre der Stürmer in dieser Szene nicht an Torhüter Nico Jeschke gescheitert, hätte das Derby wohl einen anderen Verlauf genommen...

Fußball-Verbandsliga West: FSG Kaltenkirchen – Kaltenkirchener TS 0:2 (0:2). Tore: 0:1 Oliver Panknin (44.), 0:2 Na­shim Jueidi (57.).Fußball-Landesliga Holstein: TuS Hartenholm – SSC Phoenix Kisdorf 3:2 (1:1). Tore: 0:1 Julius Schult (11.), 1:1 Jan-André Sievers (33.), 1:2 Yannick Urbanski (46.), 2:2 Jan-André Sievers (84.), 3:2 Tjorven Spieler (90.+5).

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