Wasserschaden

Der SV Henstedt-Ulzburg saniert das Sportland

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Frank Best
Der Eingangsbereich des SVHU Sportlands – Kundschaft gibt es schon lange nicht mehr.

Der Eingangsbereich des SVHU Sportlands – Kundschaft gibt es schon lange nicht mehr.

Foto: SV Henstedt-Ulzburg

Das Gebäude kann schon seit Monaten nicht mehr benutzt werden. Die Kosten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf 410.000 Euro.

Henstedt-Ulzurg.  Als wäre der SV Henstedt-Ulzburg, mit knapp 4000 Mitgliedern der größte Sportclub im Kreis Segeberg, durch die Corona-Pandemie nicht schon genug gebeutelt. Der Verein, der vom 1. Januar 2020 bis 1. Januar 2021 laut Statistik des Kreissportverbandes Segeberg 594 Aktive verloren hat, muss das SVHU Sportland wegen eines im August 2020 entstandenen Wasserschadens sanieren. Geschätzte Kosten: 410.000 Euro.

Rohrbruch verursacht Überschwemmung

Ein Rohrbruch in der Zuleitung zur Bewässerungsanlage des benachbarten Fußballfeldes auf der B-Anlage am Beckersberg hatte das Gebäude, das im Untergeschoss neben einigen Umkleideräumen und Duschen auch einen mit Parkettboden ausgelegten Kursraum, eine Saunaanlage, die Salz-Oase und weitere Versorgungsräume beherbergt, in Mitleidenschaft gezogen. Der Kursraum stand innerhalb kürzester Zeit bis zu zehn Zentimeter hoch unter Wasser; anschließend wurden auch alle anderen Räume von der Überschwemmung betroffen.

Zum Glück gelang es Hausmeister Michael Willems, mit einem herbeigeeilten Fachunternehmen den Wasserfluss aus der abgerissenen Leitung zu stoppen. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an und pumpte das stehende Wasser aus dem Inneren der Sporteinrichtung. Fußböden und Wände waren vollständig durchnässt. Die Räumlichkeiten im gesamten Erdgeschoss sind durch die Feuchtigkeit und die anschließende Pilzbildung bis heute nicht nutzbar.

Einfache Reparaturen reichen nicht

Mehrfach wurde der entstandene Schaden bis Mitte November durch Vereinsvertreter, Mitglieder der Gemeindeverwaltung, Versicherungsmitarbeiter sowie von Ingenieuren und Architekten besichtigt. Dabei wurde schnell deutlich, dass dem Problem mit einfachen Reparaturen nicht beizukommen ist. Es braucht mindestens eine vollständige Sanierung des Untergeschosses und der veralteten Wasser- und Heizungsanlage, um den Sportbetrieb wieder aufnehmen zu können.

Der mit einer vollständigen Sanierung verbundene hohe bauliche Aufwand ließ die Verantwortlichen des SVHU kurz darüber nachdenken, in diesem Zuge im Sportland weitere Kursräume, umgestaltete und modernisierte Umkleideräume sowie Platz für eine Geschäftsstelle zu schaffen. Nach Gesprächen mit Fachleuten beschloss der Vereinsvorstand auf einer digitalen Sitzung jedoch, es aus Kostengründen bei einer vollständigen Sanierung des bestehenden Gebäudes zu belassen.

Ausbau des Gebäudes ist finanziell nicht drin

„Der pandemiebedingte Rückgang der Mitgliederzahlen erlaubt uns keine großen Sprünge. Mit der Sanierung des Sportlandes wollen wir jedoch zeitgleich Optionen schaffen, um die Modernisierung und den Ausbau zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können. Unser vorrangiges Ziel ist, den Mitgliedern des SV Henstedt-Ulzburg so schnell wie möglich den vollen Umfang unseres sportlichen Angebotes wieder zur Verfügung zu stellen“, sagt Bernd-Dieter Stoffer. Der pensionierte Berufsschullehrer ist im Vorstand des SVHU für den Bereich Infrastruktur verantwortlich.

Die Sanierung des Sportlandes wird nach ersten Schätzungen etwa 410.000 Euro kosten. Die Anträge für die Bezuschussung durch den Kreis- und Landessportverband sowie die Gemeinde Hen­stedt-Ulzburg sind gestellt worden. Der SVHU hofft auf eine schnelle Bearbeitung und Zustimmung, um so schnell wie möglich mit den Baumaßnahmen beginnen zu können.

Problem Nummer zwei: die Oberflächenentwässerung

Doch bevor der Verein mit der Sanierung des Sportlandes beginnen kann, muss die ebenfalls marode Oberflächenentwässerung rund um das Gebäude erneuert werden. „Sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis es im Sportland den nächsten Wasserschaden gibt“, sagt Stoffer. „Wenn es nach uns geht, sollte die Erneuerung der Oberflächenentwässerung im Zuge der Sanierung der benachbarten B-Anlage mit Fußballfeld, Laufbahn und weiteren Einrichtungen für die Leichtathletik erfolgen, die noch im April durch die Gemeinde Henstedt-Ulzburg aufgenommen wird.“

Von dem erfolgreichen Zusammenspiel der verschiedenen Schritte hängt für den SV Henstedt-Ulzburg viel ab. Denn der Verein will am Ende der Corona-Maßnahmen wieder im vollen Umfang für die Aktiven da sein und dem negativen Trend im Bereich der Mitgliederzahlen aktiv entgegenwirken.

Der Wunsch, wieder Sport zu treiben, ist groß

„Wir sind aber auch nicht traurig, wenn die Corona-Pandemie schon vor dem Abschluss der Arbeiten beendet ist“, sagt Bernd-Dieter Stoffer. „Der Wunsch, endlich wieder in der Gruppe gemeinsam Sport zu treiben und etwas für sich zu tun, ist riesengroß.“

Sein Plan für dieses Szenario sieht so aus: „Dann werden wir für unsere Angebote Platz in den Sporthallen der Gemeinde schaffen, bis das Sportland wieder öffnen kann und in neuem Glanz zur Verfügung steht.“

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