Kreis Segeberg

Der KSV Segeberg verliert 3142 Mitglieder

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Frank Best
Mit dem SV Henstedt-Ulzburg weiter auf Platz der Kreisrangliste: Rosario Cassara, Geschäftsstellenleiter des SV Henstedt-Ulzburg.

Mit dem SV Henstedt-Ulzburg weiter auf Platz der Kreisrangliste: Rosario Cassara, Geschäftsstellenleiter des SV Henstedt-Ulzburg.

Foto: Thorsten Ahlf

Corona-Pandemie macht größeren Vereinen mehr zu schaffen als den Dorfclubs. Dort ist der Solidaritätsgedanke stärker.

Norderstedt. Seit etwas mehr als einem Jahr hält das Sars-CoV-2-Virus die Welt nun schon im Würgegriff – und es lässt nicht locker. Die verantwortlichen Politiker warnen vor einer massiven dritten Welle, die Mediziner befürchten in den kommenden Wochen eine Überlastung der Intensivstationen in den Krankenhäusern – und viele Tote.

Corona hat zahlreichen Branchen übel mitgespielt, die Wende zum Besseren ist aktuell noch nicht in Sicht. Sorgen machen sich aber nicht nur Gastronomen, Reisekaufleute und Einzelhändler – auch die Sportvereine im Kreis Segeberg sind durch die Pandemie gebeutelt, da sie ihr Angebot nicht an die Aktiven bringen können. Der Trainingsbetrieb ist – wenn überhaupt – wegen strenger Hygiene- und Abstandsvorschriften nur eingeschränkt möglich, die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen gehen zurück. Gleiches gilt für die Zahl derjenigen, die in den Clubs ihrem liebsten Hobby frönen.

So hat der Kreissportverband Segeberg laut seiner Statistik vom 1. Januar 2021 im Vergleich zum 1. Januar 2020 insgesamt 3142 Mitglieder verloren. „Die Zahlen sind nicht ganz so schlimm wie befürchtet, aber das ist natürlich nicht schön und auch nur ein schwacher Trost“, sagt KSV-Chef Holger Böhm, der sich als Vorsitzender des SV Todesfelde mit der Situation an der Basis bestens auskennt.

Für den Negativtrend gibt es einen einfachen Grund. „Die Austrittsquote ist etwas größer als vor der Pandemie, das an sich ist kein Drama“, so Böhm, „aber die Zahl der Neueintritte ist geringer als früher. Um es zugespitzt zu formulieren: Je größer der Verein, desto schlechter die Zahlen, in manchen Clubs gibt es einen schmerzhaften Rückgang. Das liegt auch daran, dass aktuell keine Gesundheits- und Fitnesskurse mehr gebucht werden. In den Dorfclubs ist die Lage besser, dort verhalten sich die Sportler sehr solidarisch mit ihrem Verein.“

Die Spitzenposition im Ranking des Kreises Segeberg behauptet nach wie vor der SV Henstedt-Ulzburg, der innerhalb eines Jahres 594 Mitglieder verloren hat. „Etwa die Hälfte der Austritte entfällt auf den Bereich Fitness Turnen Gesundheit, und dort insbesondere auf das Eltern-Kind-Turnen“, sagt Geschäftsstellenleiter Rosario Cassara, „in den Ballsportarten sind die Zahlen dagegen relativ konstant geblieben.“

Hinter dem SVHU folgt der größte Norderstedter Verein, TuRa Harksheide, der ein Minus von 5,84 Prozent verzeichnet und zu Jahresbeginn 3694 Aktive in seiner Mitgliederkartei führte. „Leider hat sich der Abwärtstrend auch im ersten Quartal fortgesetzt“, sagt Geschäftsführer Tobias Claßen, der auf ein baldiges Ende der coronabedingten Einschränkungen hofft und dann sofort energisch gegensteuern möchte.

SVHU bleibt auf Platz eins vor TuRa Harksheide

„Wenn es die Temperaturen und die Landesverordnung zulassen, werden wir Outdoor-Trainingseinheiten anbieten“, so Claßen, „außerdem gibt es Gedankenspiele, den gesamten Sportbetrieb während der Sommerferien aufrechtzuerhalten.“ Erfreulich aus seiner Sicht: „Uns hat während des gesamten Lockdowns nur eine Trainerin verlassen.“

Der einzige Norderstedter Großsportverein mit steigenden Mitgliederzahlen ist der Norderstedter SV. Doch warum eigentlich? Geschäftsführer Steffen Liepold liefert die Erklärung: „Das hängt mit unserer Fusion mit den Fußballern des FFC Nordlichter Norderstedt zusammen. Ohne den Zusammenschluss hätten sich unsere Verluste in der Größenordnung von TuRa Harksheide bewegt. Was mich positiv stimmt: Auch ohne den Zusammenschluss würden wir damit immer noch besser als viele andere Clubs dastehen.“

So muss beispielsweise der drittgrößte Verein der Stadt, der 1. SC Norderstedt, auf Platz vier einen Mitgliederrückgang von 10,11 Prozent hinnehmen...

Eine Übersicht über die Mitgliederzahlen der Vereine im Kreis Segeberg finden Sie in Ihrer Abendblatt-Regionalausgabe Norderstedt.

Die höchsten prozentualen Mitgliederverluste der Kreissportverbände im Vergleich:1. Lübeck (35.416 Mitglieder/-9,82 %; 2. Pinneberg (74.272/-7,22 %); 3. Flensburg (19.535/-7,10 %); 4. Kiel (61.904/-6,32 %); 5. Neumünster (14.295/-5,89 %); 6. Stormarn (56.513/- 5,36 %); 7. Segeberg (59.542/-5,01 %),8. Steinburg (36.177/-4,54 %).

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