Leichtathletik

Der Nachwuchs freut sich über jedes Training

| Lesedauer: 4 Minuten
Anne Pamperin
Bei den von Sonja (hinten links) und Lara Pohlmann (hinten rechts) trainierten Kindern der Altersklassen U 8 und U 10 ist die Freude, mit Abstand gemeinsam Sport treiben zu dürfen, riesengroß. Wie lange sie dies noch dürfen, bleibt wegen der steigenden Infektions- und Inzidenzzahlen abzuwarten.

Bei den von Sonja (hinten links) und Lara Pohlmann (hinten rechts) trainierten Kindern der Altersklassen U 8 und U 10 ist die Freude, mit Abstand gemeinsam Sport treiben zu dürfen, riesengroß. Wie lange sie dies noch dürfen, bleibt wegen der steigenden Infektions- und Inzidenzzahlen abzuwarten.

Foto: Anne Pamperin

Die Youngster der Leichtathletikgemeinschaft Alsternord dürfen wieder in der Gruppe gemeinsam Sport treiben – aber wie lange noch?

Tangstedt. Bevor auf der gelb-schwarzen Koordinationsleiter – einem in der Leichtathletik gängigen Trainingsutensil – gelaufen und gesprungen wird, sind einige Erläuterungen nötig. „Hopp, hopp, immer abwechselnd in ein Kästchen springen. Einmal mit dem rechten Bein, einmal mit links“, sagt Sonja Pohlmann, Nachwuchstrainerin bei der Leichtathletikgemeinschaft Alsternord und macht die Übung zur Verdeutlichung vor.

Die 46-Jährige ist mit ihrer Tochter Laura (16) für die Kinder der Altersklassen U 8 und U 10 verantwortlich. Immer dienstags wird auf dem Hartplatz im Stadion des WSV Tangstedt, dessen Leichtathletikabteilung sich der LGA im Jahr 2016 angeschlossen hat, mit coronabedingtem Abstand trainiert.

Die acht Nachwuchstalente der U-8-Gruppe lauschen den Anweisungen der beiden Übungsleiterinnen und schauen aufmerksam zu. Sie sind froh, endlich wieder gemeinsam trainieren zu dürfen und ihrer Lieblingssportart, der Leichtathletik, nachgehen zu können.

Kein Problem mit Hygiene- und Verhaltensregeln

Dass wegen der Corona-Pandemie ein paar wichtige Hygiene- und Verhaltensregeln beachtet werden müssen, ist allen dabei bewusst, denn seit nunmehr einem Jahr ist Covid-19 ein Teil des Lebens geworden – und zwar für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Die Mädchen und Jungen verhalten sich äußerst diszipliniert, sitzen mit der gebotenen Distanz nebeneinander auf dem Boden und haben ihre Siebensachen sowie ihr eigenes Getränk dabei.

Auf die Frage, ob sie jetzt lieber alleine zu Hause vor dem Fernsehen sitzen würden, kommt ein klares Nein von allen. Viel wichtiger ist, sich endlich wieder gemeinsam an der frischen Luft bewegen zu können. Ob demnächst nun ein Wettkampf ansteht oder nicht, ist dabei völlig egal.

„Wir müssen nach der langen Pause ganz von vorne anfangen“, sagt Sonja Pohlmann. 45 Minuten lang stehen Koordinationsübungen und vor allem viel Bewegung im Mittelpunkt. Kontaktspiele und Partnerübungen stehen nicht auf dem Plan. Zu groß ist das Ansteckungsrisiko. Nach dem Training verlässt die U-8-Gruppe auf der linken Seite des Kleinen Alsterstadions das Gelände, während von rechts schon die nächsten Kinder kommen – es sind die Schülerinnen und Schüler der Altersklasse U 10.

Wunsch nach Kontinuität ist allgegenwärtig

Der größte Wunsch der Kinder und auch ihrer Übungsleiter ist, endlich wieder Kontinuität ins Leben zu bekommen. „Wir sind ja froh, überhaupt wieder etwas machen zu können. Aber wichtig ist, dass nicht gleich alles wieder runtergefahren wird. Dieses Hin und Her wegen Corona ist für alle unglaublich anstrengend“, sagt Giulia Keller, die zusammen mit ihrem Ehemann Martin die Jugendlichen und Erwachsenen bei der LG Alsternord coacht.

Während das Training für die Youngster von vielen spielerischen Elementen geprägt ist, sind die Älteren schon spezialisiert; sie üben mit und an Geräten. Gerne würden sich alle Aktiven auf die nächsten Wettkämpfe vorbereiten, aber wann es wieder sportliche Vergleiche gibt, steht in den Sternen.

„Die Trainingsplanung ist nicht gerade einfach, wenn man nicht weiß, ob und wann sportliche Höhepunkte anstehen“, sagt Keller. Ursprünglich waren nach den Osterferien wieder Wettkämpfe geplant. So sind im vorläufigen Terminplan des Schleswig-Holsteinischen Leichtathletikverbandes für den 18. April die Landesmeisterschaften im Straßenlauf angesetzt, im Mai sollen dann unter anderem die Titelkämpfe der Mehrkämpfer stattfinden.

Da die Zahl der Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus zurzeit wieder rasant ansteigt, könnte es allerdings schon bald neue Einschränkungen im Bereich des Vereinssports geben. Der Gedanke, Veranstaltungen zu besuchen, rückt ebenfalls wieder in weite Ferne.

Wettkämpfe nach Ostern wird’s wohl nicht geben

„Dass direkt nach Ostern tatsächlich Wettkämpfe stattfinden, sehe ich eher skeptisch“, sagt Ralph Meyer, Schülertrainer beim SC Rönnau 74. Alle Übungsleiter hoffen aber, dass zumindest im Training eine gewisse Regelmäßigkeit einkehren kann.

„Für uns gelten die Inzidenzzahlen des Landes Schleswig-Holstein, da liegen wir noch unter 100. Wir hoffen, dass das auch so bleibt. Für die Kinder ist der Sport in der Gruppe enorm wichtig. Deshalb bieten wir auch in den Osterferien Training an“, sagt Sonja Pohlmann. Sie weiß aber auch, dass die Planungen schnell wieder hinfällig sein können. „Wir schauen von Woche zu Woche. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig.“

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