Wegen Corona

Schleswig-Holstein bricht die Fußball-Punktrunden ab

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Frank Best
"Kein Spielbetrieb", Hinweisschild am Zaun, Fussballschuhe, Sperber-Sportplatz Hamburg, 17.03.2020, Fussball Amateurfussball, Schliessung der Sportstaetten wegen des Virus COVID-19

"Kein Spielbetrieb", Hinweisschild am Zaun, Fussballschuhe, Sperber-Sportplatz Hamburg, 17.03.2020, Fussball Amateurfussball, Schliessung der Sportstaetten wegen des Virus COVID-19

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Als Alternative wird der Derby-Cup ins Leben gerufen. Die Pokalwettbewerbe im nördlichsten Bundesland sollen aber ausgetragen werden.

Kiel.  Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes hat in einer außerordentlichen Sitzung entschieden, den Punktspielbetrieb der Saison 2020/2021 einzustellen und stattdessen einen Derby-Cup mit regionalem Anstrich als alternativen Wettbewerb ins Leben zu rufen. Dieser soll auf freiwilliger Basis starten, wenn die Verfügungslage das wettkampfmäßige Aufeinandertreffen von Mannschaften erlaubt„Wir wollen damit Druck von unseren Vereinen nehmen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit bieten, schnellstmöglich in eine attraktive Wettbewerbsform zurückzukehren – mit vielen Derbys, kurzen Wegen und getragen von der Freude über die Rückkehr auf die Fußballplätze“, sagte Sabine Mammitzsch, die Vizepräsidentin Spielbetrieb.

Punktspiele werden in allen Klassen annulliert

Das SHFV-Präsidium hat sich auf folgende Vorgehensweise festgelegt: Die bisher ausgetragenen Punktspiele in allen Alters- und Spielklassen werden annulliert, Auf- und Absteiger wird es nicht geben. Die Einteilungen der Klassen werden für die Serie 2021/2022 übernommen. Verfahren zur Ermittlung von Aufsteigern in die Regionalligen werden unter Berücksichtigung der an einem Aufstieg interessierten Mannschaften von Ausschüssen erarbeitet.

Die Landespokal-Wettbewerbe der Frauen und Männer sollen zu Ende gespielt werden, sobald die Verfügungslage es erlaubt, damit es eine Möglichkeit gibt, sich auf sportlichem Wege für die erste Hauptrunde des DFB-Pokalwettbewerbs der Saison 2021/2022 zu qualifizieren. Auch die Kreispokal-Runden sollen nach Möglichkeit sportlich beendet werden. Gleiches gilt für die Pokalwettbewerbe im Jugendbereich.

Möglichst ab Anfang Mai soll der Derby-Cup starten. Die Teilnahme ist freiwillig, Vereine können auch weiterhin individuelle Freundschaftsspiele verabreden. Vereinsmannschaften, die sich für diesen Wettbewerb anmelden, werden in Sechser-Gruppen mit anderen Clubs aus ihrem Kreisgebiet eingeteilt. Geplant sind dabei Gruppen, die sich aus Mannschaften der Verbandsspielklassen (Oberliga, Landesliga, Verbandsliga und Kreisligisten, die sich freiwillig melden) zusammensetzen, sowie Staffeln mit Teams aus den diversen Kreisligen und Kreisklassen.

Auf- und Absteiger gibt es nicht

„Es ist uns bewusst, dass bei weiteren Lockerungen der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen ein Zeitrahmen zur Verfügung stehen könnte, in dem beispielsweise die Beendigung einer einfachen Runde in einzelnen Klassen noch möglich wäre. Im Präsidium sind wir allerdings mehrheitlich der Überzeugung, dass selbst das Ergebnis einer halben Serie angesichts der schwierigen Umstände in der Saison 2020/2021 kein adäquates sportliches Resultat darstellen würde, welches über Auf- und Abstieg entscheiden sollte“, so Mammitzsch.

Trotz aktuell im bundesweiten Vergleich guter Zahlen ist die Entwicklung des Infektionsgeschehens in Schleswig-Holstein ungewiss. Eine Fortsetzung des Punktspielbetriebs wäre daher nur unter teilweise unkalkulierbaren Begleitumständen in einem immer kleiner werdenden Zeitrahmen planbar. So wären wegen der Corona-Pandemie etwa weitere Unterbrechungen wegen behördlicher Verfügungen in einzelnen Kreisen oder in ganz Schleswig-Holstein durchaus möglich.

Ebenso müssten Nachholtermine für Begegnungen eingeplant werden, die wegen Corona-Infektionen oder -Verdachtsfällen ausfallen. Und: Der organisierte Fußball muss in dieser besonderen Situation selbstverständlich auch Rücksicht auf Aktive, Schiedsrichter, Vereinsmitarbeiter oder Eltern von Jugendlichen nehmen, die sich in der aktuellen Situation unwohl fühlen.

Entscheidung im Sinne der Gesundheit

SHFV-Chef Uwe Döring: „Das Präsidium hat im Sinne der Gesundheit aller am Amateurfußball Beteiligten sowie einer Planungssicherheit für Vereine und Verbände entschieden. Selbstverständlich fiebern wir ungeachtet dessen mit großer Vorfreude der uneingeschränkten Rückkehr auf die Fußballplätze entgegen. Die jüngsten Lockerungen sind für den Fußball in Schleswig-Holstein erste Schritte zurück in eine von uns allen gewünschte Normalität.“

( HA )

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