Kreis Segeberg

Kampagne gegen Macho-Gehabe und Sexismus

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Die Kampagne, die während der Anti-Gewalt-Woche für ein neues Bild von Männlichkeit wirbt, wird unterstützt von Katharina Wulf vom Landesverband Frauenberatung (von links), der Gleichstellungsbeauftragten Svenja Gruber, Jens Ristedt, eines der Gesichter der Kampagne, und Henstedt-Ulzburgs Bürgermeisterin Ulrike Schmidt.

Die Kampagne, die während der Anti-Gewalt-Woche für ein neues Bild von Männlichkeit wirbt, wird unterstützt von Katharina Wulf vom Landesverband Frauenberatung (von links), der Gleichstellungsbeauftragten Svenja Gruber, Jens Ristedt, eines der Gesichter der Kampagne, und Henstedt-Ulzburgs Bürgermeisterin Ulrike Schmidt.

Foto: Christopher Herbst

Während der Anti-Gewalt-Woche betont der Landesverband der Frauenberatung vor allem die Verantwortung der Männer.

Henstedt-Ulzburg. Weg von der Opferperspektive, Fokus auf die Verantwortung der Männer: Für die „Anti-Gewalt-Woche“, die noch bis zum 28. November andauert, hat der Landesverband Frauenberatung in Schleswig-Holstein (LFSH) eine Kampagne gemeinsam mit vielen Kommunen gestartet. „Es geht um stereotype Rollenbilder“, sagt Svenja Gruber, die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Henstedt-Ulzburg. Jens Ristedt (56) aus Heikendorf, Vater dreier Töchter, ist eines der acht Gesichter der Kampagne. Auf Plakaten und Flyer stellt er sich gegen Macho-Gehabe, Sexismus und Gewalt an Frauen und Kindern. „Gewalt ist nur das Ergebnis einer Kultur, die wir hinter uns lassen müssen. Ich will nicht mit Männern zusammenleben, die sofort mit Gewalt reagieren müssen, um klarzukommen“, sagt er.

Katharina Wulf, Geschäftsführerin des LFSH, sagt, die Plakate sollen andere Männer ermutigen, sich zu positionieren. „Die Vorstellung, dass ein Mann männlich ist, wenn er die Kontrolle und Oberhand über andere behält, ist noch immer weit verbreitet. Stark, potent und mächtig – diese sogenannte toxische Männlichkeit ist die Wurzel für Abwertung, Sexismus und letztlich körperliche Gewalt gegen Frauen.“ Die Corona-Einschränkungen haben diese Probleme vermutlich verstärkt, wie eine erste Studie der TU München zu den Gewalterfahrungen von Frauen und Kindern während des Frühjahrs zeigt. Demnach wurden unter anderem drei Prozent aller Frauen in Deutschland während der strengen Kontaktbeschränkungen Opfer von körperlicher Gewalt, 3,6 Prozent von ihrem Partner vergewaltigt.

Die Kampagne wird vom Innenministerium unterstützt. Im Henstedt-Ulzburger Rathaus werden Infomaterialien bereitliegen. Coronabedingt wird die begleitende Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ diesmal anders ablaufen: Gespendete Brötchentüten können nicht verteilt werden, doch während der Aktionswoche verkaufen im Ort die Bäckereien Rathjen und Wagner ihre Waren in den speziellen Tüten, die mit der Rufnummer des Hilfetelefons 0800/011 60 16 bedruckt sind. Landesweit beteiligen sich 47 Bäckereien.

( che )

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