FUSSBALL

Eintracht bekommt Ausbildungsprämie für Talente

Der 20-jährige Fabian Nürnberger (l.), in der A- und B-Jugend in Norderstedt, ist mittlerweile Stammkraft beim 1. FC Nürnberg.

Der 20-jährige Fabian Nürnberger (l.), in der A- und B-Jugend in Norderstedt, ist mittlerweile Stammkraft beim 1. FC Nürnberg.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Garstedter Club erhält 27.000 Euro von der DFL, weil drei ehemalige Jugendspieler ihre Profidebüts gegeben haben.

Norderstedt. In seiner ersten Reaktion auf die freudige Nachricht war Eintracht Norderstedts Präsident Reenald Koch zum Scherzen aufgelegt. „Mir fehlt da eine Null vor dem Punkt“, kommentierte er die Zahlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) von 27.000 Euro an seinen Verein. Diese fünfstellige Summe erhält die Eintracht im Rahmen der Ausbildungshonorierung der DFL. Denn in der vergangenen Saison haben die ehemaligen Norderstedter Jugendspieler Jonas David (Hamburger SV), Fabian Nürnberger (1. FC Nürnberg) und Marvin Senger (FC St. Pauli) ihr Profidebüt gefeiert.

Nürnberger (21) spielte von 2016 bis 2018 in der U 17 und U 19 für die Garstedter, David (20) in der Saison 2013/14 in der U 14 und Senger (20) in den Spielzeiten 2014 bis 2016 in der U 16 und U 17. Macht fünf Spielzeiten à 5400 Euro und somit 27.000 Euro Ausbildungshonorierung für die Eintracht. „Das zeigt mal wieder, was für eine gute Jugendarbeit wir bei Eintracht Norderstedt betreiben“, so Koch. „Das Geld wird natürlich wieder in die Jugendabteilung fließen. Wir freuen uns auch sehr für die drei Spieler.“

Die größten Chancen auf eine nachhaltig erfolgreiche Profikarriere werden bislang Nürnberger eingeräumt. Bei der Eintracht brillierte er einst als Zehner, in Nürnberg wurde der technisch hoch veranlagte frühere Niendorfer zum Sechser umfunktioniert. Mittlerweile bringt er es auf 23 Einsätze für den Club in der zweiten Bundesliga, ist ein fester Bestandteil der Mannschaft. Die beiden Abwehrspieler David (vier) und Senger (drei) müssen sich in ihren Teams erst noch festbeißen.

Positiv für die Eintracht: Bei Vereinswechseln der drei Spieler würde sie erneut kassieren. Das regelt der sogenannte Solidaritätsmechanismus der FIFA. Pro Spielzeit des Akteurs im eigenen Club zwischen dem zwölften bis 15. Lebensjahr erhalten die Vereine 0,25 Prozent, pro Saison zwischen dem 16. bis 23. Lebensjahr 0,5 Prozent der Transfersumme. Das lohnt sich so richtig, wenn ein Spieler eine große Karriere hinlegt. Sollte Fabian Nürnberger irgendwann für zehn Millionen Euro den Verein wechseln, würde der Eintracht für seine beiden Spielzeiten in Norderstedt ein Prozent der Summe zustehen. Also 100.000 Euro. An der Ochsenzoller Straße werden die eigenen Talente also nicht nur weiter fleißig gefördert. Denen, die den Sprung zum Profi schaffen, wird man auch mit Blick auf die Vereinskasse ganz besonders die Daumen drücken.

Regionalligaherren dürfen weiterhin nicht trainieren

Die Regionalligaherren der Eintracht dürfen derweil weiterhin nicht trainieren.. „Bislang haben wir von den politischen Verantwortungsträgern in Schleswig-Holstein noch keine Rückmeldung auf das Schreiben des Norddeutschen Fußball-Verbandes erhalten“, sagt Reenald Koch. Er hat als Vorsitzender des Regionalliga-Ausschusses einen Sitz im Präsidium des NordFV. Dieser hatte Mitte vergangener Woche in einem Schreiben an die Innen- und Sportminister aller norddeutschen Bundesländer einen Antrag auf die Gleichbehandlung seiner Clubs gestellt. Im November-Lockdown haben bislang nur zweite Mannschaften eine Genehmigung für Training in voller Besetzung ohne Abstandsregeln erhalten, da ihre Spieler als Berufsfußballer eingestuft werden.

Somit befinden sich die Garstedter im Nachteil gegenüber Teams wie dem FC St. Pauli II oder dem Hamburger SV II. Ein weiteres Indiz, dass das so bleiben wird, ist die Entscheidung der Hamburger Innenbehörde. Diese verweigerte den Regionalligisten Altona 93 und FC Teutonia 05 eine Trainingsgenehmigung. Der nächste Termin im Blickpunkt ist nun der Mittwoch kommender Woche. Dann treffen die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut zusammen und könnten weitreichende Beschlüsse fassen. Diese dürften auch den Amateursport betreffen. Da viele Regionalligisten derzeit kein Mannschaftstraining abhalten dürfen, gilt eine Wiederaufnahme der Saison in der Nordstaffel ab Anfang Dezember allerdings unabhängig davon als ausgeschlossen.