Fussball

Corona bremst TuRa Harksheides Goalgetter erneut aus

Yannick Fischer (M.) hat in dieser Saison in vier Punktspielen schon siebenmal getroffen.

Yannick Fischer (M.) hat in dieser Saison in vier Punktspielen schon siebenmal getroffen.

Foto: Anne Pamperin

Landesliga-Fußballer Yannick Fischer muss wie schon im Vorjahr aufs Toreschießen verzichten, hat aber Verständnis für den Lockdown.

Norderstedt.  Den Stopp des Amateurfußballs im Bereich des Hamburger Verbandes bis mindesten Ende November kommentiert Yannick Fischer ruhig und sachlich. „Jeder Fußballer möchte kicken. Aber ich kann die Entscheidung der Politik nachvollziehen. Ich hoffe, Deutschland meistert die Situation weiter so gut wie bisher“, sagt der nun schon zum zweiten Mal ausgebremste Mittelstürmer von Landesligist TuRa Harksheide.

Was auffällt: Der 20-Jährige trifft aus allen Lagen, bis ihm ein Corona-Lockdown in die Parade fährt. In der vergangenen Saison erzielte er bis zum 13. März 15 Tore in 13 Partien. Vor der Anfang November verordneten Zwangspause wiederholte sich die Geschichte mit sieben Toren in vier Begegnungen.

Torwarttrainer erkennt das Talent des Angreifers

Zu verdanken hat Yannick Fischer seine Position im Angriffszentrum nicht zuletzt TuRa Harksheides Torwarttrainer Hendrik Manke. Seine Karriere begann er beim 1. FC Quickborn. In der U 17 und U 19 des Eimsbütteler TV spielte Fischer, der zuvor sechseinhalb Jahre bei Eintracht Norderstedt aktiv war, Rechts- oder Innenverteidiger. Doch vor seinem ersten Herren-Einsatz am 4. August 2019 im Auswärtsspiel bei Inter Eidelstedt waren den TuRanern wegen einer Verletztenmisere die Stürmer ausgegangen.

„Hendrik sagte: ,Lass uns Yannick mal vorne reinstellen‘“, erinnert sich TuRa-Trainer Jörg Schwarzer. Das Spiel endete 4:1. Fischer traf einmal, bereitete einen weiteren Treffer vor – und blieb vorne. „Ich schule Spieler sowieso gerne dahin um, wo sie gut passen. Yannick ist jung und entwicklungsfähig. Er kann sich gut durchsetzen, zieht in keinem Zweikampf zurück und hat einen guten Schuss“, so Schwarzer.

Lieblingszahl der Mutter als Rückennummer

Mit viel Trainingsfleiß und Willen – vom Coach ebenfalls ausdrücklich gelobt – biss sich der in Quickborn wohnende Youngster im Angriff fest. Übrigens mit der Nummer 13 auf dem Rücken, der Lieblingszahl seiner Mutter. Um seine Tore machte er nie ein großes Aufheben. Getreu seinem Vorbild. „Das war schon immer Toni Kroos. Er ist ein Weltstar, der das Spiel versteht, es lenkt, sich total in den Dienst der Mannschaft stellt. Trotzdem bleibt er bodenständig und zelebriert sich nicht. Er inspiriert mich“, sagt Fischer.

Landesliga könnte zur Durchgangsstation werden

Das Interesse an ihm dürfte zumindest im Großraum Hamburg bald zunehmen. Bei seiner Quote klingt es paradox, aber: Yannick Fischer vergibt zu viele Chancen. Wird er vor dem Tor noch ruhiger und konzentrierter, dürfte die Landesliga für ihn eine Durchgangsstation bleiben. Am Ehrgeiz wird es jedenfalls nicht scheitern: Im Frühjahr, nach seinem Bruch des linken Unterarms im Testspiel gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst, konnte es ihm nach der Operation mit einer Platte im Knochen zur Stabilisation gar nicht schnell genug gehen. Bald legte er Gips und Schiene ab, wurde vier Wochen später beim 2:2 gegen Eintracht Lokstedt für 25 Minuten eingewechselt. Seine Begründung: „Ich hatte keine Schmerzen mehr.“

In der jetzigen Spielpause ist TuRas Torjäger vom Dienst jedoch gut ausgelastet. Ende Januar schließt er seine Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann bei der Reederei Hamburg Süd mit der mündlichen Prüfung ab. Und da er bewiesen hat, Pausen verdauen zu können, macht er beim nächsten Neustart der Landesliga wahrscheinlich einfach mit dem Toreschießen weiter. Eine Trefferquote oder eine bestimmte Liga setzt er sich dabei nicht als Ziel. „Ich sammle lieber viele schöne Momente im Fußball. Wo das hinführt, sehe ich dann.“