Handball

Nach nur einem Punktspiel ist schon wieder Pause

Die männliche A-Jugend des HT Norderstedt spielt in der Saison 2020/2021 in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein. hinten von links: Co-Trainer Giorgos Lordos, Nick Stamer, Markus Wagner, Linus de la Motte, Max Reymann, Maurice Mannhaupt, Jonas Mühlenweg, Trainer Benedict Oldag. Vorne von links: Kay Niklas Reimann, Neil Thimm, Daniel Mendes Jenner, Vincent Wiese, Fynn-Bjarne Junior, Jonah Spanuth, Julius Adolf und Finn Slawik.

Die männliche A-Jugend des HT Norderstedt spielt in der Saison 2020/2021 in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein. hinten von links: Co-Trainer Giorgos Lordos, Nick Stamer, Markus Wagner, Linus de la Motte, Max Reymann, Maurice Mannhaupt, Jonas Mühlenweg, Trainer Benedict Oldag. Vorne von links: Kay Niklas Reimann, Neil Thimm, Daniel Mendes Jenner, Vincent Wiese, Fynn-Bjarne Junior, Jonah Spanuth, Julius Adolf und Finn Slawik.

Foto: Anne Pamperin

Benedict Oldag, Trainer der A-Jugend des HT Norderstedt, macht sich wegen des Lockdowns Sorgen um das Wohlergehen seiner Jungs.

Norderstedt.  Kaum hat die Handballsaison begonnen, ist sie auch schon wieder beendet. Wegen der aktuellen Corona-Situation und den verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung des Sars-CoV-2-Virus wurde der Spielbetrieb in Hamburg und Schleswig-Holstein unterbrochen und zunächst bis zum 22. November ausgesetzt.

Wird 2020 überhaupt noch mal gespielt?

Ob der Ball in diesem Jahr überhaupt noch einmal in die Hand genommen, geschweige denn ins gegnerische Tor geworfen wird, ist angesichts der sich zuspitzenden Infektionslage allerdings mehr als fraglich. Betroffen vom Lockdown bis Ende November sind nicht nur die Spielklassen in den einzelnen Landesverbänden. Auch in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein/ werden in den kommenden Wochen keine Matches mehr ausgetragen. Pausieren müssen nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Nachwuchstalente.

Also auch die männliche A-Jugend des HandballTeams Norderstedt. Ein einziges Match hat die Mannschaft von Trainer Benedict Oldag in der Serie 2020/2021 bisher absolviert – und das ging knapp verloren. Im Schulzentrum Süd traf die Truppe auf den favorisierten VfL Bad Schwartau und unterlag unglücklich mit 26:27 (11:13).

Es wäre mehr möglich gewesen. „Bad Schwartau hat uns mehrmals die Möglichkeit gegeben, auszugleichen. Aber wir haben die Chancen nicht genutzt“, sagt der Coach, der bis März 2019 die Frauen des HTN betreute und aktuell als Koordinator für die männlichen Jugendteams fungiert.

Oberliga-Aufstieg ist ein großer Erfolg

Es ist schon ein paar Jahre her, dass eine männliche A-Jugend aus Norderstedt in der Oberliga antreten durfte. Bei der Qualifikationsrunde mit insgesamt vier Teams sicherte sich das HTN einen der drei begehrten Plätze. „Für uns war es ein Riesenerfolg, dass wir überhaupt aufgestiegen sind. Für viele Teammitglieder ist es wahrscheinlich das einzige Mal, dass sie in dieser Klasse spielen werden. Es sei denn, sie schaffen den Sprung in die erste Männermannschaft des Vereins“, so Benjamin Oldag.

Umso trauriger sind die Nachwuchstalente, dass sie jetzt schon wieder pausieren müssen. Der HTN-Coach sieht die erneute Unterbrechung des Wettkampf- und Trainingsbetriebs als großes Pro­blem für die Youngster.

Das Thema Corona sorgt für Verunsicherung

„Für Kinder und Jugendliche ist es grundsätzlich eine Katastrophe, dass sie nun schon wieder keinen Sport in der Gemeinschaft ausüben können. Gerade heutzutage, wo viele Schülerinnen und Schüler viel Zeit alleine mit dem Smartphone oder vor dem PC verbringen, ist das enorm wichtig – nicht nur für die körperliche Fitness, sondern auch für die Seele und das soziale Verhalten. Durch Corona sind viele Kinder mittlerweile sehr verunsichert, denn es wird über nichts anderes mehr geredet. Beim Sport herrscht für eine oder zwei Stunden wenigstens ein bisschen Normalität, und das fällt nun wieder weg“, sagt Oldag, der als angehender Lehrer für Biologie und Sport seit Februar am Schulzentrum Süd als Referendar tätig ist und hautnah mitbekommt, wie die Teenager ticken, was sie bewegt und wie die Pandemie sie verändert.

Dass in der Schule weiterhin Sportunterricht – unter sehr strengen Hygieneauflagen – stattfindet, im Verein und auch in den Schul-AGs aber nicht, kann der 26-Jährige durchaus nachvollziehen. „Es sind ja nicht alle Schüler einer Klasse zusammen in einer Mannschaft aktiv. Jedes Kind, das außerhalb der Schule im Verein auf eine Gruppe mit anderen Jugendlichen trifft, macht quasi wieder eine neue Kohorte auf. Das funktioniert nach dem Schneeballprinzip. Klar, dass man das vermeiden will.“

Individuelle Trainingspläne als Übergangslösung

Für die HTN-Jungs war der Aufstieg der Saisonhöhepunkt. Benedict Oldag: „Hoffentlich können sie noch das eine oder andere Oberligamatch bestreiten. Wir schauen, ob wir individuelle Pläne als Übergangslösung anbieten. Zusammen trainieren dürfen wir ja jetzt erst einmal nicht mehr.“