Frauenfussball-Regionalliga

Schock in der Schlussphase für den Spitzenreiter

Goalgetterin Alina Witt erzielte ihre Saisontore sechs und sieben – zum Sieg reichte es für den SVHU dennoch nicht.

Goalgetterin Alina Witt erzielte ihre Saisontore sechs und sieben – zum Sieg reichte es für den SVHU dennoch nicht.

Foto: Thomas Maibom

SV Henstedt-Ulzburg verspielt zu Hause eine 2:0-Führung gegen den ATS Buntentor. Staffelgefährte HSV siegt 5:0 in Burg Gretesch.

Henstedt-Ulzburg/Norderstedt. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatten die Regionalliga-Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg den Platz zum letzten Mal nicht als Sieger verlassen. Am 20. Oktober 2019 hieß es am Schäferkampsweg 3:3 gegen den VfL Jesteburg. Damals reichte es für den von Christian Jürss trainierten SVHU nur zu einem Punkt – und der Ausgleichstreffer für das Team aus dem Kreis Harburg fiel zu allem Überfluss auch noch in letzter Minute.

Duplizität der Ereignisse: Als die jüngste Heimpartie gegen den ATS Bun­tentor abgepfiffen wurden, mussten sich die Gastgeberinnen mit einem 2:2-Unentschieden begnügen. Der als klarer Favorit angetretene SVHU fing sich gegen die Crew aus Bremen in der Schlussphase nach einer scheinbar beruhigenden 2:0-Führung (zweimal traf Torjägerin Alina Witt) zwei Gegentreffer innerhalb von zwei Minuten ein.

Unter Coach Jürsss („es war diesmal ein Tick zu wenig“) bleiben die Hen­stedt-Ulzburgerinnen in Pflichtspielen zwar weiterhin unbesiegt und führen zudem die Tabelle vor Werder Bremen II an. Ein kleiner Dämpfer ist das Remis für das Meisterteam der Serie 2019/2020 aber allemal.

„So etwas kann immer mal passieren“

„So etwas kann immer mal passieren“, sagte Jürss, der seine Mannschaft wegen der gegenwärtigen Verletzungssorgen aktuell häufig umstellen muss. „Gerade für die Nachwuchsspielerinnen im Kader ist es im Moment ein Lernprozess“, so der Coach, „sie wirken mental aber gefestigt und werden es schaffen.“

Kurz vor Spielbeginn hatte es noch strahlende Gesichter gegeben. Sabine Mammitzsch (Kiel) ehrte in doppelter Funktion als Vorstandsmitglied des Norddeutschen und des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes gleich zwei Spielerinnen des SVHU: Alina Witt, die „Fußballerin des Jahres 2019“, und die Zweitplatzierte Jennifer Michel erhielten jeweils einen Pokal und einen Blumenstrauß.

Heute geht’s um den Einzug ins Kreispokal-Finale

Am heutigen Dienstag tritt der SV Hen­stedt-Ulzburg zum Kreispokal-Halbfinale bei der FSG Kaltenkirchen an (Anstoß: 19.30 Uhr, Marschweg). Der Sieger der Partie trifft im kommenden Jahr an einem vom Kreisfußballverband noch nicht bestimmten Termin im Endspiel auf den SV Wahlstedt.

Mit ihren Gedanken sind die SVHU-Kickerinnen allerdings schon beim Regionalliga-Gipfeltreffen in der Staffel A am Sonntag um 14 Uhr beim zweiten Team von Werder Bremen. Über all dem steht allerdings die Ungewissheit, ob das Match wegen Corona überhaupt ausgetragen werden kann.

Staffelgefährte Hamburger SV fuhr beim Abstiegskandidaten TSG 07 Burg Gretesch einen ungefährdeten 5:0 (2:0)-Erfolg ein. In einer recht fahrigen ersten Halbzeit passten sich die Gäste dem Niveau der Niedersächsinnen mit vielen lang geschlagenen Bällen an. Trotzdem ging der HSV in Führung.

HSV rückt auf dritten Tabellenplatz vor

Juliana Siever brach auf dem rechten Flügel durch und flankte auf TSG-Spielerin Frauke Lunkwitz, die den Ball versehentlich ins eigene Tor bugsierte (10.). Beim zweiten Treffer bewegte sich Emilia Hirche gut zwischen die Abwehrketten und nutzte ein präzises Anspiel auf sie, um ihrerseits Sarah Stöckmann zu bedienen. Diese schloss in der 42. Minute erfolgreich ab.

In der zweiten Halbzeit trat der Hamburger SV dann ein wenig strukturierter auf. Beim dritten Tor schoss Hirche den Ball aus halblinker Position in den rechten Giebel (56.). Das 4:0 war noch schöner. Anne van Bonn war mit einem Distanzschuss aus 25 Metern unter die Latte erfolgreich (68.). Das abschließende 5:0 war dann aufgrund der vorausgehenden Kombination fast eine Kopie des 3:0, nur dass diesmal Stöckmann abzog und der Ball halbhoch in der rechten Ecke des Burg Gretescher Gehäuses einschlug (77.).

Durch ihren klaren Erfolg kletterten die HSV-Frauen wieder auf Rang drei in der Staffel A der Regionalliga Nord, der zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen würde. „Im ersten Durchgang waren wir nicht zufrieden. In der Halbzeitpause haben wir uns vorgenommen, mehr Fußball zu spielen. Das ist dann auch gelungen. Die Tiefenstaffelung war viel besser, wir haben den Ball mehr laufen lassen und die Partie souverän bestimmt“, kommentierte Trainer Manuel Alpers den verdienten Sieg. „Der Start mit sechs Punkten aus drei Spielen ist uns damit insgesamt gelungen. Wir besitzen eine gute Ausgangsposition.“