In Bad Segeberg

Das ungewöhnliche Comeback des Pferdesports

Bei den Dressur-Landesmeisterschaften in Bad Segeberg gewann Marie Holtfreter vom Garstedt-Ochsenzoller Reit- und Fahrverein mit Dancing Daylight NRW den Titel in der Ponyreiter-Konkurrenz.

Bei den Dressur-Landesmeisterschaften in Bad Segeberg gewann Marie Holtfreter vom Garstedt-Ochsenzoller Reit- und Fahrverein mit Dancing Daylight NRW den Titel in der Ponyreiter-Konkurrenz.

Foto: Anne Pamperin

Wegen der Corona-Pandemie ermitteln die besten schleswig-holsteinischen Dressur- und Springreiter ihre Landesmeister ohne Zuschauer.

Bad Segeberg.  Die Freude war Dressurreiterin Marie Holtfreter (15) deutlich anzusehen; sie strahlte bei den Landesmeisterschaften in Bad Segeberg mit der Sonne um die Wette. Und das aus gutem Grund: Das Nachwuchstalent vom Garstedt-Ochsenzoller Reit- und Fahrverein sicherte sich mit dem sieben Jahre alten Wallach Dancing Daylight NRW zum ersten Mal den Titel bei den Ponyreitern – und das in einer beeindruckenden Art und Weise.

Marie Holtfreter ist von ihrem Sieg überrascht

In der letzten und gleichzeitig schwersten der drei zu absolvierenden Aufgaben, einer L**-Dressur, erhielt Holtfreter 919 Punkte und damit eine Wertung von 74,715 Prozent. Die Gymnasiastin, die 2019 Dritte geworden war, zeigte sich überrascht von ihrem tollen Ergebnis. „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier gewinne. Aber Dancing Daylight hat sich sehr gut entwickelt. Man merkt sehr, dass er jetzt ein Jahr älter ist“, sagte die neue Landesmeisterin von Hamburg und Schleswig-Holstein, die auf dem Reiterhof Syltkuhlen von Cathrin Beckmann-Meßfeldt trainiert wird.

Nina Rathjens triumphiert bei den Senioren

Bei den Junioren triumphierte Helena Schmitz-Morkramer (Reitgemeinschaft Hof Barkholz) auf Florentine. Sie ist in Kayhude – wie auch ihre Schwester Allegra – unter der Regie von Sonja Ellerbrock aktiv. Gold bei den Jungen Reitern gewann Ophelia Shalom (Lübecker RV) mit Dolce Fita, im Children-Wettbewerb triumphierte Cesarine von Eicken (TS Granderheide) mit ihrem Pferd Fürstenliebe De. Bei den Senioren siegte wie 2018 Ninja Rathjens (Elbdörfer- und Schenefelder Reitverein) mit De Nino. Paula de Boer vom Garstedt-Ochsenzoller RFV landete mit ihrem 18 Jahre alten Trakehnerwallach Le Rouge auf dem vierten Platz. „Wir sind alle froh, dass es in diesem Jahr überhaupt eine Landesmeisterschaft gibt”, sagte Rathjens, die die ersten beiden Prüfungen gewann und in der Grand-Prix-Kür Zweite wurde.

In der Tat war lange nicht sicher, ob und wann die „Grüne Saison“ 2020 überhaupt stattfinden würde. „Uns war schnell klar, dass unter den aktuellen Bedingungen Landesturnier und Landesponyturnier nicht in der gewohnten Form ausgerichtet werden können. Aber wir wollten den Aktiven auf jeden Fall die Möglichkeit bieten, ihre Meister zu ermitteln“, so Matthias Karstens, der Geschäftsführer des Pferdesportverbandes Schleswig-Holsteins.

Ruhige Atmosphäre auf den Turnierplätzen

Die Dressurreiter aller Altersklassen hatten den Landesturnierplatz für sich. Zuschauer waren nicht erlaubt, sodass in ruhiger und entspannter Atmosphäre geritten wurde, was vor allem den nervöseren Pferden entgegenkam. Auf dem im hinteren Bereichs des Geländes liegenden Pagelplatz hatten in der Vergangenheit vor allem die Ruderer vom angrenzenden See aus für Unruhe gesorgt. Deren Trainer fuhren mit dem Rad am Ufer entlang, um ihre Anweisungen zu geben. In diesem Jahr fanden die Prüfungen auf zwei Plätzen im vorderen Bereich statt.

Jetzt sind die Springreiter an der Reihe

Nach den Dressurreitern ermitteln von Freitag an die Springreiter ihre Meister in den Altersklassen Children bis Senioren. Wegen den von der Landesregierung beschlossenen Coronalockerungen wird das Teilnehmerkontingent inklusive Betreuer und Begleitpersonen auf 1500 angehoben, Zuschauer sind aber nach wie vor nicht zugelassen.

Digitaler Wettbewerb für Abteilungen

Für die Reitabteilungen gibt es in diesem Jahr keine regulären Titel zu gewinnen. Doch der Pferdesportverband Schleswig-Holstein sowie der Reit- und Fahrverein Bad Segeberg haben mit Unterstützung der Itzehoer Versicherung einen digitalen Wettbewerb ausgerufen. „Bis zum 11. Oktober können Reitabteilungen ihre Mannschaftsdressur auf Video aufnehmen und an uns senden. Wertungsrichter entscheiden dann darüber, wer sich am besten präsentiert hat. Vereine, die keine Abteilung haben, können sich außerdem an einem Kreativwettbewerb beteiligen und sich ebenfalls per Video vorstellen“, sagte Tim Streichert, stellvertretender Jugendwart im RFV Bad Segeberg.

www.itzehoer-vereins-challenge.de