DFB-POKAL

SV Todesfelde kämpft um das Heimrecht

Der Sieg im Landespokalfinale gegen den VfB Lübeck ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des SV Todesfelde..

Der Sieg im Landespokalfinale gegen den VfB Lübeck ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des SV Todesfelde..

Foto: Thomas Maibom

Dorfclub aus dem Kreis Segeberg sieht „gute Chancen“ auf Partie im eigenen Joda-Sportpark gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück.

Todesfelde/Norderstedt.  Es ist nur wenige Tage her, dass sich die Fußballer von Eintracht Norderstedt (5:1 gegen den TSV Sasel) und des SV Todesfelde (3:2 gegen den VfB Lübeck) für den DFB-Pokal qualifiziert haben. Im Falle der Eintracht ist es die dritte Teilnahme nach 2016 und 2017, der Heimrechttausch mit dem Europapokalteilnehmer und Finalisten der Vorsaison, Bayer Leverkusen, bereits vereinbart. Todesfelde hingegen, sensationell erstmals im Wettbewerb dabei, will unter allen Umständen im heimischen Joda-Sportpark gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück spielen. Beide Partien sind noch nicht terminiert, sie dürften am 12. oder 13. September stattfinden.

Der Kreis Segeberg und der DFB müssen zustimmen

Eine Delegation des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat am Mittwoch die Sportanlage in Todesfelde inspiziert. Für den SVT ging es darum, die Offiziellen davon zu überzeugen, dass die Rahmenbedingungen im Dorf – trotz Corona – ausreichen. Der Amateurclub und amtierende Oberligameister hat ein Konzept erarbeitet und nach eigenen Angaben genügend ehrenamtliche Helfer organisiert, um den Ablauf geregelt zu bekommen. 500 Personen dürften sich gemäß der geltenden Veranstaltungsverordnung im Stadionbereich aufhalten – rund 250 Fans wären also gestattet. Und darauf will Todesfelde nicht verzichten für das bedeutendste Ereignis der Clubgeschichte. Hauptsponsor Bernd Jorkisch hat bereits seine Unterstützung zugesichert. Klar ist, dass auf den Verein fünfstellige Kosten zukommen, vom Antrittsgeld (140.000 Euro) würde wohl weniger übrig bleiben.

Der Joda-Sportpark müsste für eine TV-Liveübertragung ausgerüstet, vermutlich ein Kameraturm aufgebaut werden. Daher wird es auch darauf ankommen, dass die Konstruktion der neuen Gegengerade mit etwa 600 Stehplätzen rechtzeitig abgeschlossen ist. Und natürlich müssten das Gesundheits- und das Ordnungsamt des Kreises Segeberg final alles genehmigen. Dass Landrat Jan Peter Schröder mit dem SV Todesfelde zumindest sympathisiert, war beim Finale gegen Lübeck unübersehbar – der Verwaltungschef präsentierte in Malente einen Fanschal der Blau-Gelben.

Polizei und Feuerwehr geben grünes Licht

„Wir haben gekämpft, unser Konzept scheint überzeugt zu haben“, sagte Teammanager Timo Gothmann nach dem DFB-Termin. Und fügte vorsichtig optimistisch hinzu: „Es sieht gut aus.“ Zumindest Polizei und Feuerwehr hätten bereits grünes Licht gegeben, der DFB wartet nun auf die abschließende Bewertung des Kreises, in der nächsten Woche soll die Entscheidung spätestens getroffen werden. Ohne Frage – es wäre bemerkenswert, sollte in Todesfelde mit Zuschauern gespielt werden dürfen. Eintracht Norderstedt hatte genau darauf verzichtet und sich kurzfristig mit Leverkusen auf eine Austragung in der BayArena geeinigt – als Geisterspiel. Auch, weil sich die Garstedter die hohen Kosten für die Organisation in der eigenen Stadt eben nicht aufbürden wollten – gerade in Anbetracht dessen, dass es keine Einnahmen eines ausverkauften Edmund-Plambeck-Stadions geben würde.

Eintracht muss Testspiele absagen

Zusätzlich sah sich die Eintracht nun auch gezwungen, die geplanten Testspiele am Freitag gegen Staffelkonkurrent SV Werder Bremen II und am Sonntag gegen den Oberligisten SV Curslack-Neuengamme abzusagen. Grund ist eine Auflage, nach der alle Teilnehmer im DFB-Pokal auf Corona getestet werden müssen sowie nur gegen getestete Teams antreten dürfen. „Werder Bremen II hätte sich zweimal testen lassen müssen, was etwas über 4000 Euro gekostet hätte. Deshalb haben sie uns abgesagt“, so Eintracht-Präsident Reenald Koch. Auch für Oberligist Curslack-Neuengamme kam dieser finanzielle Aufwand nicht infrage. Dafür ist am Sonntag um 14 Uhr nun der Bremer Pokalsieger und DFB-Pokalteilnehmer FC Oberneuland der Gegner. Das Spiel findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Noch ungeklärt ist die Übernahme der Kosten von knapp 10.000 Euro für die Corona-Tests, die beim Kooperationspartner Lans Medicum durchgeführt werden – der erste Durchlauf heute, die drei weiteren am 1., 4. und 9. September. „Die Tendenz geht in die Richtung, dass der DFB die Kosten bezahlt“, sagt Reenald Koch. Die Auflage selbst beanstandet er nicht. „Wir müssen uns gesundheitlich verantwortbar verhalten.“

Regionalliga-Auftakt in Flensburg findet statt

„Schon irgendwie komisch“, findet Trainer Jens Martens den Widerspruch, dass die Eintracht am 5. September zum Start der Regionalliga Nord beim SC Weiche Flensburg 08 bei einem nicht auf Corona getesteten Team antreten darf, weil es sich um ein Pflichtspiel handelt. Aber auch Martens „kann die Auflage in dieser Gesamtsituation nachvollziehen“. Die Ergebnisse der ersten Corona-Testreihe werden am Sonnabend vorliegen. Sollten keine Infizierungen von Spielern vorliegen, steht dem Freundschaftsspiel gegen Oberneuland nichts mehr im Wege.

Personell tut sich derweil einiges bei der Eintracht. Stürmer Dominik Akyol wechselt zu Altona 93. „Er hat sich bei uns immer astrein verhalten. Nun zweifelte er daran, noch genügend Spielpraxis zu bekommen. Das können wir nachvollziehen und haben ihm den Wechsel ermöglicht“, so Martens. Als Testspieler war dafür beim Training am Mittwochabend Dylan Williams (zuletzt Hamm United) im Einsatz. Er ist eine Option für die Achterposition. Über eine Verpflichtung ist noch nicht entschieden.