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Die Chronik – 50 Jahre Sport in Norderstedt

Die (Fußball-) Party des Jahres: Der 1. SC Norderstedt feiert den Aufstieg in die Oberliga (Ausgabe vom 19. Juni 1987).

Die (Fußball-) Party des Jahres: Der 1. SC Norderstedt feiert den Aufstieg in die Oberliga (Ausgabe vom 19. Juni 1987).

Foto: Christopher Herbst

Das Abendblatt war seit der Stadtgründung am 1. Januar 1970 immer am Ball. Unternehmen Sie mit uns eine Zeitreise ins Jahr 1987.

Christopher Herbst


Bei der Rallye Paris-Dakar nimmt auch das AM-Team aus Norderstedt teil. Walter Schleicher und Reinhard Schülein vom Norderstedter Automobil- und Motorsportclub kämpfen mit technischen Problemen, nach fünf Tagen werden sie in Algerien von einem Motorschaden an ihrem Toyota ausgebremst.


Stunk zum Jahresanfang: Die Zweitliga-Volleyballer des 1. SC Norderstedt verlieren sang- und klanglos mit 0:3 in Osnabrück, es ist die erste Niederlage der Saison. Trainer Günter Blume ist entsetzt, nennt den Auftritt „erbärmlich“, sagt: „Ich habe mich geschämt.“ Und reagiert, indem er Altmeister „Hamster“ Wegner (35) reaktiviert.


Der 16-jährige Olaf Karuth aus Norderstedt, der für den Altonaer Schlittschuhläufer-Verein startet, wird Hamburger Meister im Eisschnelllauf. Mehrfach pro Woche trainierte er zuvor auf der Eisbahn in den Wallanlagen. Der Lohn: Die Qualifikation für die DM in Berlin.


Der ehemalige deutsche Meister im Tanzen, Rüdiger Knaack vom TuS Alstertal, kehrt knapp eineinhalb Jahre nach einem schweren Autounfall zurück auf das Parkett, zeigt zusammen mit Claudina Kespohl-Koerth ein Medley aus Slow Fox, Quick Step und Langsamem Walzer. Dabei hatten ihm Ärzte wegen eines Trümmerbruchs im linken Bein und mehreren Operationen zunächst jegliche Hoffnung auf ein Comeback genommen.


Im März ist die Rückkehr des 1. SC Norderstedt in die Volleyball-Bundesliga perfekt. Und das vorzeitig, denn vor dem letzten Zweitliga-Spieltag steht fest, dass wegen einer Quotientenregelung der Verfolger aus Osnabrück keine Chance mehr hat. Der zuständige Staffelleiter bemerkt das übrigens erst, nachdem ihm SCN-Trainer Günter Blume darauf hinweist und die Männer daraufhin gemeinsam alles durchrechnen. Der Coach überrascht das Team daraufhin mit Sekt. Das letzte Match in Wattenscheid geht zwar verloren (1:3), doch Osnabrück patzt ebenso, sodass Norderstedt den Titel mit zwei Punkten Vorsprung holt. Blume verkündet wenig später seinen Abschied. Sein Nachfolger: Tonda Mozr.


Die VG Alstertal/Harksheide schafft zwar den Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga, doch Erfolgstrainer Thomas Nohr verlässt die Volleyballfrauen – der Familie zuliebe. Zuvor hatte das Team wochenlang vergeblich versucht, ihn umzustimmen. Der neue Mann wird bald präsentiert – Ulrich Grubbe.


Der Schachklub Norderstedt und die Schachabteilung des Norderstedter SV beschließen, im Nachwuchsbereich zu fusionieren. Künftig sitzt man als „Schachjugend Norderstedt“ an den Brettern.


Die Handballherren des Glashütter SV feiern den Aufstieg in die dritte Liga. Dafür genügt ein zweiter Platz, das entscheidende Ergebnis ist ein 19:17 gegen Spitzenreiter DuWO 08.


„Emanzen“ – diese despektierliche Bezeichnung soll im SV Friedrichsgabe in Richtung der Fußballfrauen gefallen sein. Das Team fühlt sich schlecht behandelt, im Winter sei ihnen zugunsten der Herren jegliche Trainingsmöglichkeit versagt worden. Dazu kommen dauerhafte Personalprobleme. Daher steht der Entschluss fest: Der SVF meldet die Mannschaft aus der Kreisliga ab.


Große Trauer bei TuRa: Siegfried Kreft, Liga-Obmann und lange auch Abteilungsleiter der Fußballer, stirbt völlig unerwartet im Alter von nur 57 Jahren. Für ein Benefizspiel, dessen Einnahmen an Witwe Uschi gehen, kommt der Hamburger SV mit Trainer Ernst Happel und Manager Felix Magath an den Exerzierplatz. 1300 Zuschauer sind dabei. Ärger gibt’s trotzdem: Die Polizei verteilt während der Partie fleißig Strafzettel für Falschparken.


Auf die Geher des SV Friedrichsgabe bleibt Verlass. Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Kandel gewinnen Hardy Koschollek, Claus Ahrens und Rainer Heidemann in der Altersklasse 40 bis 45 Jahre souverän den Mannschaftstitel.


Der 1. SC Norderstedt, TuRa Harksheide, der SV Friedrichsgabe und der Glashütter SV gründen die HGN – die Handball-Gemeinschaft Norderstedt. 30 Jugendmannschaften gehen unter dem neuen Namen an den Start, die Sportler bleiben aber Mitglieder ihrer Stammvereine. Ein Hauptaugenmerk soll auf Leistungssport liegen, langfristig soll das HGN-Projekt auch im Erwachsenenbereich etabliert werden.


Als Vizemeister der Hamburger Verbandsliga qualifiziert sich der 1. SC Norderstedt für die Aufstiegsrunde zur Fußball-Oberliga. Dort startet man mit einem 1:1 gegen den VfR Osterode, es folgt ein 2:2 beim VfL Herzlake, dann ein 3:0 gegen den VfB Lübeck und ein 0:0 an der Lohmühle. In Osterode feiert der SCN ein 2:1 – und das 1:0 vor 3000 Zuschauern an der Ochsenzoller Straße gegen Herzlake sichert den so lange ersehnten Aufstieg.


Für die Fußballer des TuRa Harksheide geht es als Meister der Bezirksliga Nord hoch in die Landesliga. Nicht aber mit Coach Horst Engel, der den Verein verlässt und von Helmut Gloel beerbt wird. Dieser bekommt zudem einen prominenten Neuzugang: Reenald Koch, ehemaliger Profi des FC St. Pauli, soll neuer Abwehrchef werden. Nur ein Derby mit dem Glashütter SV gibt es nicht – denn dieser steigt als Landesliga-Champion in die Verbandsliga auf.


Zwei Tennistalente des SV Friedrichsgabe trumpfen auf: Bei den Landesjugendmeisterschaften in Lübeck gewinnt die 13-jährige Tanja Schulz sowohl im Einzel als auch im Doppel. Und Tanja Stegkämpfer setzt sich ebenso in der Doppelkonkurrenz ihrer Altersklasse durch, kommt zudem im Einzel ins Halbfinale.


Thomas Michael und Jan Stasinopoulos, beide 18 Jahre alt, gründen bei TuRa Harksheide eine Abteilung für American Football. An Interesse in der Stadt für die US-amerikanische Nationalsportart mangelt es nicht, beim ersten Training beim Schulzentrum Nord sind gleich 20 junge Männer dabei. Das reicht aber nicht, es werden mindestens 45 Teammitglieder benötigt.


Beim SCN versucht die Fußballmannschaft, einen Rauswurf von Trainer Gerd Mewes zu erzwingen. Horst Plambeck, Chef beim Oberliga-Aufsteiger, reagiert konsequent – und schmeißt die Wortführer, darunter Kapitän Dirk Klenke, kurzerhand raus.