Leichtathletik

Hochspringer Finn Drümmer fliegt zur Bestmarke

Finn Drümmer (Kaltenkirchener TS, 24) stellte im Wettbewerb der Männer mit 2,16 Metern eine persönliche Bestleistung auf und wurde damit auch unangefochten Landesmeister.

Finn Drümmer (Kaltenkirchener TS, 24) stellte im Wettbewerb der Männer mit 2,16 Metern eine persönliche Bestleistung auf und wurde damit auch unangefochten Landesmeister.

Foto: Anne Pamperin

Kaltenkirchener gewinnt in Hamburg den Landesmeistertitel und stellt dazu einen neuen persönlichen Rekord auf.

Hamburg. Leere Ränge, nur wenige Athleten, keine Zuschauer: Die Atmosphäre bei den Landesmeisterschaften der Männer und Frauen in der Hamburger Jahnkampfbahn war in der Tat gewöhnungsbedürftig. Doch um in Zeiten der Corona-Pandemie überhaupt Titelkämpfe ausrichten zu können, hatte der Hamburger Leichtathletikverband ein Hygienekonzept erarbeiten müssen, in diesem Zusammenhang Zuschauer nahezu komplett ausgeschlossen und auch auf die Durchführung von Siegerehrungen verzichtet. Nicht nur ohne Zuschauer, sondern sogar ohne Konkurrenz musste Finn Drümmer seinen Wettkampf bestreiten. Letzteres ist für den Hochspringer von der Kaltenkirchener Turnerschaft allerdings nichts Besonderes. Zumindest auf Landes- und norddeutscher Ebene ist der 24-Jährige eine Klasse für sich – das wurde auch im Kampf um den gemeinsamen Titel von Hamburg und Schleswig-Holstein deutlich. Als der Kaltenkirchener bei 1,99 Meter in den Wettbewerb einstieg, konnte nur noch Stéphane Signie-Diriberry vom Hamburger SV mithalten, alle anderen Starter waren bereits ausgeschieden. Während für den HSV-Sportler bei 2,02 Metern Schluss war, wollte Finn Drümmer noch wesentlich höher hinaus. „Ich will in Richtung persönliche Bestleistung springen und diese, wenn möglich, sogar auf 2,20 Meter verbessern“, sagte der ehemalige Zehnkämpfer im Vorfeld. Vor allem nach dem für ihn ein wenig enttäuschenden Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften, wo er mit übersprungenen 2,05 Metern Siebter wurde.

Leistung ist weitaus besser als bei der DM

In Hamburg lief der Wettbewerb ganz anders. Ohne jeglichen Druck bewältigte Drümmer erst 2,05, dann 2,12 und schließlich die neue Rekordhöhe von 2,16 Metern. Hier war dann allerdings Endstation, was den 24-Jährigen ziemlich wurmte. „Ich bin ja gar nicht mehr richtig abgesprungen. Das ärgert mich schon etwas. Na ja, nun muss ich wohl noch ein Jahr weitermachen, um dann die 2,20 Meter zu schaffen“, so der junge Hochspringer, der jetzt erst einmal eine kleine Trainingspause einlegen wird.

Während für den alten und neuen Landesmeister die Saison nun vorbei ist, hat Mittelstreckenläuferin Charleen Richter (SC Rönnau 74) ihren sportlichen Saisonhöhepunkt noch vor sich. Die 17-Jährige startet am übernächsten Wochenende bei den Deutschen U-18-Meisterschaften in Heilbronn, sammelte bei den Landesmeisterschaften in Hamburg noch einmal Wettkampfpraxis über 800 (2:11,54 Min.) sowie über 1500 Meter (4:35,08 Min.) und musste sich anschließend entscheiden, über welche Distanz sie bei der DM antreten wird. Dass sie in Topform ist, demonstrierte sie mit zwei neuen Bestleistungen.

Die Wahl fiel auf die 1500 Meter. „Ich habe in beiden Disziplinen gute Chancen, das Finale zu erreichen. Ich denke, dass es bei den 1500 Metern deutlich entspannter wird. Die 800 Meter sind sehr taktisch, da kann es immer mal unerwartete Überraschungen geben. Auch wenn ich überwiegend für die 800 Meter trainiert habe, möchte ich es dieses Jahr einfach mal über die Distanz ausprobieren“, sagte die Schackendorferin.

Charleen Richter rechnet sich bei U-18-DM gute Chancen aus

Zusätzliche Motivation beim Training und im Wettkampf bringt übrigens der direkte Vergleich mit ihrem Vater Falk Richter, der ebenfalls bei Sören Kuhn trainiert. Im internen Familienduell stand es vor dem 1500-Meter-Wettbewerb 4:3 für Charleen. „Ich wollte heute eigentlich schneller laufen als Charleen und dadurch ausgleichen“, sagte der 40-Jährige. Das klappte nicht ganz: Tatsächlich blieb die Uhr auch für ihn bei exakt 4:35,08 Minuten stehen.

Den zweiten Titel für den KLV Segeberg holte Aaron Köhler (Bramstedter TS, 20), der sich über 110 Meter Hürden in 15,33 Sekunden durchsetzte. Adrian Griffel (ebenfalls BT, 19) wurde mit 62,80 Metern Vizemeister im Speerwurf der Männer. Bronze holte Catharina Jürgens (SC Rönnau 74) mit einer Zeit von 60,99 Sekunden über 400 Meter.