DFB-Pokal

Eintracht Norderstedt tauscht Heimrecht mit Bayer Leverkusen

In der Europa League spielte Leverkusen bereits ohne Zuschauer – so wird auch die Partie im DFB-Pokal gegen Norderstedt ablaufen.

In der Europa League spielte Leverkusen bereits ohne Zuschauer – so wird auch die Partie im DFB-Pokal gegen Norderstedt ablaufen.

Foto: Sascha Schuermann / dpa

Wegen des erheblichen Aufwands für das Spiel nach Corona-Regeln muss Hamburgs Pokalsieger umziehen – und denkt dabei auch an die Fans.

Norderstedt. Am Montagnachmittag setzte Reenald Koch, Präsident von Fußball-Regionalligist Eintracht Norderstedt, zu einer Lobeshymne an. „Äußerst konstruktiv, sehr freundlich“ und „höchst erfreulich“ seien die Gespräche mit Stephan Rehm gewesen, dem Abteilungsleiter für Veranstaltungen bei Bundesligist Bayer 04 Leverkusen.

Das Ergebnis des telefonischen Austausches: Eintracht Norderstedt wird sein Erstrundenspiel im DFB-Pokal (11. bis 14. September) auswärts beim Europapokal-Teilnehmer und Tabellenfünften der letzten Bundesliga-Spielzeit in dessen BayArena bestreiten.

Umrüsten des Norderstedter Stadions wäre zu teuer

Koch hatte die Gespräche mit Leverkusen direkt nach dem Hamburger Pokalsieg im Endspiel gegen den TSV Sasel am Sonnabend (5:1) angekündigt. Nun ging alles recht fix. „Bei der aktuellen Verfügungslage hätten wir in unser Stadion vermutlich nur 300 Zuschauer reinlassen dürfen. Um unsere Organisationskosten zu decken, hätte jede Karte 100 Euro kosten müssen. Das wäre unzumutbar für unsere Fans gewesen“, sagte Koch.

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Das Umrüsten des Edmund-Plambeck-Stadions für die TV-Übertragung hätte unter anderem den Aufbau von vier Fernsehtürmen, die Installation einer Bodenkamera, die Anschaffung eines Notstromaggregats sowie den Einsatz von Ordnern erfordert. Für ein Spiel fast ohne Fans war dies der Eintracht ein zu hoher finanzieller Aufwand. Die Kosten für die Ausrichtung der Partie dürfte nun weitgehend der Proficlub übernehmen. „Leverkusen will uns zudem mit seinen Kontakten helfen, damit wir im Lindner Hotel an der BayArena übernachten können“, so Koch.

DFB stimmte zu: "Die freuen sich, dass sie ein Sorgenkind weniger haben"

Die Zustimmung des Deutschen Fußball-Bundes sei kein Problem gewesen. „Ich habe mit dem DFB telefoniert. Dort stieß ich sofort auf Zustimmung. Die freuen sich, dass sie ein Sorgenkind weniger haben“, sagte Koch. „Ich vermute allerdings, dass das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird, da bei Heimspielen von Profimannschaften bis zum 31. Oktober keine Fans dabei sein dürfen.“ Offiziell bestätigen wollte Leverkusen die Einigung auf Abendblatt-Nachfrage nicht. Die Kommunikation der Spielansetzung sei Aufgabe des DFB, hieß es.

Eine neue Erfahrung werden die Eintracht-Spieler übrigens zusätzlich zu ihrem Auftritt in der großen BayArena (Kapazität: 30.210) machen. Vorgeschrieben ist, dass die Mannschaft und das nähere Umfeld (Trainer, Zeugwart, Physios) zweimal auf Corona getestet werden.