Fussball

Holt Eintracht Norderstedt zum dritten Mal den Pokal?

So war’s beim letzten Eintracht-Triumph im Mai 2017: Jan-Philipp Rose, Siegtorschütze zum glücklichen 2:1 gegen die SV Halstenbek-Rellingen, stemmt die Trophäe in die Höhe.

So war’s beim letzten Eintracht-Triumph im Mai 2017: Jan-Philipp Rose, Siegtorschütze zum glücklichen 2:1 gegen die SV Halstenbek-Rellingen, stemmt die Trophäe in die Höhe.

Foto: Anne Pamperin

Die Regionalliga-Kicker gehen an diesem Sonnabend auf der Wolfgang-Meyer-Sportanlage als Favorit ins Finale gegen den TSV Sasel.

Norderstedt.  Es ist der letzte Akt der Fußballsaison 2019/2020. An diesem Sonnabend stehen sich die Regionalliga-Kicker von Eintracht Norderstedt und Oberliga-Club TSV Sasel im Endspiel um den Hamburger Lotto-Pokal gegenüber. Der Sieger der Partie, die um 14.45 Uhr auf der Wolfgang-Meyer-Sportanlage an der Hagenbeckstraße beginnt, qualifiziert sich für die erste Runde im DFB-Pokal, trifft dort am zweiten September-Wochenende auf Bundesligist Bayer 04 Leverkusen – und bekommt die Teilnahme am nationalen Cupwettbewerb mit 135.000 Euro versüßt.

Prickelnde Pokalatmosphäre dürfte trotz der sportlichen Brisanz allerdings nicht aufkommen. Grund: Die Begegnung findet vor lediglich 200 Personen statt, die zu einem wesentlichen Teil aus den beiden Teams, Funktionären und Pressevertretern bestehen.

Liveübertragung in der ARD und auf ndr.de

Aber: Die Partie wird von 14.30 Uhr an in einer Konferenz mit fünf anderen Begegnungen live in der ARD-Sportschau und in voller Länge im Internet per Livestream auf ndr.de übertragen.

Eintracht-Trainer Jens Martens geht fest davon aus, dass seine Mannschaft eine bessere Leistung abliefert als vor 15 Monaten. Damals mussten sich die favorisierten Norderstedter im Cupfinale der Serie 2018/2019 Oberligist TuS Dassendorf mit 1:2 geschlagen geben. Das entscheidende Gegentor durch Kristof Kurczinsky fiel bezeichnenderweise in der vierten Minute der Nachspielzeit.

„Die Jungs wollten unbedingt gewinnen, sie hatten aber erst eine Woche zuvor mit einem 3:1.-Erfolg beim 1. FC Germania Egestorf-Langreder den Klassenerhalt in der Regionalliga Nord geschafft“, erinnert sich Martens, „gegen Dassendorf war das Team dann physisch und psychisch durch.“

Bei der Vorbereitung auf das Match gegen den TSV Sasel wurden die Geschehnisse aus dem vergangenen Jahr nicht weiter thematisiert. „Das ist alles aufgearbeitet, diesmal soll es anders laufen als gegen die TuS Dassendorf“, so der Coach, „die Hamburger sind zwar ein richtig harter Brocken, aber wir wollen das Spiel von der ersten Minute an dominieren.“

Zwei Ex-Norderstedter spielen jetzt in Sasel

Verhindern wollen dies unter anderem zwei Ex-Norderstedter und ein früherer Schützling von Jens Martens. Innenverteidiger Marin Mandic (32/kickte von Juli 2013 bis Juli 2019 an der Ochsenzoller Straße) und Mittelfeldmann Deran Toksöz (32/Januar 2014 bis Januar 2019) sind heiß darauf, ihrem früheren Club die Tour zu vermasseln. „Klar, das ist für mich ein ganz besonders Spiel, ich bin extrem motiviert und möchte unbedingt als Sieger vom Feld gehen“, sagt Mandic, der trotz seiner Routine eine nervöse Anspannung verspürt. „Ich denke seit einer Woche an nichts anderes, habe auch nicht gut geschlafen.“ Stürmer Tim Jeske wurde 2009 von Martens vom VfR Horst zum SV Henstedt-Ulzburg geholt und ist immer für einen Treffer gut.

Eintracht Norderstedt geht ohne große Personalsorgen in das Pokalfinale. Einziger Ausfall mit Startelf-Potenzial ist Stürmer Michael Kobert, der wegen einer Knieverletzung passen muss. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Hamajak Bojadgian, der zuletzt muskuläre Probleme hatte. Ob er oder Yannik Nuxoll zusammen mit Fabian Grau im Abwehrzentrum verteidigt, entscheidet sich kurzfristig.

Motivation und Mentalität sind die entscheidenden Faktoren

Dass seine Mannschaft einen leichten Vorteil haben könnte, weil die technisch versierten und auf Ballbesitz fixierten Saseler normalerweise auf Kunstrasen kicken, der Wolfgang-Meyer-Platz aber über Naturrasen verfügt, glaubt Jens Martens, der als Trainer noch nie Hamburger Pokalsieger war, dafür aber 1996 mit Holstein Kiel den schleswig-holsteinischen Cupwettbewerb gewann, nicht. „Das ist in einem solchen Match nicht entscheidend“, sagt er, „viel wichtiger sind Motivation und Mentalität.“

Der Hamburger Senat hat den Regionalliga-Clubs Altona 93, FC Teutonia 05, FC St. Pauli II und Hamburger SV II eine Ausnahmegenehmigung für Training und Punktspiele in voller Mannschaftsstärke erteilt. Damit könnte die Punktrunde am 4. September beginnen.