Norderstedt
FUSSBALL

Jan Lüneburg äußert Kritik an engen Kabinen

Fußball mit Zuschauern, aber eben weiterhin unter Ausnahmebedingungen – es war kein normales Pokalspiel an der Kreuzkirche.

Fußball mit Zuschauern, aber eben weiterhin unter Ausnahmebedingungen – es war kein normales Pokalspiel an der Kreuzkirche.

Foto: Anne Pamperin

Eintracht-Matchwinner findet deutliche Worte. Er hätte sich eine andere Organisation des Lotto-Pokals gewünscht.

Ottensen. Zweierlei zeichnet Eintrachts Angreifer Jan Lüneburg (29) neben seinen großen sportlichen Qualitäten besonders aus. Sein Hang zu launigen Sprüchen und seine Vorliebe für Klartext. Nach dem 1:0 bei Teutonia beschrieb der Torschütze und Matchwinner erst seinen Treffer („Ich habe den Ball lange gar nicht gesehen und einfach meinen Kopf hingehalten“) – und entschied sich dann für die Klartext-Variante.

„Ich finde es schwierig, unter diesen Bedingungen den Lotto-Pokal mit einer Sonderregelung auszuspielen. So vielen Menschen geht es aufgrund von Corona nicht gut. Ich spiele wirklich gerne Fußball, aber diese ganze Gerede um den Amateurfußball, den Amateurpokal und Fußball generell in dieser Situation finde ich nicht gut“, sagte Lüneburg. „Und das sage ich nicht, weil wir bei einem Abbruch das Ding automatisch gewonnen hätten. Darum geht es mir nicht.“ Konkret hätte Lüneburg unter den Corona-Bedingungen grundsätzlich sicherere, sprich größere, Spielorte bevorzugt, um die Gesundheit aller Beteiligten besser zu schützen. „Wenn man unbedingt spielen will, hätten alle Spiele im Stadion an der Hoheluft ausgetragen werden können. Das hätte ich besser gefunden“, sagte der bullige Stürmer.

Einen Kommentar zu den kleinen Umkleidekabinen an der Kreuzkirche hatte sich sein Coach Jens Martens verkniffen. Lüneburg nahm auch hier kein Blatt vor den Mund. „Ich muss doch kein Experte sein, um zu sehen, dass eine Fußballmannschaft mit 25 Leuten im Kader unter diesen Bedingungen nicht in so eine kleine Kabine reinpasst“, sagte der Norderstedter.

Teutonia hatte stets argumentiert – und wiederholte dies von offizieller Seite am Spieltag –, dass das Gesundheitsamt des Bezirks Altona das Hygienekonzept abgesegnet hätte. Bezüglich der engen Kabinen bleibt allerdings in der Tat rätselhaft, warum diese Lösung die Akzeptanz der Behörden fand.