Tennis

Zum Saisonstart gibt’s gleich ein Nachbarschaftsduell

Die Herren des TC Garstedt wollen in der Sommerrunde der Schleswig-Holstein-Liga oben mitmischen. Hinter dem Netz von links: Claus Piening, Robin Cawley, Trainer Dieter Schütz, Patrick Gebers, Dustin Möller-Alexandru. Vorne von links: Ben Morgenstern, Milos Durovic, Bennet Krause und Vincent Stephan.

Die Herren des TC Garstedt wollen in der Sommerrunde der Schleswig-Holstein-Liga oben mitmischen. Hinter dem Netz von links: Claus Piening, Robin Cawley, Trainer Dieter Schütz, Patrick Gebers, Dustin Möller-Alexandru. Vorne von links: Ben Morgenstern, Milos Durovic, Bennet Krause und Vincent Stephan.

Foto: Frank Best

Die Schleswig-Holstein-Liga-Herrenmannschaft des TC Garstedt schlägt am Sonnabend um 14 Uhr auswärts beim TC Rot-Weiss Wahlstedt auf.

Norderstedt/Wahlstedt. Das Wettkampfverbot ist gekippt, die Tennismannschaften in Schleswig-Holstein kämpfen wieder um Punkte. Zwar gelten auf den Anlagen der Clubs wegen der Corona-Pandemie immer noch strenge Hygiene- und Abstandsregeln, der Spielplan des Landesverbandes für die Sommerrunde 2020 ist nach der dritten Aktualisierung sowie dem Rückzug von 608 der ursprünglich gemeldeten 2213 Mannschaften deutlich zusammengeschrumpft – aber die jüngsten Lockerungen sind immerhin ein weiterer Schritt in Richtung Normalität.

„Gruppen von zehn Personen dürfen auch ohne das Einhalten der Abstandsregeln Sport ausüben. Auf die Sportart kommt es nicht an; auch kontaktintensive Sportarten wie Kampfsport können ausgeübt werden. Bei der Ausübung von Sport gilt das allgemeine Abstandsgebot aus Paragraf 2 Absatz 1 der Corona-Verordnung. Dabei gilt ebenfalls die Ausnahme nach Paragraf 2 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3, wonach der Mindestabstand von 1,5 Metern bei Zusammenkünften zu privaten Zwecken mit bis zu zehn Personen nicht eingehalten werden muss. Dies ist bei der Ausübung von Sport in einer Gruppe bis zu zehn Personen stets der Fall, weil sich die Personen zu einem privaten Zweck, nämlich der Ausübung von Sport, treffen“, teilte das Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung in einer Ergänzung zur bis zum 28. Juni gültigen Landesverordnung mit. Selbstverständlich im schönsten Behördendeutsch.

Doppelspielen ist in gewohnter Form erlaubt

Im Klartext bedeutet dies: Es darf – im Gegensatz zum Hamburger Tennisverband, wo das Wettkampfverbot bis einschließlich 30. Juni gilt – ohne Einschränkungen aufgeschlagen und retourniert werden. Und auch das Doppelspielen, das mit minimal 150 Zentimetern Distanz zum Partner eh eine Farce gewesen wäre, ist wieder in seiner gewohnten Form erlaubt – zur Freude der Sportlerinnen und Sportler. Zuschauer dürfen auf die Anlagen, sofern sie sich an die allgemein gültigen Corona-Einschränkungen halten.

Die Aktiven freut’s. Das Schleswig-Holstein-Liga-Herrenteam des TC Garstedt fiebert beispielsweise schon seit Tagen der reizvollen Auswärtspartie gegen den TC Rot-Weiss Wahlstedt (Sonnabend,
14 Uhr, Nordlandstraße) entgegen. „Die zuletzt aufgetretenen kleineren Blessuren sind ausgeheilt, der gesamte Kader ist fit“, sagt Mannschaftskapitän Bennet Krause. Fehlen wird allerdings die etatmäßige Nummer eins, der Australier Jake Robinson.

Um für den Saisonstart gewappnet zu sein, hat die TCG-Truppe zuletzt zweimal wöchentlich gemeinsam trainiert: jeweils einmal unter dem Kommando von Coach Dieter Schütz und einmal in Eigenregie. „Unsere jüngeren Spieler haben aber noch wesentlich mehr gemacht, die sind eh ein bisschen verrückt und nicht zu bremsen“, so Krause schmunzelnd.

Der mehrfache Norderstedter Stadtmeister, der am Sonntag auch mit den Herren 30 des TC Garstedt gegen den Suchsdorfer SV aufschlagen wird (Beginn: 11 Uhr, Ochsenzoller Straße) rechnet mit einer spannenden Begegnung, sieht den TCG aber leicht favorisiert. „Wir müssten in der Breite ein bisschen stärker als die Wahlstedter sein und wollen zum Auftakt unbedingt einen Sieg einfahren.“

Alle sind heiß auf den ersten Freiluft-Wettkampf

Das möchten Jonas Denker und seine Kollegen vom TC Rot-Weiss nur zu gern verhindern. „Unser Chilene Simon Navarro steht zwar nicht zur Verfügung, aber ansonsten werden wir in bester Besetzung auflaufen. Die Mannschaft hat fleißig trainiert, wir haben nichts zu verlieren – und alle sind heiß auf den ersten Freiluft-Wettkampf des Jahres.“

Von der Papierform her zählen die beiden mit ausländischen Gastspielern gespickten Teams des Suchsdorfer SV sicherlich zum Kreis der Meisterschaftsanwärter in der Schleswig-Holstein-Liga. „Man muss allerdings abwarten, ob und wie die Legionäre in dieser Saison zum Einsatz kommen“, sagt Bennet Krause. Und Garstedts Trainer Schütz hegt die leise Hoffnung, dass das Corona-Drama vielleicht den positiven Effekt hat, dass die Vereine mit einer guten Nachwuchsarbeit besser als in der Vergangenheit zum Zuge kommen.

Damen-30-Nordligapremiere fällt aus

Riesengroß war die Vorfreude bei den Damen 30 des TSC Glashütte – und zwar auf ihre erste Open-Air-Saison in der Nordliga. „Es war immer unser sportliches Ziel, irgendwann einmal in dieser Klasse zu starten“, sagt Spitzenspielerin Katharina Meusburger.

Die Nummer 37 der deutschen Rangliste der Seniorinnen W 30 (Stand: 31. März) ist schon seit 26 Jahren Vereinsmitglied, kümmert sich seit 2017 als Kassenwartin um die Finanzen des TSCG – und um so ziemlich alle Belange rund um ihr Team. „Ich bin gut im Organisieren und wenig chaotisch veranlagt“, sagt sie über sich selbst, „deshalb kriege ich das vernünftig hin.“

Im Sommer 2019 schafften sie und ihre Crew zwar den ersehnten Aufstieg. Doch in der aktuellen Serie können Meusburger, Adelina Dartsch-Kautz, Ines Ehlers, Karina Renken, Lisa-Marlen Tjaden, Pauline Künzel, Carina Lott und Ina-Christin Piecyk trotzdem nicht aktiv ins Wettkampfgeschehen eingreifen. Der Grund: Außer den Glashütterinnen wollte nur noch der DT Hameln an der Punktrunde teilnehmen; um einen ordnungsgemäßen Nordliga-Spielplan aufstellen zu können, hätten aber mindestens vier Teams melden müssen.

„Das finden wir alle sehr schade“, sagt Katharina Meusburger, die nun wie einige ihrer Mitstreiterinnen auf Einsätze in der Damenmannschaft hofft. Allerdings müssen sich die Damen 30 noch ein wenig in Geduld üben: Die Klasse 2 (ehemals Verbandsliga) nimmt den Spielbetrieb erst Mitte August auf – sofern das Coronavirus nicht noch einmal dazwischenfunkt...