Corona-Krise

Bei den Handballern herrscht das große Rätselraten

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Anne Pamperin
Kreisläufer Ole Werner gehört zu den Routiniers im Norderstedter Männerteam, das mit 28:6 Punkten die Tabelle der Hamburg-Liga anführt.

Kreisläufer Ole Werner gehört zu den Routiniers im Norderstedter Männerteam, das mit 28:6 Punkten die Tabelle der Hamburg-Liga anführt.

Foto: Anne Pamperin

Die Hamburg-Liga-Teams des HT Norderstedt können ihre Planungen für die kommende Saison wegen der Corona-Krise nicht vorantreiben.

Norderstedt. An Trainingseinheiten oder gar Punktspiele ist wegen der Coronavirus-Krise momentan nicht zu denken. Die Handballvereine in Schleswig-Holstein und Hamburg haben ihren Übungs- und Veranstaltungsbetrieb vorläufig eingestellt, der Ball ruht – zunächst bis zum 19. April – komplett.

Auch die Hamburg-Liga-Mannschaften des HT Norderstedt müssen mit dieser Situation klarkommen, ob sie wollen oder nicht. Das betrifft das erste Männerteam, das auf Meisterkurs in der Hamburg-Liga ist und aufsteigen will. Aber auch die Frauen, die in der höchsten Klasse der Hansestadt auf Platz drei stehen und ebenfalls gerne in der kommenden Saison in der Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg antreten würden.

Beim Hamburger Handball-Verband ist noch keine Entscheidung gefallen, wie es weitergeht, wie die Saison im Fall des Abbruchs gewertet werden würde. Aber Gedanken, was passieren könnte, machen sich Funktionäre, Spieler und Trainer natürlich schon.

Verband entscheidet im April, wie es weitergeht

„Es gibt ja verschiedene Szenarien, die denkbar wären. Letztendlich richten wir uns danach, was der Deutsche Handballbund vorgibt. Wie wir nach dem 19. April verfahren, besprechen wir demnächst in einer Telefonkonferenz“, sagt Pia Zufall, Geschäftsführerin des Hamburger Verbandes. Sollte absehbar sein, dass der Spielbetrieb auch nach diesem Stichtag nicht wieder aufgenommen wird, muss entschieden werden: Wird die Saison abgebrochen? Gibt es einen Meister? Wer steigt auf, wer steigt ab? Oder wird vielleicht auch nur die Hinrunde gewertet?

Wegen dieser vielen Fragen, auf die zurzeit niemand eine Antwort hat, ist auch die Saisonplanung für die Norderstedter Handballer alles andere als einfach. „Ich hätte schon Lust, eine Klasse höher, also in der Oberliga, als Trainer weiterzumachen“, sagt Florian Deppe, der die HTN-Männer coacht. Sein Team ist aktuell mit 28:6 Punkten Spitzenreiter – und könnte dies auch bis zum (möglicherweise vorgezogenen) Saisonende bleiben.

Kern der Mannschaft soll bleiben

Und wie geht es dann weiter? „Wir haben noch nicht mit allen Spielern Gespräche geführt. Wir wollen auf jeden Fall den Kern der Mannschaft behalten und uns auf einigen Positionen vielleicht noch verändern. Aber ein Probetraining mit potenziellen Neuzugängen können wir momentan ja nicht machen“, sagt Florian Deppe.

Auch die Frauen des HT Norderstedt haben bis auf Weiteres spielfrei – für Trainer Bernd Haarbrücker kommt diese Zwangspause wegen der vielen Verletzten in seinem Kader zu diesem Zeitpunkt gar nicht mal so ungelegen. Haarbrücker wünscht sich, dass irgendwann wieder gespielt wird, hat aber diesbezüglich wenig Hoffnung. „Ich befürchte, dass das in dieser Saison nichts mehr wird“, sagt er.

Werden die Staffeln künftig aufgestockt?

Das HTN ist Tabellendritter und würde liebend gerne in die Oberliga Hamburg aufsteigen. Das ist aber nach dem jetzigen Stand nur möglich, wenn die besser platzierten Teams des Ahrensburger TSV und der SG Niendorf/Wandsetal verzichten oder es mehr als einen Aufsteiger gibt. Ändern kann keine Mannschaft zurzeit etwas am Tabellenstand; auch diejenigen Teams nicht, die auf Abstiegsplätzen stehen.

„Vielleicht werden ja die Ligen vergrößert, sodass es mehr Aufsteiger gibt oder niemand absteigen muss“, so Bernd Haarbrücker, der als Coach auf jeden Fall in der kommenden Saison weitermachen wird – egal, in welcher Klasse. „Ich führe auch schon Gespräche mit interessierten Spielerinnen. Namen möchte ich aber noch nicht nennen.“

Eine Wechselfrist gibt es im Hamburger Handball-Verband bei den Erwachsenen nicht, mögliche Neuzugänge dürfen lediglich zwei Monate lang keine Punktspiele für einen anderen Club absolviert haben. Zumindest in diesem Bereich ist gegenwärtig also keine Eile geboten.

Aktive müssen sich in Eigenregie fit halten

Was auch immer beschlossen wird, die Aktiven müssen sich jetzt erst einmal in Eigenregie fit halten, denn möglicherweise kommen sie in dieser Saison ja doch noch mal zum Einsatz. „Meine Jungs sollen laufen gehen und zu Hause Übungen machen. Die meisten sind ja schon lange im Handballgeschäft und wissen, was sie tun können. Ansonsten stehe ich natürlich zur Verfügung und gebe Tipps“, so Florian Deppe.

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