Norderstedt
Not macht erfinderisch

TuRa Harksheide setzt verstärkt auf Schach am Computer

Wenn er sich nicht gerade um die Schachabteilung des TuRa Harksheide kümmert, sitzt  Spartenleiter Eberhard Schabel schon mal gern selbst am Brett und zieht die Figuren.

Wenn er sich nicht gerade um die Schachabteilung des TuRa Harksheide kümmert, sitzt Spartenleiter Eberhard Schabel schon mal gern selbst am Brett und zieht die Figuren.

Foto: Thomas Maibom

Da wegen Corona kein reguläres Training stattfindet, hat die Spartenleitung im Internet einen virtuellen Vereinsraum eingerichtet.

Norderstedt. Fußballer, Handballer, Tischtennisspieler, Schwimmer haben zurzeit Pause. In allen Sportvereinen ist der Trainings- und Wettkampfbetrieb wegen des in Deutschland grassierenden Coronavirus ausgesetzt, ein Ende ist nicht absehbar.

Auch TuRa Harksheides Schachtalente können sich seit dem 13. März nicht mehr wie gewohnt in den Übungsräumen treffen. „Es handelt sich hier um notwendige und nachvollziehbare Maßnahmen. Um weiter Training anbieten zu können und auch das Vereinsleben weiter aufrechtzuerhalten, haben wir uns Alternativen überlegt,“ sagt Spartenleiter Eberhard Schabel.

Vorteilhaft war bei diesen Überlegungen, dass die Schachabteilung schon länger den Video-Messengerdienst Skype nutzt. „Dabei betreuen unsere Trainer pro Termin bis zu vier Kinder und arbeiten mit ihnen via Videotelefonie und Bildübertragung. Das würde aus unserer Sicht auch mit kleinen Erweiterungen sofort so weiterlaufen können“, sagt Eberhard Schabel.

Neues Angebot auf Internet-Plattform

Um allerdings mehr Kinder und Jugendliche gleichzeitig zu erreichen, mussten anderen Ideen her. „Also haben wir uns die Internet-Plattform www.lichess.org angeschaut und uns daraufhin zur Einrichtung eines virtuellen Vereinsraums entschieden“, so Schabel. Die Harksheider sind unter dem Namen „TuRa SCHACH vs Corona“ angemeldet und bieten dort Aktiven aller Altersklassen umfangreiche Trainingsmöglichkeiten, Turniere und Simultanduelle an.

Bei der Einrichtung und Betreuung wird Eberhard Schabel von Alfred Parvanyan unterstützt. Am vergangenen Sonntag fand bereits das erste Turnier statt, gespielt wurde 90 Minuten lang. Im Nachgang wurden einzelne Partien im Skype-Training besprochen.

„Unsere Idee ist, dieses Online-Angebot auf Lichess offen zugänglich zu machen. Kinder, Jugendliche und Anfänger können dienstags und donnerstags von 14.30 Uhr an trainieren, eine weitere Übungseinheit soll es donnerstags um 17.30 Uhr für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geben.

Die Registrierung ist einfach

Schabel: „Die Registrierung ist sehr einfach. Man sollte allerdings schon eine Mattaufgabe lösen können, um dann in unsere Gruppe ,TuRa SCHACH vs Corona‘ zu gelangen. Einmal dort angekommen kann man sich die verschiedenen Angebote anschauen, an unseren kleinen Turnieren teilnehmen und vor allem Schach spielen.“ Wer Fragen oder Pro­bleme beim Anmelden hat, kann sichdirekt an Eberhard Schabel per E-Mail (ag.schabel@web.de) wenden. Alle Infos sind auch auf der Internetseite der Schachabteilung zu finden.

Wann die reale Saison weitergeht, vermag niemand zu sagen. Abgesagt wurden die für den 13. bis 19. April geplanten Jugend-Landesmeisterschaften in Kiel, und auch hinter der Jugend-DM Ende Mai in Willingen steht ein dickes Fragezeichen. Wie es mit der Frauen-Bundesliga weitergeht, ist ebenfalls unklar. Ob das Finale am 30. April in Berlin mit den letzten drei Spieltagen stattfindet, wird nach dem 19. April entschieden.

Weiterer Saisonverlauf ist völlig unklar

Für Eberhard Schabel ist das vor allem mit Blick auf die Reiseplanung kompliziert. „Klar, man möchte die weitere Entwicklung abwarten und dann eine Aussage treffen. Für uns bliebe dann wenig Zeit, um alles zu organisieren. Wir dürften den Klassenerhalt so gut wie sicher haben. Theoretisch ist der Abstieg allerdings noch möglich. Sollte es zu einer Absage kommen, dann wird es interessant sein zu erfahren, wie die Saison gewertet wird.“

Das Erwachsenenteam von TuRa Harksheide liegt als Neuling in der Landesliga zwei Runden vor Schluss auf dem ersten Platz . Auch hier wurde der Punktspielbetrieb unterbrochen und die achte Runde gegen Schlusslicht Wrist Kellinghusen abgesagt. „Sollte es so sein, dass man die Serie aus Zeitgründen annulliert, dann würde es wohl nichts mit dem möglichen Aufstieg in die Oberliga“, so Schabel.

Bleibt noch die Jugend-Bundesliga, in der TuRa aktuell Rang zwei, also den Stichkampfplatz für die deutsche U-20-Endrunde belegt. Hier muss ebenfalls abgewartet werden, ob noch weitergespielt wird oder ob die gesamte Saison annulliert wird.

www.tura-schach.de