Norderstedt
Coronavirus-Krise

Regionalliga Nord pausiert mindestens bis 19. April

Eintracht-Kapitän Jordan  Brown (r.) muss aktuell aufs Fußballspielen verzichten. Stattdessen stehen für ihn knackige Laufeinhalten auf dem Plan – selbstverständlich nicht in der Gruppe.

Eintracht-Kapitän Jordan Brown (r.) muss aktuell aufs Fußballspielen verzichten. Stattdessen stehen für ihn knackige Laufeinhalten auf dem Plan – selbstverständlich nicht in der Gruppe.

Foto: Thomas Maibom

Notfallplan des Norddeutschen Fußball-Verbandes ist in Arbeit. Kicker von Eintracht Norderstedt müssen sich individuell fit halten.

Norderstedt.  Der Norddeutsche Fußball-Verband hat in einer Videokonferenz beschlossen, den Spielbetrieb in den Regionalligen Nord wegen der Coronavirus-Krise vorerst bis zum 19. April auszusetzen. Diese Entscheidung gilt für die Männer- und Frauenmannschaften, die A-, B- und C-Junioren sowie die Futsal-Regionalliga.

„Mit unserem Handeln wollen wir unser Möglichstes tun, um der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken“, sagte NFV-Präsident Günter Distelrath. Mit der Absage aller Spieltage bis mindestens zum 19. April will der Verband sich selbst, aber auch den Clubs Luft verschaffen, um sich mit den möglichen Auswirkungen von Beschlüssen oder Maßnahmen auseinanderzusetzen.

Eine nie dagewesene Herausforderung

Distelrath: „Die Situation, in der wir uns befinden, ist eine nie dagewesene Herausforderung, für die keine fertigen Pläne in der Schublade liegen. Ich kann den Vereinen aber versichern, dass wir mit größter Sorgfalt an die weitere Entscheidungsfindung herangehen werden.“

Weiterhin appelliert der NFV, sich an die Handlungsempfehlungen der zuständigen Gesundheitsämter und des Robert-Koch-Instituts zu halten. Die aktuelle Entwicklung wird von den Verantwortlichen genau beobachtet und ständig neu bewertet. Zu gegebener Zeit soll zusammen mit den Clubs der sechs Regionalligen beschlossen werden, wann und in welcher Form wieder gekickt werden kann.

Coach Martens verschickt Trainingspläne

Jens Martens, dem Coach der Regionaliga-Kicker von Eintracht Norderstedt, bleibt aktuell nichts anderes übrige, als individuelle Fitnesspläne für seine Spieler zu erstellen und elektronisch zu verschicken – auf der Fußballanlage an der Ochsenzoller Straße ist laut Erlass der Landesregierung jeglicher Trainings- und Spielbetrieb verboten. Einheiten mit der Mannschaft können demzufolge nicht stattfinden.

„Wir planen zunächst einmal bis zum 1. April und schauen dann weiter“, sagt Martens. In der ersten Phase seines Zwei-Stufen-Plans geht es um die Aufrechterhaltung der Grundlagenausdauer. In der zweiten Woche stehen dann Intervall-Läufe über kürzere Strecken mit hoher Intensität auf dem Programm.

Erinnerungen an die Winter-Vorbereitung

Hinzu kommen Kräftigungs- und Stabilitätsübungen. „Das hatten wir alles gerade erst in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte“, so der Coach. Von der aktuelle Situation profitieren könnte der seit Monaten an einer Schambeinentzündung laborierende Nick Brisevac. Je länger der Spielbetrieb ausgesetzt ist, desto mehr steigen die Chancen des 27 Jahre alten Mittelfeldakteurs, in dieser Saison doch noch ein Comeback auf dem Rasen zu feiern.

Was nach dem Ende der vom NFV verkündeten Regionalliga-Pause am 20. April passiert, ist reine Spekulation. Angesichts der erschreckenden Dynamik der Corona-Epidemie rechnet bei Eintracht Norderstedt indes kaum jemand damit, dass dann wieder ins Teamtraining eingestiegen werden kann. „Aber es gibt jetzt immerhin einen Termin, an dem wir uns orientieren können“, sagt Jens Martens.

Jetzt ist das Können von Jürgen Stebani gefragt

Für Jürgen Stebani (69) aus Melbeck, seit zehn Jahren Spielausschussvorsitzender des Norddeutschen Fußball-Verbandes, ist die Coronavirus-Krise „ein Horror“. Er hat in der Vergangenheit zwar schon einige Male seine Qualitäten als Problemlöser bewiesen. Zuletzt im Winter 2017/2018, als er das Kunststück schaffte, die Saison trotz wochenlanger Wetterkapriolen pünktlich abzuwickeln. „Im Vergleich zu heute war das allerdings ein Kinderspiel.

Dass er beim Erstellen seines Notfallplans 14 Nachholpartien berücksichtigen und außerdem beachten muss, dass der Fußballbetrieb in Niedersachen und Schleswig-Holstein bis zum 19. April, in Hamburg aber bis zum 30. April ruht, macht die Herkulesaufgabe nicht einfacher. Und Wunder kann selbst ein so vorzüglicher und kooperativer Spielplangestalter wie Stebani nicht vollbringen.

Wird die Spielzeit um sechs Wochen verlängert?

„Was gegenwärtig passiert, ist beispiellos. Es wird alles getan, um den Wünschen der Vereine gerecht zu werden und die Saison bis zum 17. Mai über die Bühne zu bringen“, sagt er, „aber eines ist auch klar: Wir müssen bis Ende April in die Hufe kommen, sonst droht ein Abbruch.“

Doch wie würde dann die Spielzeit 2019/2020 gewertet? Wer steigt auf? Wer muss absteigen? Wäre eine Verlängerung der Serie bis Ende Juni eine Option? Fragen, auf die es zum jetzigen Zeitpunkt keine Antworten gibt...