Gelungener Auftakt

Regionalliga-Fußballfrauen starten mit Siegen

Laura Henke (l.) und der Hamburger SV zeigten zwar keine überragende Leistung, verbesserten sich aber auf den vierten Platz.

Laura Henke (l.) und der Hamburger SV zeigten zwar keine überragende Leistung, verbesserten sich aber auf den vierten Platz.

Foto: Thomas Maibom

Spitzenreiter SV Henstedt-Ulzburg gewinnt 5:0 beim SV Werder Bremen II, der Hamburger SV bezwingt den TV Jahn Delmenhorst mit 2:0.

Norderstedt/Henstedt-Ulzburg. Aller Anfang ist schwer: In einer zähen Partie der Regionalliga Nord haben die Fußballerinnen der Hamburger SV den TV Jahn Delmenhorst mit 2:0 (1:0) besiegt.

Die frühe Führung für die Gastgeberinnen besorgte Sarah Stöckmann. Sie erlief einen zentral durchgesteckten Pass von Antonia Fischer und schoss den Ball über die Delmenhorster Torhüterin Jannika Ehlers zum 1:0 ins Netz (7.). In der Folgezeit kontrollierte der in Norderstedt ansässige HSV die Begegnung, ohne dabei großartig zu glänzen. Delmenhorst stand tief und lauerte auf eigene Konter, ohne offensiv wirklich gefährlich zu werden.

Alina Siegel macht HSV-Erfolg perfekt

Die Entscheidung ließ bis zur 74. Minute auf sich warten, sah dann aber sehr schick aus. Die kurz zuvor eingewechselte Alina Siegel schloss nach einer feinen Einzelleistung überlegt ins lange Eck zum 2:0 ab.

„Vom Gegner war ich etwas enttäuscht. Der TV Jahn Delmenhorst war schon bei unserem 3:0 im Hinspiel nicht gut, obwohl er Tabellensiebter ist. Wir hingegen können mit den drei Punkten zufrieden sein“, sagte Trainer Christian Kroll – und sprach gleich vom nächsten Ziel. „Sobald wir den Klassenerhalt sicher haben, wollen wir unsere Entwicklung noch stärker vorantreiben. Dafür wollen wir schon in dieser Saison weg vom reinen Ergebnisfußball. Jetzt sind wir aber erst einmal mit einem 2:0 im Viertelfinale des Lotto-Pokals und einem 2:0 in der Regionalliga Nord gestartet – und alles ist gut.“

SVHU-Verteidigerin Rieke Ehlers droht Pause

Die Spielerinnen des Staffelgefährten SV Henstedt-Ulzburg saßen nach dem Schlusspfiff noch längere Zeit in der Umkleidekabine. Sie wirkten nachdenklich, und das trotz eines deutlichen 5:0 (3:0) bei der zweiten Mannschaft des SV Werder Bremen. Denn: Über dem souverän herausgespielten Erfolg gegen den Regionalliga-Meister der Vorsaison lag ein Schatten.

SVHU-Außenverteidigerin Rieke Ehlers hatte sich nach einer knappen halben Stunde im Zweikampf unglücklich das Knie verdreht und möglicherweise eine schwere Verletzung zugezogen. Nach dem Vorfall wurde die 19-Jährige mit einem Notarztwagen in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht und eingehend untersucht. Die erste Diagnose: Kreuzband und Meniskus sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Das genaue Ergebnis wird erst nach einer Magnetresonanztomographie vorliegen.

„Rieke dürfte uns in den kommenden, wichtigen Wochen sehr fehlen“, sagte Trainer Christian Jürss. Gemeinsam mit seinen Spielerinnen versuchte der Coach, die Abwehrstütze bei der Heimfahrt im Mannschaftsbus moralisch wieder aufzurichten.

Coach Jürss ist noch nicht zufrieden

Trotz des klaren Resultates auf dem Kunstrasen nahe des Bremer Weserstadions war Coach Jürss nicht rundum zufrieden. „Es ist noch einiges mehr machbar, an Intensität können wir sicherlich noch ein Stück zulegen, um am Ende sicher an unser Ziel zu gelangen.“ In jedem Fall reichte es für den wieder einmal nicht in Bestbesetzung angetretenen Titelanwärter Nummer eins am Ende locker durch Tore von Alina Witt (45./ 64.), Jennifer Michel (34./48.) und Franziska Hilmer (14.).

Die Tabelle unterstreicht ganz klar die Vormachtstellung dreier Vereine in der Regionalliga Nord: Der nach wie vor ungeschlagene SV Henstedt-Ulzburg bleibt ganz klar Erster mit 37 Punkten. „Verfolger“ Hannover 96, der 10:1 gegen die TSG 07 Burg Gretesch gewann, liegt mit 26 Zählern auf Rang zwei. Dritter ist der KSV Holstein Kiel (22), dessen Spiel gegen den FC St. Pauli ausfiel.

SVHU empfängt am 8. März Holstein Kiel

Die Crew aus der Landeshauptstadt ist am kommenden Sonntag um 14 Uhr zu Gast in Henstedt-Ulzburg. Zwei Punkte hinter den Kielerinnen liegen die Frauen des Hamburger SV mit 20 Zählern auf dem vierten Platz – sehr beachtlich für einen Aufsteiger.