Norderstedt
Frauenfussball

SV Henstedt-Ulzburg will die Regionalliga-Meisterschaft

Vera Homp (l.) ist eine der Leistungsträgerinnen der Fußballfrauen des SVHU.  In dieser Saison hat sie bislang fünf Tore erzielt.

Vera Homp (l.) ist eine der Leistungsträgerinnen der Fußballfrauen des SVHU. In dieser Saison hat sie bislang fünf Tore erzielt.

Foto: Thomas Maibom

Der Spitzenreiter hat aktuell elf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Hannover 96 II. Am Sonntag geht’s zu Werder Bremen II.

Henstedt-Ulzburg. Am 10. November 2019 haben die Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg zuletzt ein offizielles Pflichtspiel bestritten. 2:0 gewann der Herbstmeister der Regionalliga Nord damals gegen den Tabellenletzten TuS Büppel, und in diesem Stil soll es nun auch 2020 weitergehen.

Auftaktspiel beim Meister der Vorsaison

Die Erwartungen sind hoch, wenn die Crew von Trainer Christian Jürss am Sonntag um 14 Uhr in der ersten Regionalliga-Partie des Jahres beim SV Werder Bremen II antritt. Die Bremerinnen, die in der Serie 2018/2019 Meister wurden und auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichteten, sind aktuell mit nur 14 Punkten Tabellenachter.

Doch nicht nur aus diesem Grund geben sich die SVHU-Frauen zuversichtlich. Vera Homp (28), zentrale Antriebskraft im Mittelfeld, und Alina Witt (24), mit 21 Treffern an der Spitze der Torjägerinnenliste liegend, haben nicht die geringsten Zweifel am Gewinn des Titels. Beide kennen nur ein Ziel: die Meisterschaft. „Wir sind bestens durch den Winter gekommen und freuen uns, dass es am Sonntag endlich wieder losgeht.“

Neben weiteren Leistungsträgerinnen wie Mannschaftsführerin Jennifer Michel, Catherine Knobloch, Melena Lux sind es gerade Homp (fünf Tore) und Witt, die mit ihrer Robustheit, Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor für Rückhalt sorgen.

Wird die 2. Bundesliga doch noch ein Thema?

Beide setzen sich übrigens ohne Einschränkung dafür ein, dass der SV Hen­stedt-Ulzburg, der elf Punkte Vorsprung auf Hannover 96 hat, im Falle des Titelgewinns auch das Aufstiegsrecht für die 2. Bundesliga wahrnimmt. Bei einer internen Mannschaftssitzung Anfang dieser Woche sprachen die Spielerinnen im engeren Kreis unter anderem darüber, wie die Lage im Moment beurteilt wird.

Coach Jürss möchte vermeiden, dass die Aufstiegsgedanken zum täglichen Thema werden. Deshalb verordnete er dem Team ein ähnlich intensives Programm wie in den Vorwochen. Vor den letzten zehn Regionalliga-Begegnungen lud der SVHU noch einmal die Bundesliga-B-Juniorinnen des Hamburger SV zu einem Freundschaftsspiel ein. Auf dem Kunstrasen an der Theodor-Storm-Straße gab’s einen deutlichen 5:0-Erfolg gegen die talentierte Gäste-Crew, die in der höchsten nationalen Spielklasse immerhin Tabellenführer ist. Die Tore erzielten Alina Witt (3), Indra Hahn und Jennifer Michel (je 1).

Coach Jürss hat kleinere Schwächen identifiziert

Christian Jürss sieht seine Schützlinge auf dem richtigen Weg, hat aber auch kleinere Schwächen identifiziert: „Wir müssen noch an der Präzision arbeiten, das Passspiel verbessern und gedankenschneller handeln.“

Hinzu kommen personelle Sorgen: Torhüterin Alicia Bautz und Abwehrspielerin Tomke Dziesiaty fallen mit Schulterverletzungen noch länger aus, Jule Gloy ist nach einem Kreuzbandanriss außer Gefecht. Zwischen den Pfosten will sich zunächst Ann-Cathrin Mitschke bewähren. Eine Alternative ist Winter-Neuzugang Friederike Werner.

Ann-Cathrin Mitschke ersetzt Alicia Bautz

Alina Witt wartet derweil gespannt, ob sie demnächst eine Nachricht des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes im Briefkasten vorfindet. Das Online-Voting anlässlich der Wahl zur „Fußballerin des Jahres“ ist für die Plätze vier bis zehn inzwischen geschlossen. Es würde nicht überraschen, wenn Witt auch in diesem Jahr die meisten Stimmen erhält. Schon dreimal hintereinander hat sie den Titel gewonnen.

„Ich lasse mich überraschen. Unter den ersten drei Platzierten sehe ich mich schon“, sagt sie selbstbewusst. Und Vera Homp wäre die Letzte, die ihrer langjährigen Mitspielerin diese Auszeichnung nicht gönnen würde…