Norderstedt
Ju-Jutsu

Kodokan-Kampfsportler gewinnen Vereinswertung

Kevin Karstens (17, oben) setzte sich im Ne-Waza-Wettbewerb der Erwachsenen in der Gewichtsklasse bis 94 Kilogramm durch.

Kevin Karstens (17, oben) setzte sich im Ne-Waza-Wettbewerb der Erwachsenen in der Gewichtsklasse bis 94 Kilogramm durch.

Foto: Anne Pamperin

Die Aktiven des Ausrichters sichern sich bei den Internationalen Kodokan Open zehn Gold-, acht Silber- sowie acht Bronemedaillen.

Norderstedt.  Manchmal weiß man einfach nicht mehr, wo oben oder unten ist. Was eigentlich eher sinnbildlich gemeint ist, kann im Ju-Jutsu schnell mal passieren. Vor allem im Ne-Waza, dem Bodenkampf, verliert manch ein Aktiver oder Zuschauer schon mal den Überblick. Vor allem, wenn sich die Kämpfer liegend aneinander festklammern und scheinbar verknoten.

Kevin Karstens kennt dieses Problem nicht. Der 17 Jahre alte Ju-Jutsu-Kämpfer des Norderstedter Vereins Kodokan ist nicht nur in der Disziplin Fighting, wo es auf präzises und effektives Schlagen, Treten und Werfen ankommt, einer der besten deutschen Nachwuchssportler. Er beherrscht auch Ne-Waza nahezu perfekt und weiß, worauf es ankommt.

„Ein Kampf dauert sechs Minuten und findet größtenteils am Boden statt. Dabei gibt es zahlreiche Haltegriffe, Wurftechniken und Vorteilssituationen, die unterschiedlich viele Punkte einbringen“, sagte Karstens. Bei den Internationalen Kodokan Open in der Moorbekhalle trat der Zwölftklässler, der eigentlich noch U-21-Starter und in dieser Altersklasse auch Mitglied des Nachwuchs-Bundeskaders ist, bei den Erwachsenen an und setzte sich in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm gegen die gesamte Konkurrenz durch.

Kevin Karstens ist ein Ne-Waza-Könner

Auch im Fighting überzeugte der Kodokaner: Im Finale bis 94 Kilogramm musste er sich nur dem amtierenden U-21-Weltmeister Karel Dingemanse aus den Niederlanden geschlagen geben.

Kevin Karstens ist schon seit seinem fünften Lebensjahr Kampfsportler. „Zwischendurch habe ich allerdings vier Jahre lang Hockey beim Hamburger SV gespielt. Ich wollte eine Mannschaftssportart ausprobieren. Dann bin ich aber wieder zu Kodokan zurückgekehrt, auch weil ich hier eine tolle Trainingsgruppe habe“, so der Schüler des Heidberg-Gymnasiums.

Sportliches Ziel: die U-21-WM in Abu Dhabi

Ein Ziel in diesem Jahr ist das Abitur, das sieht Karstens allerdings eher entspannt. Eine ganz andere Herausforderung wartet auf ihn im November. „Ich will zur U-21-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi“, sagte er ganz selbstbewusst. Die Chancen stehen gut, Karstens ist in der Nationalmannschaft der Erststarter in seiner Gewichtsklasse, kann also auch auf finanzielle Unterstützung durch den Verband zählen.

Nach Abu Dhabi möchte auch sein Schul- und Trainingskamerad Maximilian Lüth (bis 85 Kilogramm), der ebenfalls bei den Kodokan Open im Ne-Waza triumphierte. Lüth (U 21) startete wie Karstens bei den Erwachsenen und setzte sich auch im Fighting durch. Ebenfallls zweimal siegreich war sein jüngerer Bruder Constantin (U 14, bis 38 kg). Weitere Goldmedaillen für Kodokan erkämpften Maximilian Ußmant (Fighting U 18/bis 81 kg), Malon Stahlhuth (Fighting U 16/bis 55 kg), Marcel Said (Fighting U 16/bis 60 kg), Michelle Rockmann (Fighting U 16/bis 44 kg) und Jule Jacobs (Fighting U 14/bis 48 kg).

Trainer Stefan Jacobs ist sehr zufrieden

In der Vereinswertung triumphierte der gastgebende Club mit zehn Gold-, acht Silber- und acht Bronzemedaillen vor den niederländischen Vereinen Budoschool Yotosama (acht Klassensiege) und Den Edel Gouda (vier erste Plätze). Kodokan-Cheftrainer Stefan Jacobs war hochzufrieden mit den Leistungen seiner Talente. Die große Resonanz mit 384 Athletinnen und Athleten aus zehn Nationen begeisterte den Norderstedter ebenfalls.

Kodokan Open werden immer beliebter

„Wir freuen uns, dass unser Turnier international so gut angenommen wird und wächst. Im Vergleich zu 2018 hat sich die Teilnehmerzahl fast verdoppelt. Der Termin passt gut, denn viele Athleten wechseln zu Jahresbeginn die Alters- oder Gewichtsklasse und wollen bei den Kodokan Open sehen, wo sie leistungsmäßig stehen. Dass es für unseren Verein nicht nur organisatorisch und auch sportlich rund lief, ist natürlich besonders erfreulich“, so Jacobs.