Norderstedt
25:19-Erfolg

HandballTeam Norderstedt erreicht Pokal-Halbfinale

HTN-Urgestein Ole Werner (29) trug sich dreimal in die Torschützenliste ein.

HTN-Urgestein Ole Werner (29) trug sich dreimal in die Torschützenliste ein.

Foto: Anne Pamperin

Die Mannschaft von Trainer Florian Deppe schaltet Oberligist TV Fischbek aus. Sonntag geht’s in eigener Halle um Hamburg-Liga-Punkte.

Norderstedt.  Von einer Überraschung oder gar Sensation sprach nach dem 25:19 (10:8)-Erfolg der Handballer des HT Norderstedt im Viertelfinale des Hamburger Pokalwettbewerbs gegen den klassenhöheren TV Fischbek niemand. Denn dass die Norderstedter Oberliga-Clubs besiegen können, hatten sie schon beim 26:23 im Achtelfinale gegen die SG Hamburg-Nord bewiesen.

Diesmal musste der Hamburg-Liga-Spitzenreiter nicht einmal bis an seine Leistungsgrenze gehen, um das Match zu gewinnen. HTN-Trainer Florian Deppe: „Schön war das Spiel nicht. Aber wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste.“

60 Minuten auf mäßigem Niveau

Rund 80 Zuschauer im Schulzen­trum Süd sahen eine unterhaltsame, aber auch zerfahrene Partie, in der die Gastgeber nicht immer glänzten. „Wir haben viele technische Fehler gemacht“, so Deppe, der zahlreiche Fehlwürfe und immer wieder einen Schritt zu viel notierte. Das Schiedsrichtergespann Rayk Glöß/Benjamin Knibbe (TSG Bergedorf) unterbrach die Partie zudem oft, pfiff viele Aktionen ab und verteilte insgesamt elf Zeitstrafen (zehn für Fischbek) sowie zwei endgültige Hinausstellungen.

Das HT Norderstedt ging in der 15. Minute mit 4:3 in Führung und gab das Heft fortan nicht mehr aus der Hand. „Wir haben das am Ende eigentlich ganz souverän runtergespielt“, befand Coach Deppe, der die kleine Halle des Schulzen­trums ausgewählt hatte, in der die Zuschauer am Spielfeldrand sitzen und so noch dichter am Geschehen sind.

Hoffnungsvoller vereinseigener Nachwuchs

Über die Unterstützung der Fans freute sich auch Fynn-Bjarne Junior, der noch A-Jugend-Spieler ist (seine Mannschaft ist ebenfalls Tabellenführer in der Hamburg-Liga), aber schon mehrfach im Männerteam eingesetzt wurde. Der Rechtsaußen agierte gegen Fischbek selbstbewusst und erzielte drei Treffer. „In dieser Mannschaft zu spielen macht unheimlich Spaß. Aber mein Hauptaugenmerk liegt auf der A-Jugend“, sagte der 17-Jährige, dessen Teamkameraden beim Pokalfight mit Trommeln und Tröten für Stimmung sorgten.

„Es ist richtig toll, dass wir endlich wieder guten Nachwuchs im Verein haben. Die Jungs haben sehr viel Potenzial“, sagte Kreisläufer Ole Werner (29) nach der Partie. Er selber war schon als Knirps in Norderstedt aktiv und hofft, dass die vielen hoffnungsvollen Talente dem HTN erhalten bleiben.

Punktrunde ist wichtiger als Cupwettbewerb

Die Freude der Norderstedter über den Sieg gegen Fischbek war groß, aber nicht überschwänglich. „Der Pokalwettbewerb steht für uns nicht an erster Stelle, die Punktrunde hat Vorrang“, sagte Florian Deppe.

Am Sonntag (16 Uhr, Schulzentrum Süd) empfängt das HTN den Tabellenneunten SG HTS/BW 96. „Man sollte sich von dieser Platzierung nicht täuschen lassen. Die Mannschaft hat aufgerüstet und zuletzt fast alles gewonnen“, so Deppe. Auch die Frauen des HT Norderstedt (Hamburg-Liga) haben am Sonntag eine schwere Aufgabe vor sich. Um 14 Uhr kommt Tabellenführer
SG Wilhelmsburg. Sollte die Mannschaft von Trainer Bernd Haarbrücker dieses Duell verlieren, könnte der Zug in Richtung Meisterschaft schon abgefahren sein. „Ich bin optimistisch. Wir haben uns gut auf unseren Gegner eingestellt“, so der Coach.

Tore des HT Norderstedt: Marc Blockus (6), Felix Minners (3/davon 1 Siebenmeter), Lucas Marx, Fynn-Bjarne Junior, Ole Werner, Robert Schulze (je 3), Felix Henka, Emil Aksanov (je 2).