Norderstedt
Frauenhandball

Dem SV Henstedt-Ulzburg gehen die Spielerinnen aus

Die gerade erst von ihrem ersten Kreuzbandriss genesene Janne Harbeck war für die zweite Saisonhälfte fest eingeplant und wird dem SVHU-Team nun im Abstiegskampf fehlen.

Die gerade erst von ihrem ersten Kreuzbandriss genesene Janne Harbeck war für die zweite Saisonhälfte fest eingeplant und wird dem SVHU-Team nun im Abstiegskampf fehlen.

Foto: Thomas Maibom

Was für ein Pech: Nach Jana Grützner müssen nun auch Janne Harbeck und Anna Nowatzki wegen Kreuzbandrissen monatelang pausieren.

Henstedt-Ulzburg. Den Handballerinnen des SV Henstedt-Ulzburg stehen harte Wochen bevor. Die Mannschaft von Trainer Christian Gosch ist in der 3. Liga Nord seit mittlerweile sieben Partien ohne Punktgewinn. Und nun fallen nach Jana Grützner mit Janne Harbeck und Anna Nowatzki auch noch zwei weitere Spielerinnen mit Kreuzbandrissen für den Rest der Saison aus. Gosch reagiert mit Galgenhumor auf die Hiobsbotschaften: „Eigentlich müsste ich die Mädels jetzt in Watte packen. Nicht mal eine Grippe ist noch drin.“

Dritte schwere Knieverletzung für Anna Nowatzki

Das Aus für Kreisläuferin Grützner hatte ohnehin schon eine sportlich kaum zu schließende Lücke im Kader des SVHU hinterlassen. Für Nowatzki, die sich 2016 und 2018 die Kreuzbänder im linken bzw. rechten Knie riss, könnte die erneute schwere Verletzung das Karriereende bedeuten. Mit 21 Jahren...

„Das thematisieren wir nicht, aber ich würde das Risiko, weiter Handball zu spielen, nicht eingehen wollen. Anna hingegen plant bereits ihr Comeback“, sagt Gosch mit einem Lächeln. „Es ist bitter, weil sie zuletzt wieder richtig fit war. Vor dem Auswärtsspiel beim SC Alstertal-Langenhorn habe ich noch mit ihr gesprochen, dass es wieder läuft. Eine doofe Bewegung in der Partie hat dann gereicht.“

Auch Janne Harbeck kennt die Situation

Ein trauriges Déjà-vu gab es auch für Rückraumregisseurin Janne Harbeck. Sie verdrehte sich das Knie im Abschlusstraining vor der Begegnung beim TV Oyten. Für sie ist es der zweite Kreuzbandriss. „Für Janne ist es fast noch schlimmer als für Anna. Sie hat seit September 2019 in jedem Training Vollgas gegeben und mit Beginn der Rückrunde auch wieder richtig gut gespielt.“ Bei der 24-jährigen kam die erneute Verletzung völlig unerwartet.

Schwierige Suche nach Ersatz

„Natürlich machen wir uns jetzt Gedanken darüber, wie wir unseren Mannschaftskader aufstocken können. Aber wo kann man schon kurzfristig Spielerinnen bekommen, die weiterhelfen? Vielleicht gelingt es uns ja, eine nicht mehr aktive Handballerin zu reaktivieren“, sagt Christian Gosch.

Auf die Hilfe von Tina Genz kann der 45-jährige dabei nicht bauen. Die Ex-Rückraumschützin des SVHU hatte ihre Karriere im vergangenen Sommer beendet, ehe sie sich zu einem Comeback bei der ebenfalls im Drittliga-Abstiegskampf steckenden HG Ow­schlag-Kropp-Tetenhusen überreden ließ. Pikant: Genz trainiert in Henstedt-Ulzburg die weibliche A-Jugend. Gosch: „Ich finde die Situation sehr unglücklich. Es geht eigentlich nicht, dass Tina einerseits unseren Nachwuchs trainiert – und auf der anderen Seite einem Staffelkonkurrenten hilft, uns in der Tabelle einzuholen.“

Ohnehin bereitet dem Übungsleiter nicht nur die lange Verletztenliste Kopfzerbrechen. Nach 14 von 22 Spieltagen ist der SVHU mit 10:18 Punkten und 320:354 Punkten Tabellenachter. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, den aktuell die HG OKT belegt, ist mittlerweile bis auf drei Zähler zusammengeschmolzen.

Am Sonnabend geht’s zum Tabellenführer Buxtehude II

„Jetzt wird es hart. Alles ist sehr eng beisammen. Das ist eine miese Situation, vor allem mit den Verletzten“, findet Berufsschullehrer Gosch. Ihm sei es bereits seit Saisonbeginn einzig um den Klassenerhalt gegangen. Realistisch betrachtet fehlten dem SVHU bislang aber nur die beiden Punkte aus dem Spiel gegen Oyten, das am 26. Januar mit einer 22:25-Niederlage endete.

„An diesem Sonnabend spielen wir um 16 Uhr beim Tabellenführer Buxtehuder SV II, da ist der Druck nicht so groß. Eine Woche später gegen den Tabellenletzten Hannoverschen SC müssen wir hingegen gewinnen.“ Die Mannschaft könne die Situation realistisch einschätzen, habe Vertrauen in sich selbst und ihren Coach: „Bei uns macht sich niemand in die Hose.“

Coach Gosch stellt das Training um

Um bis zum Saisonende die nötigen Zähler für den Klassenerhalt zu sammeln, gehe es nun vor allem darum, sich auf die Stärken des Teams zu konzen­trieren. „Ich habe mit den Mädels gesprochen und wir werden das Training umstellen. Es kann jetzt nicht mehr um die individuelle Ausbildung gehen. Wir müssen bedingungslos in der Abwehr kämpfen und dann mit Mut und Risiko nach vorne gehen. Unser Augenmerk liegt nun auf einer starken Abwehr und dem Tempospiel.“