Norderstedt
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SV Henstedt-Ulzburg wirft in 60 Minuten nur 14 Tore

Lina Röttger war der einzige Lichtblick beim SV Henstedt-Ulzburg, sie konnte die 14:20-Pleite im Nachbarschaftsduell aber nicht verhindern. Ihre Bilanz: drei Feldtore und zwei verwandelte Siebenmeter.

Lina Röttger war der einzige Lichtblick beim SV Henstedt-Ulzburg, sie konnte die 14:20-Pleite im Nachbarschaftsduell aber nicht verhindern. Ihre Bilanz: drei Feldtore und zwei verwandelte Siebenmeter.

Foto: Thomas Maibom

Drittliga-Handballerinnen zeigen im Nachbarschaftsduell beim SC Alstertal-Langenhorn die schwächste Saisonleistung in der Offensive.

Hamburg. Was für eine ernüchternde Auswärtsniederlage für die Handballerinnen des SV Henstedt-Ulzburg: Ausgerechnet im Derby der 3. Liga Nord beim SC Alstertal-Langenhorn zeigte das Team von Trainer Christian Gosch die schlechteste Angriffsleistung der Saison und kassierte eine verdiente 14:20 (7:8)- Niederlage.

„Ein Handballspiel zum Abgewöhnen“

Doch wie konnte das passieren? Schon während der mit Spannung erwarteten Begegnung machte sich im Lager der tapferen SVHU-Fans Resignation breit. Nur 14 eigene Treffer in 60 Minuten – damit hatte niemand gerechnet. Coach Gosch, der sich nach dem 23:20-Hinrundenerfolg auch für das Rückspiel in Hamburg etwas ausgerechnet hatte, nahm kein Blatt vor den Mund: „Das war unterirdisch. Ein Handballspiel zum Abgewöhnen.“

Schon der Beginn der ersten Halbzeit ließ erahnen, dass beide Mannschaften den Zuschauern keinen Handball-Leckerbissen bieten würden. Die Teams hatten jeweils hohe Fehlerquoten im Angriff, stellten aber zwei gut sortierte Abwehrreihen – da wurde das Torewerfen zum Problem. Symptomatisch: Das 1:0 für den SC Alstertal-Langenhorn fiel erst nach geschlagenen neun Minuten. „Unsere Defensive stand ordentlich. Im Angriff hat dann ein Brustlöser gefehlt, auch mal mit zwei oder mehr Toren in Führung zu gehen“, sagte Christian Gosch.

Nur Lina Röttger hat eine passable Wurfquote

Der SV Henstedt-Ulzburg profitierte zwar von einer gut aufgelegten Keeperin Victoria Nigbur als Rückhalt zwischen den Pfosten, konnten diese Unterstützung aber nicht in eigene Treffer ummünzen. „Wir sind gar keine Tempogegenstöße gelaufen. Das ist eigentlich unsere große Stärke“, sagte Linksaußen Lina Röttger.

Mit insgesamt fünf Toren war die zuverlässige Rechtshänderin am Ende die beste Werferin der Gäste. „14 Treffer erzielen wir normalerweise in einer Halbzeit. Vielleicht haben wir uns alle zu viel für das Spiel vorgenommen und deshalb so viele Fehler gemacht.“

Niemand kann die Offensive sortieren

Besonders frustrierend wurde es für die Henstedt-Ulzburgerinnen im Verlauf des zweiten Durchgangs. Emilie Wolf und Lina Röttger hielten ihre Mannschaft unmittelbar nach dem Wiederanpfiff zwar noch auf Augenhöhe. Dann aber ließ der SVHU eine achtminütige Durststrecke folgen. Weder die eingewechselte Spielmacherin Sophia Plötz noch Janne Harbeck oder Anna Nowatzki vermochten es, die Offensivaktionen zu sortieren.

„In der zweiten Halbzeit haben wir vorne leider gar nichts mehr gezeigt. Wir haben nicht nur viele Bälle im Aufbau verloren, sondern dann, wenn sich uns mal Chancen geboten haben, diese auch noch verworfen“, sagte Christian Gosch enttäuscht. „Wir haben im Angriff einfach nicht das gespielt, was ich mit der Mannschaft vorbereitet hatte. Das Umschaltspiel und die Tempogegenstöße haben mir komplett gefehlt. Ich denke, die Mädels haben sich für das Derby zu viel Druck gemacht und sind schließlich verkrampft.“

Nächster Gegner: Schlusslicht TV Oyten

Spätestens, nachdem die frühere Henstedt-Ulzburgerin Laura Neu in der 52. Minute auf 16:12 für den SC Alstertal-Langenhorn erhöht hatte, war das Match entschieden. Gosch: „Man kann so ein Nachbarschaftsduell verlieren, zumal SCALA in der Tabelle vor uns steht. Das wären nette Bonuspunkte gewesen. Definitiv gewinnen müssen wir aber am kommenden Sonntag.“ Dann geht es beim Tabellenletzten TV Oyten vor allem darum, wieder in Torlaune zu kommen...

Tore des SV Henstedt-Ulzburg: Lina Röttger (5/2 Siebenmeter), Tara Schumacher, Kristin Rakowski (je 2), Sophia Plötz, Lisa Prante, Carina Büchel, Jule Meisner, Emilie Wolf (je 1).