Norderstedt
Souveräner Turniersieg

SV Todesfelde glückt die Generalprobe für das Masters

Unangefochtener Turniersieger beim 35. Solarstrom-Cup des Leezener SC: Hallen-Kreismeister SV Todesfelde.

Unangefochtener Turniersieger beim 35. Solarstrom-Cup des Leezener SC: Hallen-Kreismeister SV Todesfelde.

Foto: Nils Göttsche

Der Oberliga-Spitzenreiter ist beim 35. Solarstrom-Cup des Leezener SC eine Klasse für sich und kassiert nur zwei Gegentore.

Leezen. Einen Tag nach Turnierende war Heino Togert schon wieder früh auf den Beinen: Termin beim Zahnarzt. Der Organisationschef des Leezener SC beim 35. Solarstrom-Cup begab sich zur Vorsorgeuntersuchung. Die Frage, ob er sich dort gleich ein wirksames Medikament gegen Heiserkeit verschreiben ließ, beantwortete der 47 Jahre Vorstandssprecher des Leezener SC mit einem entschiedenen Nein. Togert war topfit, ihm ging es blendend. Und auch die Stimme funktionierte noch.

An drei Tagen fallen 384 Treffer

Das verwundert insofern, da insgesamt 384 Tore, 78 mehr als 2019, im Verlauf des dreitägigen Wettbewerbs gefallen waren. Jeden einzelnen Treffer würdigte der Mann am Mikrofon im Moderatorenraum der Amtssporthalle mit seiner speziellen Art der Ansage. Und die launige Präsentation kam auf den Zuschauerrängen hervorragend an.

Bester Dinge waren bei der Siegerehrung auch die Akteure des SV Todesfelde. In nie zuvor gezeigter Überlegenheit sicherten sich die Schützlinge von Teamchef Sven Tramm eine Prämie von
350 Euro, die sie komplett der Tafelstiftung Schleswig-Holstein/Hamburg zukommen lassen. Den großen Wanderpokal bekam der SVT aus den Händen von Sascha Lütjens aus der LSC-Organisationscrew überreicht. Neben Lütjens gehörten wie immer auch Nils Tonn und Patrick Kalwis mit dazu.

SV Wahlstedt ist im Finale chancenlos

Im Endspiel hatte der nicht in allerstärkster Besetzung angetretene Oberligist den SV Wahlstedt deklassiert. Was der Kreisligist auch versuchte, mit seiner technischen Finesse und einem perfektem Spielverständnis war der SVT (zuletzt Sieger 2016) dem Gegner um mehrere Längen voraus.

Dem unterlegenen Finalisten bleibt die Hoffnung, dass es am Wochenende beim Raiba-Leezen-Cup in Wahlstedt vielleicht zu einer Revanche kommt; die erste Todesfelder Garnitur ist am Sonnabend beim Hallen-Masters in der Kieler Sparkassen-Arena im Einsatz.

Das Gesamttorverhältnis von 58:2 und nur ein knappes Ergebnis gegen den Lübecker Kreisklassenclub SV Azadi Lübeck in der Zwischenrunde (1:0) spricht eine klare Sprache und ist die eindrucksvolle Bilanz einer Mannschaft, in der es keine Ausfälle gab und in der sich jeder zerriss, um sich auch für das prestigeträchtige Turnier in der Landeshauptstadt zu empfehlen.

Das sieht auch Sven Tramm so. „In den zehn Spielen lediglich zwei Gegentore kassiert zu haben, zeugt schon von einer gewissen Qualität. Auch bei klaren Zwischenständen wollten die Jungs Gegentore vermeiden. Alle denken schon an Kiel.“

Leezener SC belegt Platz drei

Der Leezener SC, 2018 und 2019 Überraschungssieger beim eigenen Meeting, zog sich auch diesmal hervorragend aus der Affäre und kämpfte sich bis ins Halbfinale vor. Dort war der Verbandsligisten gegen den späteren Cup-Gewinner beim 0:5 allerdings überfordert. In der zweiten Vorschlussrunden-Partie bezwang der SV Wahlstedt den SV Azadi Lübeck mit 3:2, weil den Kickern mit kurdischer Abstammung am Ende eines erfolgreichen Weges sichtlich die Kraft ausging. Das zeigte sich dann auch im Spiel um Platz drei, in dem die Lübecker mit 1:7 gegen den LSC untergingen.

„Todesfelde spielt derzeit wie von einem anderen Stern“, sagte Heino Togert, der seit vier Jahren Vereinsvorsitzender ist und 24 Jahre dem Vorstand des LSC angehört. „An das Niveau der Mannschaft reicht im Moment niemand in der Region heran, man muss das bei allem Einsatz der tieferklassigen Clubs neidlos anerkennen. In der Rolle des Prügelknaben dürfen sich die Außenseiter deshalb aber nicht fühlen.“

Die gesteigerte Torflut in Leezen belegt es zudem deutlich: Die Leistungsschere klafft weiter auseinander denn je, so dass die Außenseiter nicht ohne Weiteres mithalten können – zumindest nicht, wenn es in die entscheidende Phase eines Turniers geht.

Sebastian Klimmek holt die Torjägerkanone

Auch die Krone des besten Torschützen war dem Favoriten am Ende nicht streitig zu machen. Sebastian Klimmek erwies sich als Goalgetter auf dem Hallenparkett und sicherte sich dank seiner
13 Treffer die Torjägerkanone vor Veysi Kurt (SV Grün-Weiß Siebenbäumen/11) und seinem Mannschaftskameraden Emanuel Bento (9). Zum besten Torwart des Solarstrom-Cups wurde Kevin Ciesler (SV Azadi Lübeck) gewählt.

Wie im Vorjahr hatten 25 Teams in fünf Vorrundengruppen die Duelle in der Amtssporthalle an der Hamburger Straaße aufgenommen. 25 Sponsoren waren es auch, die den Solarstrom-Cup finanziell unterstützen. Für jede Mannschaft gibt es quasi einen Geldgeber. So etwas ist wohl nur in Leezen möglich. Darum wird der Kassensturz des Vorstandes im Verlauf dieser Woche auch kein Minus zutage fördern. Da wirkt sich die Tatsache, dass an den drei Turniertagen „nur“ 900 Fußball-Fans kamen, kaum negativ aus. Ein Großteil der Besucher traf sich am zweiten Tag bei einer rauschenden „Players Night“ im Clubraum.

Noch drei weitere Hallenturniere in Leezen

Für den Leezener SC ist die Hallensaison übrigens noch längst nicht vorbei. Noch dreimal wird der LSC im Auftrag des KFV Segeberg Indoor-Events ausrichten: Am 1. Februar kicken die Ü-32-Altherren beim Kreismasters um den Titel, am 15 Februar die Ü-40- und am 28. Februar die Ü-50-Teams.