Norderstedt
HAMBURG-LIGA

Norderstedter Handballer sind noch nicht titelreif

HTN-Rückraumspieler Marc Blockus traf zwar neunmal – warf aber nur drei Tore nach der Pause.

HTN-Rückraumspieler Marc Blockus traf zwar neunmal – warf aber nur drei Tore nach der Pause.

Foto: Anne Pamperin

Das HT Norderstedt unterliegt im Spitzenspiel der Hamburg-Liga dem THB Hamburg 03 in eigener Halle deutlich mit 27:34.

Norderstedt. Bernd Haarbrücker hatte kein gutes Gefühl. Der Trainer der ersten Damenmannschaft des HandballTeams Norderstedt hatte spielfrei und schaute sich stattdessen das Hamburg-Liga-Match der Norderstedter Herren an. Diese empfingen im sehr gut besuchten Schulzentrum Süd Spitzenreiter THB Hamburg 03 und wollten nach der enttäuschenden Pleite beim TuS Esingen in der Vorwoche (24:28) Wiedergutmachung leisten.

Nach der Pause zog Hamburg 03 davon

Wie schon sieben Tage zuvor musste das HTN erneut auf Robert Schulze verzichten, der in den USA weilt. „Das Spiel zu gewinnen, wird schwer. Die sind verdammt stark. Beim THB spielen die meisten schon sehr lange zusammen“, sagte Bernd Haarbrücker in der Halbzeitpause. Die Norderstedter wollten vor eigenem Publikum unbedingt zeigen, dass sie ebenfalls ein Spitzenteam sind und in Topform jeden Gegner schlagen können. Zur Halbzeit stand es 15:16 aus Sicht der Gastgeber, alles war noch möglich. In der Kabine schwor Coach Deppe sein Team noch einmal auf den Gegner ein. Doch wie schon gegen Esingen zerplatzten alle Hoffnungen direkt nach dem Wiederanpfiff wie Seifenblasen. Der THB zog nach dem Wiederanpfiff schnell auf sieben Tore davon, die Norderstedter schafften es nicht mehr, den Hebel umzulegen und verloren schließlich mit 27:34.

„Wir hatten uns so viel vorgenommen – und haben nichts davon umgesetzt. Immer dann, wenn wir dran waren, haben wir es nicht geschafft, unseren Vorteil zu nutzen“, so Deppe. In der Tat hatte das HTN durchaus Chancen, den Abstand zu verkürzen – sei es durch Tempogegenstöße, die nicht präzise genug abgeschlossen wurden, oder in Überzahlsituationen, wo Bälle ohne Not beim Gegner landeten. Auch der mit insgesamt neun Treffern beste HTN-Schütze, Rückraumspieler Marc Blockus, der in Durchgang eins immerhin sechsmal getroffen hatte, erzielte in Durchgang zwei nur noch drei Tore. Viele Möglichkeiten wurden vergeben, landeten am Pfosten oder in den Händen der gut aufgelegten THB-Torhüter, sodass der Tabellenführer am Ende deutlich gewann und anschließend im Schulzentrum Süd die Herbstmeisterschaft bejubelte.

Trainer Deppe ist frustriert nach erneuter Niederlage

Die HTN-Männer senkten nach der Niederlage die Köpfe und schlichen frustriert vom Feld. Die Enttäuschung war allen deutlich ins Gesicht geschrieben. Auch Trainer Florian Deppe rang um Fassung. „Schlimm ist nicht nur, dass wir verloren haben, sondern auch, wie.“ Der mögliche Oberligaaufstieg ist in weite Ferne gerückt, denn der FC St. Pauli II gewann mit 30:19 gegen den TH Eilbeck und zog dadurch ebenfalls am HTN vorbei.

„Das liegt jetzt ja auch nicht mehr in unsere Hand. Es ist schon ätzend, wenn du ausgerechnet die drei Spitzenspiele verlierst“, so Deppe, der sich nun eine Auszeit gönnt und in den Urlaub entschwindet. Wie sehr ihm die Niederlage an die Nieren ging, war deutlich sichtbar. Bevor es für die HTN-Teams in die kurze Winterpause geht, sind sowohl bei Männern als auch bei den Frauen noch Aktivitäten geplant. „Wir müssen unser Pokalspiel noch terminieren“, so Florian Deppe, dessen Team in der dritten Runde auf das Oberligateam der SG Hamburg Nord trifft. Die HTN-Frauen haben ein vermeintlich leichteres Los gezogen und treffen auf Ligakonkurrent TuS Esingen, der in der Hinrunde mit 31:28 bezwungen wurde. Außerdem muss die Mannschaft von Coach Haarbrücker noch zum letzten Hinrundenmatch der Hamburg-Liga beim TSV Ellerbek II antreten. Anpfiff in der Sporthalle am Rugenberger Mühlenweg ist am Sonntag um 18 Uhr.

Die Tore für das HT Norderstedt: Marc Blockus (9), Felix Henka (5/davon 2 Siebenmeter), Julian Uwiss (3), Lucas Marx, Felix Minners, Tom Dippert (je 2), Frederik Gadeberg, Emil Aksanov, Tom Minners, Christopher Pöhls (je 1).