Norderstedt
TISCHTENNIS

Die Ludwig-Schwestern spielen groß auf

Die Schwestern Miriam (links, 19) und Carina (13) stehen gemeinsam für den ungeschlagenen Oberliga-Tabellenführer SV Friedrichsgabe an der Platte.

Die Schwestern Miriam (links, 19) und Carina (13) stehen gemeinsam für den ungeschlagenen Oberliga-Tabellenführer SV Friedrichsgabe an der Platte.

Foto: Anne Pamperin

Miriam und Carina Ludwig sind aus den Tischtennis-Damenteams des SV Friedrichsgabe nicht mehr wegzudenken.

Norderstedt. Die Jüngste zu sein oder das „Küken“ genannt zu werden, ist für Tischtennisspielerin Carina Ludwig nichts Besonderes. „In der Schule ist das schon immer so gewesen“, sagt die 13-Jährige, die schon kurz nach ihrem sechsten Geburtstag eingeschult wurde und heute die achte Klasse des Lessing-Gymnasiums besucht. Auch im Tischtennissport steht Carina Ludwig regelmäßig Älteren gegenüber: Sie ist nicht nur Stammspielerin in der zweiten Damenmannschaft des SV Friedrichsgabe und schlägt dort in der Verbandsoberliga Nord auf, sondern durfte in dieser und der vergangenen Saison auch schon im Oberligateam des SVF um Punkte schmettern. Dort ist ihre Konkurrenz überwiegend älter.

Wie talentiert sie ist, hat Carina schon mehrfach bewiesen. 2018 sicherte sie sich die Norddeutsche B-Schülerinnenmeisterschaft und will diesen Erfolg 2020 bei den A-Schülerinnen natürlich liebend gerne wiederholen. In der vergangenen Woche trat sie erstmals beim deutschen Top-24-Ranglistenturnier in Landsberg an und belegte dort Rang 23. Zufrieden war sie damit überhaupt nicht: „Das war nicht mein Wochenende. Ich habe nicht gut gespielt. Aber nächstes Jahr habe ich noch eine Chance, dann will ich es besser machen“, sagt sie selbstbewusst. Besser lief es im ersten Damenteam des SVF. Am ersten Oberliga-Spieltag stand sie gegen den SC Eintracht Berlin an der Platte und freute sich sogar über ein gewonnenes Einzel. Mit ihr im Team ist auch ihre sechs Jahre ältere Schwester Miriam, die nach einem einjährigen Gastspiel beim Drittligisten Kieler TTK 2019 zurück nach Friedrichsgabe wechselte.

Leidenschaft für Tischtennis wurde verzögert entfacht

Auch wenn die beiden Schwestern ein Altersunterschied von sechs Jahren trennt, verbindet sie doch eine ganze Menge. Sowohl Miriam als auch Carina Ludwig hatten einen eher holprigen Start zu Beginn ihrer sportlichen Laufbahn. „Ich habe mit sieben Jahren an den Tischtennis-Minimeisterschaften teilgenommen. Da bin ich so früh ausgeschieden, dass ich erst einmal keine Lust mehr hatte. Zwei Jahre später habe ich es noch einmal versucht und bin dann dabeigeblieben“, sagt die 19-Jährige, die an der Kieler Universität Wirtschaftsingenieurwesen studiert und in dieser Saison eine beeindruckende Bilanz von 9:1 Siegen präsentieren kann.

Auch Carina war nach ihrem ersten Turnier bei den „Minis“ frustriert. „Ich war acht Jahre alt und musste bei den Neun- und Zehnjährigen mitspielen. Das lief nicht so gut. Ein Jahr später bin ich bis ins Landesfinale gekommen. Das habe ich leider verloren, was mich sehr geärgert hat. Ich wäre gerne zum Bundesentscheid gefahren.“ In puncto Ehrgeiz sind sich die Schwestern sehr ähnlich. Und Lust, mit der ersten Damenmannschaft des SVF in die Regionalliga aufzusteigen, haben auch beide. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Team in dieser Saison den Sprung in die vierthöchste deutsche Spielklasse schafft, ist hoch. Schließlich steht der SVF mit 16:0 Zählern unangefochten auf Platz eins.

Am Sonntag kommt der SC Siemensstadt

Ob Carina Ludwig vielleicht schon am Sonntag (11 Uhr) beim Heimspiel gegen den Tabellenachten SC Siemensstadt Berlin ihren zweiten Saisoneinsatz bekommt, weiß sie indes noch nicht. Für die Aufstellung der Damenmannschaften ist ihre Mutter Bettina verantwortlich. Und bei der Besetzung geht es nicht um die Familie, sondern um die Spielstärke sowie nach den Gegnerinnen und deren jeweiliger Spielweise. „Natürlich freue ich mich, wenn ich mitspielen darf. Im Team herrscht ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Aber erst wird geguckt, wer Zeit hat. Und wenn eine Spielerin von oben absagt, wird von unten aufgefüllt“, erklärt Carina Ludwig.

Die Gymnasiastin weiß aber ganz genau, dass Wettkampfpraxis immens wichtig ist, um voranzukommen, und deswegen ist sie froh, in der zweiten Mannschaft regelmäßig spielen zu können. Die Verbandsoberligamannschaft ist momentan Dritter. Im Spitzenspiel gegen den TSV Schwarzenbek II setzten sich die Friedrichsgaberinnen mit 8:4 Punkten durch. Carina Ludwig gewann ein Einzel und an der Seite von Wiebke Gerdau auch das Doppel. Die restlichen Zähler holten Jin-Sook Cords, Wiebke Gerdau (je 2), Luna Bousselmame und das Doppel Cords/Gerdau.