Norderstedt
VOLLEYBALL

Der VC Norderstedt ist reif für den Titel

Am Netz mussten die VCN-Frauen härter kämpfen, als sie es gewohnt sind. Hier schmettert Nathalie Koch (rechts) erfolgreich gegen Jocelyn Kontowski.

Am Netz mussten die VCN-Frauen härter kämpfen, als sie es gewohnt sind. Hier schmettert Nathalie Koch (rechts) erfolgreich gegen Jocelyn Kontowski.

Foto: Thomas Maibom

Norderstedter Volleyballerinnen gewinnen das umkämpfte Spitzenspiel der Regionalliga Nord gegen die VG Elmshorn.

Norderstedt. In der Volleyball-Regionalliga Nord der Frauen scheint eine Vorentscheidung im Titelkampf gefallen zu sein. Der noch unbesiegte Tabellenführer und Herbstmeister 1. VCN Norderstedt (26 Punkte) bezwang in der Moorbekhalle Verfolger VG Elmshorn (22) in 3:1-Sätzen und baute seinen Vorsprung damit auf vier Punkte aus. Der VCN profitierte zudem vom erneuten Ausrutscher des vor Saisonbeginn hoch gelobten VC Parchim, der bei WiWa Hamburg überraschend mit 2:3 eine Niederlage bezog.

Die engagiert zu Werke gehenden Gäste aus dem Kreis Pinneberg hielten alle vier Durchgänge offen, besaßen bei jeweils 20 Punkten oder mehr ausgezeichnete Möglichkeiten zum Satzgewinn und zwangen den VCN dazu, alle Kraftreserven zu mobilisieren. Im ersten Satz dauerte das Spielchen schier endlos, ehe die Koch-Schützlinge nach Abwehr von zwei Satzbällen mit etwas Glück mit 31:29 die Oberhand behielten. Frank Koch war übrigens zuversichtlich, dass der Marathonsatz am Ende einen glücklichen Ausgang finden würde. Vor rund 15 Jahren betreute der Kisdorfer einmal eine männliche C-Jugend des VCN, die bei den Nordmeisterschaften einen Satz gegen Schwerin mit 47:45 gewann.

Im zweiten Satz mussten die Norderstedterinnen die Überlegenheit der VGE anerkennen, die mit 25:19 das bessere Ende für sich hatte. Die Tendenz drohte sich fortzusetzen, denn im dritten Durchgang lag der Tabellenzweite schon mit 22:18 in Front, um dann doch mit 23:25 das Nachsehen zu haben. Ein ähnliches Bild im vierten Satz: Elmshorn führte 19:13, doch der Spitzenreiter riss sich zusammen und beendete das Match ein weiteres Mal mit 25:23.

Mannschaftsführerin Lisa Schwarz, die auch diesmal vom Gegner zum „Most valuable Player“ des VCN gewählt wurde, brachte es auf den Punkt. „Ich glaube, wir haben den Sieg zum Satzende einfach mehr gewollt, und der Gegner bekam plötzlich Angst.“

Ihr Vater Frank Koch wäre nicht Frank Koch, wenn er nach einem solchen Spiel behaupten würde: „Hauptsache gewonnen, egal wie.“ Der Anspruch ist nämlich der, dass die Norderstedterinnen mit Topleistungen keine Gegenwehr zulassen und die Punkte in überzeugender Manier einfahren.

Dem war gegen Elmshorn oft nicht so. Frank Koch: „Es haben sich Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen. Das betraf alle Mannschaftsteile und diverse Aktionen bei der Annahme, beim Spielaufbau und Aufschlag.“ Koch betonte, dass seine Mannschaft in der Vorwoche beim 3:0 gegen den Wiker SV (Kiel) eine wesentlich bessere Leistung abgerufen hatte und er daher auch „ausnahmsweise“ einmal vollauf zufrieden gewesen war.

Immerhin erinnerten sich seine Frauen bei knappen Spielständen noch rechtzeitig daran, dass sie in der Moorbekhalle eine Macht sind und saisonübergreifend seit 25 Punktspielen nicht mehr als Verliererinnen vom Hallenparkett gegangen waren. Das soll auch so bleiben. Eine weitere wichtige Begegnung steht den „Unbesiegbaren“ am kommenden Sonnabend bevor. Um 16 Uhr ist auswärts Spielbeginn gegen den VC Parchim, der zuletzt zwei Niederlagen kassierte und als Tabellendritter mit 21 Punkten schon fünf Punkte hinter Norderstedt zurück liegt. Am Sonntag darauf wird auswärts mit dem ersten Rückrundenspiel beim Eimsbütteler TV (13 Uhr) das Jahr abgeschlossen.

Sollten auch hier Siege herausspringen und die Konkurrenz patzen, wäre das Thema Aufstieg in die 3. Liga aktueller denn je. Noch hat sich der Verein nicht entschieden, trotz aller Unwägbarkeiten bei der Umsetzung und der Finanzierung ist ein Großteil der Mannschaft für ein „Ja“. Coach Koch: „Natürlich ist es schöner, wenn man immer gewinnt. Und vermutlich würden wir aus der höheren Klasse auch nicht absteigen.“