Norderstedt
HANDBALL

SV Henstedt-Ulzburg verliert knapp in eigener Halle

Jule Meisner warf acht Tore – doch die gute Leistung der Rückraumschützin war vergebens.

Jule Meisner warf acht Tore – doch die gute Leistung der Rückraumschützin war vergebens.

Foto: Thomas Maibom

Drittligist unterliegt dem VfL Oldenburg II mit 19:20. Trainer bemängelt die vielen Fehler. Jana Grützner fällt monatelang aus.

Henstedt-Ulzburg.  Als Jule Meisner nach Abpfiff enttäuscht zu Boden sank, wurde die wurfgewaltige Rückraumspielerin des Handball-Drittligisten SV Henstedt-Ulzburg ungewollt zum Symbol der knappen Niederlage ihres Teams. Mit 19:20 (8:13) hatten sich die Frogs-Ladies in eigener Halle dem VfL Oldenburg II geschlagen geben müssen. An den insgesamt acht Treffern von Meisner hatte es nicht gelegen.

Während die Handball-WM der Frauen in Japan läuft, haben die Mannschaften der ersten und zweiten Bundesliga Pause. Das Juniorteam des VfL Oldenburg nutzte diese Gelegenheit und reiste mit Rechtsaußen Lina Genz, Rückraumspielerin Toni-Luisa Reinemann und Torhüterin Nele Reese aus dem Erstligakader in die Großgemeinde. Vor allem Reese, die in der letzten Saison noch für den SVHU zwischen den Pfosten stand, entschärfte etliche Bälle und trug somit ihren Teil zum doppelten Punktgewinn der Gäste bei. SVHU-Trainer Christian Gosch nahm diese Personalien zur Kenntnis, ärgerte sich nach Abpfiff aber vielmehr über die Leistung der beiden Unparteiischen Kerstin Pohlmann und Karolin Sense. „Sie waren absolut nicht gut und haben auf beiden Seiten schlecht gepfiffen.“

Für den knappen Ausgang machte Gosch die fragwürdige Leistung des Gespanns allerdings nicht verantwortlich. „Wir haben heute immer einen Fehler zu viel gemacht. Handballerisch war das ein gebrauchter Tag für uns.“

So mussten Henstedt-Ulzburg die Oldenburger Gäste zum Ende der ersten Halbzeit ziehen lassen. „Wir spielen vorne zu wenig in die Tiefe. Das haben wir dann in der zweiten Halbzeit besser gemacht“, befand Gosch. Sein Team egalisierte nach Wiederanpfiff den Fünf-Tore-Pausenrückstand mit einer Energieleistung, ging aber nie selbst in Führung. In der Schlussphase spielte dann zwar Jule Meisner groß auf, erzielte die letzten vier Treffer, konnte die Niederlage jedoch nicht verhindern.

Eine weitere Geschichte dieser Partie schrieben die Prantes. Während Linkshänderin Lisa für den SVHU auf Torejagd geht, trainiert Mutter Silke das Juniorteam des VfL Oldenburg, in dem auch Schwester Griet spielt. Zwar musste sich Lisa im Familienduell knapp geschlagen geben, die Freude über das Wiedersehen war dennoch groß. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, konnte es im Spiel aber ausblenden. Der Ausgang ist natürlich ärgerlich, weil wir in der zweiten Halbzeit gekämpft haben. Wenn ich aber jemandem in der Liga die Punkte gönne, dann natürlich dem VfL.“

Eine schlechte Nachricht hatte Fans und Verantwortliche bereits vor Anwurf erreicht. So stellte sich die Verletzung von Kreisläuferin Jana Grützner nach Auswertung der MRT-Aufnahmen als Riss des vorderen Kreuzbandes und des linken Außenbandes im linken Knie heraus. Für die 21-jährige ist die Saison somit vorzeitig beendet.

SV Henstedt-Ulzburg: Jule Meisner (8/3 Siebenmeter), Annika Jordt (5), Lisa Prante, Nelly Thümer, Lina Röttger, Tara Schumacher, Anna Nowatzki, Kristin Rakowski (je 1).