Norderstedt
HANDBALL

Die HTN-Teams sind nicht zu stoppen

Robert Schulze setzt sich hier gegen die versammelte Langenhorner Defensive durch – letztlich war das HTN deutlich zu stark für den Nachbarclub.

Robert Schulze setzt sich hier gegen die versammelte Langenhorner Defensive durch – letztlich war das HTN deutlich zu stark für den Nachbarclub.

Foto: Anne Pamperin

In den Hamburg-Ligen der Männer und der Frauen kommt der Tabellenführer weiterhin aus Norderstedt. Jetzt kommen die Spitzenspiele.

Norderstedt.  Diesen Verlust nahm Florian Deppe, Männertrainer beim HandballTeam Norderstedt, gerne in Kauf: Seine Mannschaft setzte sich im Schulzentrum Süd gegen den Tabellensechsten SC Alstertal-Langenhorn mit 36:26 (17:10) durch und behauptete eindrucksvoll die Tabellenführung in der Hamburg-Liga. Nach dem ausgelassenem Jubeltanz vor rund 150 Fans analysierte der Coach die Folgen dieses Sieges mit einem Grinsen und sagte: „Zehn Tore Vorsprung kosten mich zehn Euro in die Mannschaftskasse.“

Dass sich in seiner Geldbörse nun ein Schein weniger befindet, störte den 32-Jährigen nicht. Viel wichtiger war ihm die gute Leistung seines Teams, das nie den Eindruck machte, als wäre der Sieg in Gefahr. „In der ersten Halbzeit haben wir gut in der Abwehr gearbeitet und nur zehn Gegentore kassiert. Das spricht ja für sich. In Durchgang zwei waren wir hier und da ein wenig zu inkonsequent im Abschluss.“ Aber: „Wir haben diese Sachen mannschaftlich gut gelöst.“

In der Tat überzeugten die HTN-Männer mit variablem Spiel und viel Bewegung im Angriff, sodass sich immer wieder Lücken auftaten, die genutzt wurden. Nicht immer landete der Ball im Netz, hier und da wurden Chancen leichtsinnig verschenkt. „Ich will wirklich nicht meckern, das war völlig ok heute. Jetzt kommen aber richtig schwere Spiele“, so Deppe, der mit Spannung auf die kommenden Begegnungen blickt. Am Sonnabend muss das HTN (16:2 Punkte) um 17 Uhr beim viertplatzierten TuS Esingen (10:6 Punkte) antreten, am 8. Dezember kommt der direkte Verfolger THB Hamburg 03 (2. Platz/15:3 Punkte) ins Schulzentrum Süd. Ob der THB als Zweiter nach Norderstedt kommt, steht allerdings noch nicht fest, denn vorher steht noch dessen Match gegen den FC St. Pauli II an. Die Kiezhandballer stehen zwar „nur“ auf Rang drei, haben aber – wie das HTN auch – erst zwei Minuspunkte auf dem Konto.

Die Tabellenführung in der Hamburg-Liga behaupten wollten auch die Frauen des HT Norderstedt. Das schaffte die Mannschaft von Trainer Bernd Haarbrücker mit einem ungefährdeten 31:22 (15:9)-Erfolg beim SC Alstertal-Langenhorn II. Für Neuzugang Eyleen Berg (kam aus der Langenhorner Drittligamannschaft) ein besonderes Match: Sie traf in der Sporthalle an der Lüttkoppel auf ihre Schwester Antonia, die für das gegnerische Team aufläuft. „Sie war schon ein wenig nervös“, so Bernd Haarbrücker, der sich um so mehr über vier Treffer der Außenspielerin freute.

Doppelt so häufig war Sabrina Langmann erfolgreich, die im vergangenen Jahr ebenfalls noch bei „SCALA“ aktiv war. „Sie hat früher fast nur in der Abwehr gespielt. Jetzt ist sie auch vorne richtig stark“, so Haarbrücker.

52 Minuten lang machte das HTN fast alles richtig. „Am Ende haben wir ein wenig nachgelassen und in den letzten sieben Minuten sechs Gegentore kassiert. Aber heute war mir nur wichtig, dass wir gewinnen und dass die Niederlage vom letzten Wochenende gegen den AMTV abgehakt ist.“ Während der Erfolg gegen den Vorletzten also eher in die Kategorie „Pflichtsieg“ fällt, steht am Sonntag ein ungleich schwereres Match an. Dann empfangen die HTN-Frauen (15:3 Punkte) den aktuellen Dritten SG Niendorf/Wandsetal, der sich mit 15:3 Punkten in Lauerstellung befindet. Bernd Haarbrücker setzt auf die Fans: „Endlich haben wir wieder ein Heimspiel.“

Die Tore der HTN-Männer: Julian Uwiss (8/davon 1 Siebenmeter), Tom Dippert, Marc Blockus (je 7), Felix Henka (6/2), Robert Schulze (3), Emil Aksanov (2), Benjamin Etzdorf, Lucas Marx, Christopher Pöhls (je 1).

Die Tore der HTN-Frauen: Sabrina Langmann (8), Madlin Rieboldt (6/4), Katharina Backenberg (5), Eyleen Berg (4), Lina Lange, Lena Paltian, Janina Besser (je 2), Karina Huber, Tasha Kröhnert (je 1).