Norderstedt
FUSSBALL

Jetzt ist der Aufstieg Thema beim SV Henstedt-Ulzburg

Trainer Christian Jürss hat das Team zu einer spielstarken Einheit geformt.

Trainer Christian Jürss hat das Team zu einer spielstarken Einheit geformt.

Foto: Thomas Maibom

Halbzeitbilanz: Darum sind die Fußballfrauen des SV Henstedt-Ulzburg in der Regionalliga Nord nicht zu stoppen.

Henstedt-Ulzburg.  Mit selten zuvor erlebter Überlegenheit hat sich ein Fußball-Frauenteam aus Schleswig-Holstein die Herbstmeisterschaft in der Regionalliga Nord gesichert. Der SV Henstedt-Ulzburg geht mit elf Punkten Vorsprung gegenüber Verfolger Hannover 96 ins neue Jahr, in dem die Spielerinnen von Trainer Christian Jürss am Sonntag, 1. März, bei Werder Bremen II ihre nächste Partie bestreiten.

Keine andere Mannschaft der Staffel holte mehr Punkte (34). Zugleich traf der ungeschlagene Spitzenreiter am häufigsten (51), und er kassierte auch die wenigsten Gegentreffer (10). Coach Jürss, der zu Saisonbeginn vom SV Eichede kam, wo er die Herren in der Oberliga trainierte, stellt hohe Ansprüche an seine Crew, er lobt sie angesichts außerordentlicher Konstanz aber auch. „Fast alles setzen die Mädchen bestens um“, sagt der 33 Jahre alte Inhaber der A-Lizenz, der von 2013 bis 2018 die männliche A-Jugend des SC Condor und SV Eichede betreut hat. Nun scheint sein erstes Engagement mit Frauenfußballerinnen ein rundum erfolgreiches zu werden.

Vor einigen Wochen hat Mannschaftsführerin Jennifer Michel einmal gesagt: „Unser Trainer spricht uns mit seiner Art zu hundert Prozent an. Seine Vorstellungen und seine hohe Erwartungshaltung schätzen wir alle.“ An drei Tagen in der Woche ist die Trainingsbeteiligung durchweg stark – jede im 22er-Kader gibt ordentlich Gas. Auch das ist ein Grund, warum die Spielerinnen in bislang allen Begegnungen einen topfitten Eindruck machten.

Sei vielen Wochen drängt sich ein Vergleich zum Regionalliga-Nachbarn Hamburger SV auf. Beim Traditionsverein sind die Zielsetzungen noch konkreter: Mittelfristig soll es nach einem so genannten Zehnjahresplan mit einer starken finanziellen Basis der Aufstieg in die 2. Bundesliga sein. Im direkten Vergleich am 1. September hatte der HSV allerdings keine Chance: 4:1 gewannen die Henstedt-Ulzburgerinnen damals.

Gerade in diesem Match wurde deutlich: Der SVHU praktiziert ein intensives, temporeiches Spiel, in dem die erfahrenen Spielerinnen den Takt vorgeben und dem die Gegner, häufig auch in der Schlussphase, nicht gewachsen sind. Ein weiterer Aspekt: Im Gegensatz zur Vorsaison ruht die Verantwortung nicht allein auf den Schultern der Führungsspielerinnen. Die Truppe tritt als Einheit auf, jede Akteurin kann in einem Spiel wichtige Akzente setzen.

Wie aber stehen die Chancen, dass der heiße Titelkandidat am Ende auch von seinem Aufstiegsrecht Gebrauch macht? Christian Jürss: „Das Thema wird ja immer wieder aufgegriffen und steht bei uns zunehmend im Raum. Der Aufwand aber ist und bleibt immens.“

Bei einer internen Zusammenkunft in der Winterpause wollen sich die Verantwortlichen noch einmal zusammensetzen. Ein reizvoller Gedanke: In der neuen Saison könnte man gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern in der eingleisigen 2. Bundesliga antreten. Übrigens: Bei seinem Abschied verriet Präsident Uli Hoeneß letzte Woche, dass er sich ab und zu Frauenspiele anguckt...