Norderstedt
1:0-Erfolg

Eintracht Norderstedt rückt auf Rang sechs vor

Rico Bork dreht in der 57. Minute nach seinem verwandelten Foulelfmeter jubelnd ab. Jan Lüneburg (l.) und Nils Brüning (verdeckt) freuen sich mit dem Matchwinner.

Rico Bork dreht in der 57. Minute nach seinem verwandelten Foulelfmeter jubelnd ab. Jan Lüneburg (l.) und Nils Brüning (verdeckt) freuen sich mit dem Matchwinner.

Foto: Thomas Maibom

Regionalliga-Fußballer besiegen den Lüneburger SK durch ein Strafstoßtor. Die Elf von Trainer Jens Martens ist klar überlegen.

Norderstedt.  Rico Bork, Linksverteidiger der Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt, verfügt über ein unerschütterliches Selbstbewusstsein. Also schnappte sich der Spezialist für die Standards in der Heimpartie gegen den Lüneburger SK entschlossen den Ball und schritt Richtung Elfmeterpunkt. Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Fynn Kohn (Husumer SV) auf Strafstoß für die Gastgeber entschieden, nachdem LSK-Abwehrmann Eliezer Correia Ca seinem Gegenspieler Evans Nyarko ungeschickt in die Hacken getreten war.

Der Elfmeterschütze bleibt cool

„Ich war mir ganz sicher, dass ich das Ding reinhaue“, sagte Bork, „sonst wäre ich gar nicht erst antreten.“ Selbst das kleine Wortgefecht mit Lüneburgs listigem Keeper Ole Springer, der unzweifelhaft zu den besten Schlussleuten in der vierthöchsten deutschen Klasse gehört, konnte ihn nicht aus der Fassung bringen. „Ole hat mir angekündigt, in die von ihm aus gesehen rechte Ecke zu springen. Dorthin habe ich dann auch geschossen.“ Springer indes wurde wortbrüchig, flog in die entgegengesetzte Richtung – um anschließend frustriert das Spielgerät aus dem Netz zu holen.

Chancenwertung ist wieder einmal schlecht

Das Führungstor für Eintracht Norderstedt war zu diesem Zeitpunkt längst überfällig – und blieb der einzige Treffer in einer unterhaltsamen Partie, in der die Hausherren fast 90 Minuten lang dominierten. Abgeklärt in der Defensive, schwungvoll im Angriff – die Elf von Trainer Jens Martens war klar besser, als die Niedersachsen. Nur mit der Chancenverwertung haperte es beim neuen Tabellensechsten. Wie schon so oft in den vergangenen Wochen...

„Unser Sieg ist verdient, die Mannschaft hat große Geschlossenheit bewiesen. Aber wir schaffen es einfach nicht, unsere gut herausgespielten Möglichkeiten zu nutzen und rechtzeitig den Sack zuzumachen“, sagte Martens.

Schon in der ersten Halbzeit erarbeiteten sich die Norderstedter ein klares Chancenplus. Die beste Gelegenheit zum 1:0 vergab dabei – na klar – Rico Bork: Nach einer Ecke von Philipp Koch klatschte sein schulmäßiger Distanzschuss aus gut 20 Metern an den linken Pfosten (20.). Johann von Knebel (2.), Nils Brüning (12./15.), Yannik Nuxoll (20.) und Hamajak Bojadgian (32.) schafften es ebenfalls nicht, die Kugel im Kasten des LSK unterzubringen.

Lars Huxsohl verhindert unverdienten Ausgleich

Und auch nach der Pause rauften sich die Eintracht-Spieler und -Fans gleich mehrfach fassungslos die Haare: Jan Lüneburg (46./68.), Johann von Knebel (50./72.), Evans Nyarko (54.), Dane Kummerfeld (59.) hätten für klare Verhältnisse sorgen können, zielten aber zu ungenau oder agierten vor dem gegnerischen Tor zu egoistisch.

Und der Lüneburger SK? Der blieb bis auf eine Szene weit hinter den Erwartungen zurück. Nach einer Flanke von rechts kam Fabian Istefo im Norderstedter Fünfmeterraum frei zum Kopfball. Doch Keeper Lars Huxsohl, der ansonsten nicht geprüft wurde, tauchte katzenartig in die rechte Ecke und verhinderte so den Ausgleichstreffer (69.).

Nur zwei Lüneburger in Normalform

Der allerdings wäre mehr als unverdient gewesen. „In meiner Mannschaft haben sich nur unser Torhüter Ole Springer und Kapitän Lukas Pägelow in Normalform präsentiert“, sagte Lüneburgs Teammanager Rainer Zobel, „ich bin sehr unzufrieden.“

Ganz anders war die Stimmungslage seines Kollegen Jens Martens, dessen taktische Maßnahme, den etatmäßigen Linksverteidiger Dane Kummerfeld für den urlaubenden Juri Marxen auf die rechte Abwehrseite zu stellen, voll aufging. „Wir haben nach 19 Spielen
31 Punkte auf dem Konto“, sagte der Fußballlehrer, „das ist der Hammer...“

Eintracht Norderstedt – Lüneburger SK 1:0 (0:0). – Schiedsrichter: Fynn Kohn (Husumer SV). – Zuschauer: 490. – Tor: Rico Bork (57./Foulelfmeter). – Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Kummerfeld, Nuxoll, Bojadgian, Bork – Koch – Keßner (62. Amamoo), Nyarko, von Knebel (75. Kobert), Brüning – Lüneburg
(83. C. Williams).